Lebewohl, Shitney Beers
Ein Abschied im Magazinkeller. Ohne Torsten Frings

Bremen. Ihr kennt das vielleicht aus der Radiowerbung oder um Partys zu beschreiben: Das Beste von… bis… und so. Abba bis Zappa, 80er, 90er, 2000er. Ähnliches könnte vom Shitney Beers-Konzert im Magazinkeller des Schlachthofs berichtet werden. Da steckte so einiges drin. Zarte Folk-Balladen, entspannter Indie-Pop, Grunge-Anthems, Punk-Smasher und am Ende eine Indie-Rock-Version eines 90er-Technodance-Klassikermedleys. Als Gast auf der Bühne war da Kira von der Band Teddies Kneipe. Was ist noch mal Liebe? Genau! Baby, tue mir nicht weh.
Los ging das Konzert mit der obligatorischen Bremen-Frage, ob Torsten Frings gekommen ist. Ist er nicht. Selber schuld! Beratungsresistent. Viele Chancen wird er eh nicht mehr haben. Denn Shitney Beers hört/hören auf. Dies ist die letzte Tour. Was sehr schade ist. Fühlt es sich doch so an, als ob sich die Band, die aus einem Soloprojekt entstanden ist, gefunden hat und bereit für mehr wäre. Immerhin wurde das aktuelle Shitney Beers-Album fast überall positiv besprochen. Sogar Album der Woche bei Plattentests.de ist es geworden. Die härteste Tür des Internets.
Die Abschiedsankündigung tat der guten Laune auf und vor der Bühne allerdings keinen Abbruch. Wozu auch Kevin Kuhn hinter dem Schlagzeug mit Ansagen und Zwischenrufen immer wieder sorgte. Beinahe wirkten die gut gelaunten, teils lustigen, immer charmanten Ansangen als Gegenpol zu der Schwere in den Songtexten. Nur wenige Bands schaffen diesen Ausgleich und führen das Publikum durch verschiedene Emotionen während eines Konzerts. Es darf gelauscht, geträumt, geweint und gelacht werden. Und wenn alles einmal durch ist, kann es wieder von vorne beginnen.
Vorab spielten Wrong Chat ein 45-minütiges Opening-Set. Das Bremer Duo überzeugte dabei mit ihrem Werdersee-Surf-Trash-Sound und lieferte den Soundtrack für bessere (wärmere, schönere, heitere) Tage. Zumindest gaben sie einen Ausblick, wie der Frühling sich anfühlen könnte, in einer rattenkalten Nacht.
Mach es gut, Shitney Beers. Und vielleicht sehen wir euch ja doch nochmal wieder. Zu wünschen wäre es. Ansonsten bleiben drei fantastische Platten, die nach dem Konzert am Merch viele Abnehmer*innen fanden.
Danke für die Musik.
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