Fremdgehört – Der musikalische Seitensprung Nr. 9

Neuerscheinungen, Klassiker oder Lieblingssongs: In unregelmäßigen Abständen geben sich pfa und claas gegenseitig Musiktipps, die der Andere kommentieren, bewerten und verreißen darf. Heute mit dem 25-Jahr-Jubiläum des Jahres 1998

Ok, sehr langer Vorlauf. Sehr lang. Irgendwann Anfang des Jahres kamen wir auf das Jahr, Claas legte schnell vor und dann kam von pfa lange nichts. Sehr lange. Jetzt aber. Zugegeben, die drei besten Songs oder auch Alben eines ganzen Jahres rauszusuchen ist superschwer. Also: Vor 25 Jahren. Das Jahr 1998. Zunächst hatten wir überhaupt keine Idee, welche Platten damals überhaupt angesagt waren und welche die Zeit überdauert haben. Wir haben uns dazu entschlossen, Musik zu wählen, die uns damals etwas bedeutet hat, sonst wäre eine Künstlerin wie Lauryn Hill sicherlich hier enthalten. Denn eigentlich war Rock da schon tot und Hip-Hop hat auf beiden Seiten des Atlantiks langsam aber sicher die Charts und Jugend bestimmt.

Hier also kurz und schmerzlos die drei 1998 Stücke von claas

The Notwist – Chemicals aus dem Album Shrink

Claas meint: Ich weiß gar nicht mehr wie ich darauf gekommen bin, es war kein Tipp von jemanden oder so, vielleicht durch eine der Visions CDs, jedenfalls noch immer ein Supersong und The Notwist natürlich noch immer über jeden Zweifel erhaben.

pfa sagt: Puh, The Notwist ist immer an mir vorbei gegangen. Und damals war das einfach Welten von meinem Musik-Kosmos weg. Bis heute hatte ich nie das Bedürfnis mich bei The Notwist reinzuhören. Ein Fehler? Vielleicht. Aber auch jetzt kriegt mich der Song nicht. Das ist irgendwie so ein 90er Depri-Ding.

Garbage – Special aus dem Album Version 2.0

Claas meint: Damals ein geradezu futuristisches Werk, welches heute etwas aus der Zeit gefallen ist bzw. nicht mehr so spektakulär klingt, wie es damals der Fall war. Und ja, ich war auch etwas verliebt in Shirley Manson.

pfa sagt: Ok, mit Garbage kann ich mehr anfangen. Ich war zwar nicht verliebt in Shirley Manson, aber ja, die Musik habe ich auch immer mal gehört. Eher zufällig, eine Platte hatte ich nie. Und wenn, dann habe ich eher das Album davor im Ohr – glaube von 1995 mit „Only happy when it rains“. Auch so ein 90er Depri Ding.

Smashing Pumpkins – Tear aus dem Album Adore

Claas meint: Zunächst ein Schock nach der Großtat „Mellon Collie“ aber dann absolut ins Herz geschlossen, schön gehört sozusagen und bis heute mein vielleicht liebstes Smashing Pumpkins Album. Hier der Song Tear in einer Liveaufnahme vom Umsonstkonzert  auf der Hamburger Reeperbahn zum Albumrelease.

pfa sagt: Smashing Pumpkins noch so eine große Band, die mich nicht erreicht hat. Keine Ahnung warum. Ich kann aber verstehen, warum diese Chicago-Combo um Billy Corgan so viele Menschen erreichte und beeinflusst hat. Nur: Für mich drücken sie kein Gefühl von damals aus. Krass ist, dass die Band bis heute fast durchgehend Alben rausgebracht hat.

 

Orrrr… das ist echt schwer. In 1998 sind echt einige gute Platten raus gekommen. Vor allem was Rap und Hip-Hop angeht. EinsZwo, 5 Sterne Deluxe, Fishmob aber auch A Tribe Called Quest, Gangstarr, Beastie Boys (Alter) oder Lauryn Hill. Es gab echt viel. Und alles steht immer noch in meinem Plattenregal. Und hey, ich habe damals auch echt viel The Offspring („The Kids Aren’t Alright“) gehört. Aber wirklich hängen geblieben und geprägt haben mich dann doch auch andere Alben.

Beastie Boys – Intergalactic aus dem Album Hello Nasty

pfa meint: Die Beastie Boys waren für mich die perfekte Verbindung – Crossover – von Rap zu Rock oder auch von Hip-Hop zu Punkrock. Ok, der Song ist eher Disko-Punk, aber er macht gute Laune. Lief damals rauf und runter. Und musste auf so einige Mixtapes – ja, die gab es da noch. Die Schallplatte ist allerdings fast nicht mehr zu gebrauchen, weil auf dem Technics 1200MK2 natürlich ohne Ende gescratcht wurde.

Claas sagt: Hatte ich auf Kassette, sonst wäre es vielleicht auch in meiner Liste erschienen, hätte ich die Original CD besessen. Ja, damals wurden überwiegend CDs ver- und gekauft. Ähnlich wie bei den Pumpkins, war das Album zunächst etwas überraschend, weil anders als alles was die BBs davor gemacht haben. Dann aber natürlich ein Knaller, mit Indie-Disco-Klassikern, die bis heute halten!

Beginner – Nie nett aus dem Album Bambule

pfa meint: Es ist wohl eines der wichtigsten Hip-Hop-Alben aus Deutschland. Bambule ist das zweite Studioalbum der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Absolute Beginner und öffnete vielen ganz neue Welten. Es war ein Meilenstein und bleibt bis heute unumstritten ganz oben in der Szene. Klar gab es viele andere gute Songs auf der Platte, ich mochte „Nie nett“.

Claas sagt: Also, „Liebes Lied“ hat mich gleich zu Anfang total rausgehauen. Daher brauchte ich etwas Zeit, mich damit komplett anzufreunden. Natürlich ein Klassiker, aber ein Klassiker, den ich persönlich in Gänze eher selten höre.

Less than Jake – All my friends are Metalheads aus dem Album Hello Rockview

pfa meint: Das Album war zu der Zeit eine Offenbarung für mich als 18-Jähriger. Bislang nur durch Rap und Hip-Hop in der Jugend sozialisiert, führten mich die „Punker“ und „Skater“ so langsam an Ska, Punk, Hardcore, Skate-Punk und was auch immer ran. Der Song hat mich auf jeden Fall erwischt. Auch wenn ich die neueren Sachen von Less than Jake nicht mehr so gut hören kann, dieser Song geht immer.

Claas sagt: Da ist es ja endlich, das obligatorische pfa Melody Core Album in Fremdgehört! 🙂 Kann ich einmal hören, funktioniert bestimmt auch beim Joggen. Aber dann fröne ich doch lieber den von pfa definierten Depri-Sound als zu viel gute Laune zu haben, das macht ja auch schon wieder depressiv.

 

So, war doch gar nicht so schwer. Sechs Lieder aus dem Jahr 1998, so kurz vorm Jubiläumsende. Sechs Lieder, die irgendwie immer noch zünden, so finden wir. Aber was sagt ihr? Was sind eure Hits aus dem Jahr 1998?

Eins steht allerdings am Ende des Jahres und nach dieser Auswahl fest, Abwechslungsreich und musikalisch divers war das Jahr 1998.

 


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