„Körper ist ein surreales Hörmärchen“ – Romano im Interview
Am 11. März präsentiert Romano sein neues Album „Körper“ im Tower Musikclub, vorab hat er uns einige Fragen beantwortet.

Bremen. Wer Romano live erlebt hat weiß, dass seine Shows mehr sind als Konzerte – sie sind pure Energie! Pumpende Beats, eingängige Melodien, scharfsinnige Texte und seine charismatische Bühnenpräsenz verwandeln jeden Abend in ein Erlebnis. Mit seinen bisherigen Alben hat Romano bewiesen, dass er keine musikalischen Grenzen kennt: Rappen über Metal, euphorischer Drum’n’Bass, surrende Westcoast-Klänge, poppige Balladen – längst hat Romano seinen eigenen Sound kreiert. Am Freitag veröffentlicht er sein neues Album „Körper“, das er am 11. März im Tower Musikclub vorstellt.
Moin Romano! Nur noch kurze Zeit bis zum Album-Release und wenige Tage bis Tourstart. Erwischen wir dich gerade in Berlin-Köpenick, oder wo treibst du dich zurzeit rum?
Ja, ich sitze gerade am Rechner. Neben dem künstlerischen Schaffen bin ich kurz vor dem Albumrelease mit logistischen und organisatorischen Themen beschäftigt: Tourbusse anschauen, Bühnenbauten planen, Setlisten erstellen, neuen Tour-Merch bestellen, Videoteaser und Tourgrafiken abnehmen – um nur einiges zu nennen. Zum Schluss bleibt abends aber meistens noch Zeit für einen guten Film oder eine kleine Meditation.
Musikalische Grenzen sind dir fremd und deine Songs sind von verschiedensten Einflüssen geprägt. In welche Richtung geht es denn grob auf deinem neuen Album „Körper“? Was sticht hervor?
„Körper“ ist ein surreales Hörmärchen. Es wird wieder mehr gerappt… die Beats stammen von meinem Freund und Produzenten Siriusmo. Eckig und kantig: mal Drum’n‘Bass, dann Westcoast-Synthies, elektronisch-abstrakte Hip-Hop-Beats und Gedichte.
Womit hast du dich diesmal textlich auseinandergesetzt?
Ich bespreche einzelne Körperteile – hierbei aber nicht „klassisch“ wie ein Biologielehrer in der Schule. Bei mir bekommen sie einen eigenen Charakter und werden zu Protagonisten. Sie vollbringen Heldentaten, träumen, scheitern, kämpfen, fliegen und werden neu zusammengesetzt. Ein bisschen Till Eulenspiegel, ein bisschen Münchhausen, vielleicht auch etwas Forrest Gump. Das Phantastische bekommt einen großen Raum.
Was ist die größte Herausforderung dabei, Haltung mit Humor zu kombinieren?
Nicht zu verkrampfen und den offenen Blick zu behalten. Naiver Entdecker zu bleiben und nicht den Zeigefinger auf andere zu richten. Im besten Fall werden die Dinge in den Songs nicht immer gleich benannt und lassen den Hörenden genug eigenen Interpretationsspielraum. Vielleicht auch ein Twist, etwas Verstörendes, Absurdes, womit niemand rechnet.
Ein Blick zurück: Du hast vor nicht allzu langer Zeit einige deiner „Klassiker“ neu aufgelegt, darunter auch „Metalkutte“. Das Feature von Tom Warrior hat mich echt verblüfft! Da konntet ihr beide euch doch bestimmt einige kritische Kommentare von engstirnigen Metalfans anhören, oder hat die neue Instrumentalisierung da die Wogen geglättet?
Mhhm, viele waren sehr überrascht über das Feature. Ein Großteil fand es geil, aber natürlich gab es auch Leute, die irgendetwas Negatives zu sagen hatten. Wir beide sind experimentierfreudig und machen das, worauf wir Bock haben. Es war einfach toll, mit einem meiner Lieblingskünstler zusammenzuarbeiten. Da kann man auf Szene-Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen.
Magst du uns vielleicht einen kurzen Abriss geben, wie es zu der Zusammenarbeit kam?
Ich hatte Tom auf den „Metal Hammer Awards“ 2016 kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Er mochte schon damals die Hip-Hop-Version des Songs „Metalkutte“. Zum 10-jährigen Jubiläum meines ersten Albums „Jenseits von Köpenick“ wollte ich etwas ganz Besonderes machen und den Song neu auflegen. Dazu hatte ich meine erste Band „Maladment“ aktiviert. Das Grundgerüst wurde demomäßig neu eingespielt, zeitgleich habe ich Tom über Instagram angeschrieben. Wir hatten seit unserem ersten Treffen keinen Kontakt mehr gehabt. Umso schöner, dass er sich meldete und die Idee großartig fand. Er besuchte mich für eine knappe Woche in Berlin. Wir machten Studioaufnahmen und drehten das Musikvideo in unserem alten Bandproberaum. Neben dem Kreativprozess verbrachten wir auch privat Zeit und haben festgestellt, dass uns viel verbindet. Er ist ein warmherziger und toller Mensch…
Deine Tour steht ja schon in den Startlöchern und du machst am 11. März auch bei uns im Tower Halt. Was können die Fans live erwarten?
Passend zum neuen Album gibt es auch eine neue Bühnenshow. Neben den neuen Songs spielen wir natürlich auch die bekannten Banger. „Metalkutte“ und „Klaps auf den Po“ dürfen nicht fehlen… Ich lasse gerade für die Bühne noch Aufbauten anfertigen. Seid gespannt!
Wenn ich es richtig sehe, ist es dein erstes Gastspiel in Bremen, richtig? Hast du denn irgendwelche Erwartungen an dein Publikum für den Abend?
Nein, schon 2017 hatte ich einen Auftritt im „Tower“ auf meiner damaligen „Copy Shop“-Tour. Ich mag die Location sehr und mit den Fans bringen wir die Hütte wieder zum Kochen.
Was denkst du, wirst du im Tower mehr Kuttenträger, Rap-Enthusiasten oder Schlager-Fans vor dir haben?
Alle dabei: Metaller, Hip-Hopper, Schlagerfans, Klassik-Hörer, Familien mit Kindern.
Die letzten Worte gehören dir. Gibt es noch etwas, das du loswerden möchtest?
Wenn ihr mein neues Album zum ersten Mal hört, nehmt euch etwas Zeit. Holt euch ‘nen Sekt oder ein Bier, macht es euch gemütlich und taucht für ‘ne knappe halbe Stunde in die fabelhafte Körperwelt des Romanos ein. Viel Spaß!
Am 11. März tritt Romano in Bremen im Tower Musikclub auf. Tickets für das Konzert gibt es im Vorverkauf.
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