Warmer Empfang für ein frisch geschlüpftes Küken – Interview mit Oskar von Dramatist

Oskar Brozek ist zuletzt zu der neuen Bremer Band Dramatist dazugestoßen. Bevor am 23. Januar das Debüt-Album "Wasting Words" erscheint, haben wir mit ihm gesprochen.

Oskar Brozek mit Dramatist auf der Breminale 2025 (Foto: Malte Löhmann)

Bremen. Nächste Woche veröffentlicht die neue Bremer Band Dramatist ihr Debütalbum „Wasting Words“. Vier der fünf Künstler musizieren bereits seit 1999 gemeinsam. Zuletzt dazugestoßen ist Oskar Brozek, der mit seinem Solo-Projekt She danced slowly ebenfalls seit einigen Jahren in der Bremer Musikszene aktiv ist. Wir haben mit Oskar darüber gesprochen, wie die Zusammenarbeit zustande gekommen ist, und natürlich über das anstehende Album.

Oskar, wie kam es dazu, dass du Mitglied von Dramatist geworden bist?

Marco hat mich im Sommer 2024 angeschrieben, ob ich mir vorstellen könnte, bei einem neuen Projekt mitzumachen. Wir hatten Jahre davor immer nur flüchtig Kontakt, und wenn man in der Bremer Gastro oder der Musikszene rumhängt wie ich früher, ist man noch mit ein paar Menschen verdrahtet.
So haben wir uns auf einen Kaffee in der Neustadt getroffen, geschnackt und ich habe mir die ungemasterte Version vom Album angehört und hatte direkt Bock, meine Energie in diese Songs zu stecken und sie zum Leben zu erwecken.

Die Band gab es bereits und auch das Album war schon geschrieben und aufgenommen. Wie ist es als Künstler, sich ins „gemachte Nest“ zu legen?

Ich wurde warm wie ein geschlüpftes Küken aufgenommen und habe mich nie fremd gefühlt, auch wenn die anderen vier bereits seit über 20 Jahren zusammen Musik machen. Ich mag es, mich in so eine Situation zu begeben. Man kann nie aufhören, den Kopf und Geist zu öffnen und sich immer wieder in neue Umgebungen anzupassen und diese selbst zu erweitern.

Wie gibst du den aktuellen Dramatist-Songs deinen persönlichen Touch?

Ob wir proben oder live spielen, die Songs sind an mich herangewachsen und ich behandle diese, als wären es meine eigenen. Ich spiele diese so gut ich kann wie auf Platte, gebe aber meinen emotionalen Ausdruck dazu.

Wie wirst du zukünftigen Dramatist-Songs deinen persönlichen Touch geben?

Ich versuche, mich so gut wie es geht harmonisch zu etablieren. Da ich eigentlich Musik für mich selbst mache, ist es eine schöne Herausforderung, gleich vier andere Menschen bei diesem Prozess zu begleiten und dann noch mit drei lauten Gitarren. Ich war immer mehr ein rebellischer, schiefer, ausdrucksvoller Gitarrenspieler und interessiere mich nicht viel für Sounds oder Gitarren, hah! Umso schöner finde ich es jetzt, Teil von dem Ganzen zu sein und immer wieder Sachen zu lernen, zu reflektieren und an sich selbst zu arbeiten.

Du hast früher regelmäßig mit Raum27 Shows auf Indiepop-Festivals gespielt. Mit Dramatist habt ihr letztes Jahr auf dem Wacken Open Air gespielt. Wie unterscheiden sich solche Shows für dich voneinander?

Außer dass man mit anderen Leuten andere Beziehungen und Geschichten miteinander trägt und ich keine Kopfhörer bei Dramatist im Ohr habe, ist alles dasselbe. Jede Show, ob klein oder groß, egal mit wem oder wo, sollte immer so gespielt werden, als wäre morgen das Ende der Welt.

Ihr seid bei Devilduck Records unter Vertrag, die mehr internationale als deutsche Künstler unter Vertrag haben. Wie ist diese Zusammenarbeit und habt ihr schon Kontakt zu den anderen Bands?

Marco und der Rest der Band sind wahrscheinlich schon länger in der Musikszene unterwegs, als ich lebe. Tatsächlich haben wir auf dem Reeperbahn Festival mit Palila und Conscious Pilot gespielt, die auch bei Devil Duck Records sind.

Ihr seid auch bei Amadis, einer Potsdamer Booking-Agentur, die auch mit einer ganzen Reihe deutscher Gitarrenbands zusammenarbeitet. Wie kam es dazu?

Da kann ich nur ein großes Lob an die Band weiterreichen. Die Jungs haben sich um alles gekümmert.

Wie viel Bremen steckt in Dramatist? Haben euch Bremer Bands beeinflusst?

Ich denke, die Einflüsse kommen von überall. Egal, wo man lebt, welche Leute man um sich rum hat, oder was gerade im privaten Leben, oder auf dieser großen Erde passiert: alles ist ein Einfluss und bemalt die Farbe im kreativen Gedanke.

Welche ist deine Bremer Lieblingsband?

Ich würde jetzt natürlich Raum27 sagen, aber das wäre langweilig und Liebe geht trotzdem raus. „Liebling“ finde ich immer schwierig, aber ich mag Vladi Wostok sehr gerne.

Welche ist deine Lieblingsband außerhalb von Bremen?

Ich habe so viele verschiedene Einflüsse und jedes Jahr finde ich eine Band, bei der ich ungesund obsessiv werde. Seit letztem Jahr ist es Tool.

Ihr werdet am 23. Januar, am Tag des Album-Releases, im Eisen Schallplatten auflegen und gar nicht live spielen. Wieso nicht?

Wer weiß, was alles an diesem Tag passiert.

Was habt ihr 2026 sonst noch vor und worauf freust du dich besonders?

Neben Familie und Berufen, so viele schöne Shows wie möglich spielen und das manifestieren, was in den Herzen der fünf Leute in dieser Band schlägt.


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