Liebe und Geschichten im frühherbstlichen Schlachthof

Chuck Ragan von Hot Water Music wird im Herbst solo nach Bremen kommen und ein Konzert im Kulturzentrum Schlachthof spielen

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Foto: pfa

Bremen. Es gab eine Zeit, in der Chuck Ragan ausgebrannt und müde wirkte. Seine Band Hot Water Music pausierte, und auch mit den Soloarbeiten ging es nach einem starken Start nicht mehr richtig voran. Die Bühnen wurden eher kleiner als größer. Doch plötzlich griffen viele andere Punkrock-Musiker:innen zur Akustikgitarre und entdeckten ihre Liebe zu Folk und Country. Gleichzeitig entstanden neue Punkbands. Was sie alle gemeinsam hatten? Nahezu alle nannten Chuck Ragan und Hot Water Music als Inspirationsquelle.

Chuck Ragan war vielleicht nicht der Erste, der Folkmusik mit der rohen Energie von Punk verband, aber sicherlich einer der einflussreichsten Künstler der letzten Jahre. Seitdem ist er unermüdlich auf Tour: erst alleine, dann begleitet von einer kleinen Band und schließlich mit dem Konzept der Revival-Tour, die im Dezember in Hamburg gastiert. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von vier Musiker:innen, die sich gegenseitig bei ihren Songs unterstützen. Ein dreistündiges Musikerlebnis, bei dem der Song – und nicht die einzelne Person – im Mittelpunkt steht. Parallel dazu ist Chuck Ragan mittlerweile auch wieder kontinuierlich mit Hot Water Music unterwegs. Kaum endet eine Tour, beginnt schon die nächste.

Letztes Jahr erschien neben dem viel gelobten Album seiner Band auch Ragans Soloalbum Love & Lore. Die Geschichte hinter diesem Album ist lang: Acht Jahre dauerte die Entstehung. Immer wieder kam die Band dazwischen, auch die Pandemie bremste vieles aus. Doch vergangenes Jahr war es endlich so weit. Im Gegensatz zu den früheren Soloarbeiten bietet Love & Lore einen volleren Bandsound, wobei die Akustikgitarre weiterhin klar im Vordergrund steht.

Bevor Chuck Ragan mit der Revival-Tour im Dezember unsere Nachbarstadt Hamburg besucht, kommt der Sänger zunächst nach Bremen – für das einzige Deutschland-Konzert seiner Solotour. Am 6. September spielt er im Kulturzentrum Schlachthof. Es wird ein Abend, an dem die Musik im Mittelpunkt steht: roh und direkt, zugleich voller Melodien und Leidenschaft. Musik, wie sie vor über 100 Jahren vielleicht einmal gedacht war – als gemeinschaftliches Erlebnis.

Wie das klingen kann?

So!


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