In Flames, Arch Enemy, Soilwork – Giants Of The North

Eine der aktuell größten Touren im Bereich des Metals machte in der Hamburger Sporthalle Halt. Es gab ein atemberaubendes Line-Up mit In Flames, Arch Enemy und Soilwork zu bestaunen. Wir waren für euch dabei, macht euch auf einen Abend gefüllt mit schwedischem Melodic Death gefasst.

Soilwork

Hamburg. Nach dem vorangegangenen Verkehrschaos rund um die Alsterdorfer Sporthalle, inklusive gesperrter Straßen und Parkflächen, kam ich leider erst in der Mitte des Soilwork-Sets in die ausverkaufte Venue. Zu diesem Zeitpunkt stimmten die Helsingborger gerade ihre aktuelle Single „Spirit Of No Return“ an, welche live noch wesentlich fetter, als auf Platte rüberkam. Mit einem satten Sound ging es dann über „Övergivenheten“ und „Death Diviner“ weiter. Auch konnten die sechs Herren auf ein bereits lautstark mitsingendes und abgehendes Publikum blicken, als es mit „The Ride Majestic“ schon in die Zielgeraden ging. Aber auch kein Wunder, wenn allein eine solch renommierte Band wie Soilwork als Opener fungiert. Den Abschluss der Show bildete selbstverständlich „Stalfagel“, welcher durch lautes Mitsingen durchgängig begleitet wurde. Die Schweden konnten auf jeden Fall den Anwesenden gut einheizen und trieben die Laune auf mehr schwedischen Melo-Death weiter nach oben. Für mich ging es aber nun an einen der viel zu überfüllten Getränkestände, denn…

Nach einer knappen halben Stunde Umbaupause fiel endlich das riesige, mit dem „Pure F***ing Metal“-Slogan versehene Banner und Arch Enemy starteten mit „Deceiver Deceiver“ in ihre bis in die Spitzen durchchoreographierte Show. Alissa schmiss sich in alle erdenklichen Posen und lieferte dabei stets stimmlich eine astreine Performance ab. Den ersten Abschnitt des Sets dominierte, wie üblich, das neuere Material seit dem Wechsel am Mikrofon. Aber spätestens mit „My Apocalypse“ brachen alle Dämme und die Leute glitten in Massen über die Menge in den Bühnengraben. Mit „Liars & Thieves“ gab es sogar einen vorab noch nicht bekannten Vorgeschmack auf das 2025 anstehende Release. Und man konnte daran schon erahnen, dass die Truppe dort eine wesentlich härtere Gangart einschlagen wird. Nach einem kurzen Einspieler ging es in das grandiose „As The Pages Burn“. Bei diesem Song kam alles zusammen, was eine gute Show ausmacht. Licht, Sound, Publikum sowie die beeindruckende Bühnendeko trugen dazu bei. Als der Endspurt mit „No Gods, No Masters“, sowie „Nemesis“ eingeläutet wurde, hinterließen die Schweden, angeführt von der kanadischen Frontfrau, keine Gefangenen. Als der Schluss mit „Fields Of Desolation“ vom ersten Album zelebriert wurde war klar, dass es die nachfolgenden In Flames sehr schwer haben würden, an dieses Level heranzukommen. Für mich war es auf jeden Fall das Highlight des Abends.

Nach knappen 45 Minuten Pause ging es an die letzte Band des Abends. In Flames hatten nach der grandiosen Show von Arch Enemy ein hartes Stück Arbeit vor sich, um diese vielleicht noch toppen zu können. Der Sechser startete aber gleich mit dem Hit „Cloud Connected“, gefolgt von dem Brecher „Take This Life“. Mit dieser Combo konnten die Herren auf jeden Fall gleich überzeugen. Getaucht in Neon-LEDs, ging der Ritt weiter durch die musikalische Phase 2010er-Jahre der Band. Nach einer kurzen Ansage von Sänger Anders gab es nun gefühlt das, nach dem sich die anwesende Menge sehnte. Mit „Food For The Gods“ wurde der 90er-Teil des Sets eingeläutet. Sofort wurde ersichtlich, wie weit die Schweden sich doch von ihrem ursprünglichen Sound entfernt haben. Denn hier ging es schon merklich deftiger zu und die Bewegung im Publikum sowie der generelle Vibe in der Halle, wurden spürbar intensiver. Leider wehrte dieser Ausflug nicht allzu lange und nahm mit „Only For The Weak“, bei welchem natürlich die gesamte Halle ins Springen kam, sein Ende. Der dritte Akt wurde mit einem starken Fokus auf das aktuelle Material mit „Meet Your Maker“ begonnen. Abermals änderte sich der Vibe komplett, echt erstaunlich – man könnte meinen, dass dort eine andere Band am Werkeln wäre! Zum Ende der Show wurden aber noch einmal zwei große Hits ausgepackt. Mit „I Am Above“ konnten die Herren schon sehr gut in die Zielgrade einbiegen und mit „My Sweet Shadow“ so oder so nichts falsch machen. Damit beendeten sie nach knapp 80 Minuten ihr Set.

Ich bin dann schnell mein Auto in den zahllosen Seitenstraßen um die Alsterdorfer Sporthalle suchen gegangen und konnte dabei auf einen grandiosen Abend mit einigen Helden des schwedischen Melo-Death zurückblicken, welchen man so schnell nicht vergisst.

 


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