„Hinterland Athletik“ im Tower

Das Rap-Duo Hinterlandgang hat am Donnerstagabend den Auftakt der „Mit kleinen Autos in große Städte“-Tour in Bremen gespielt.

Hinterlandgang

Bremen. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Songs im Jahr 2019 legt das Rap-Duo Hinterlandgang aus Mecklenburg-Vorpommern einen beeindruckenden Output vor. Albert und Pablo haben in dieser kurzen Zeitspanne sechs Alben herausgebracht, das jüngste mit dem Titel „Rosa Mitsubishis“ im März dieses Jahres. Mit Live-Unterstützung von ihrem DJ Denny haben sie den Auftakt ihrer Herbsttour am Donnerstag im Tower Musikclub gespielt. Nachdem sie letztes Jahr auf der Breminale ihre musikalische Visitenkarte in der Stadt gelassen haben, ist der Gig im Tower nun die erste eigene Show in Bremen.

Support gibt es ab 20 Uhr eine halbe Stunde lang von ebenjenem DJ Denny, jedoch weniger als eigener Auftritt, sondern mehr als Remix verschiedener elektronischer Klänge und Drum & Bass-Sounds. Zum Remix von Kraftklubs „Ein Song reicht“ und anderer Stücke wird vereinzelt getanzt, eher wird die Musik aber ähnlich wahrgenommen, wie eben eine Playlist, die vor dem Auftritt läuft. Nach kurzer Pause müssen sich die beiden Jungs von Hinterlandgang nur noch ihre Mikrofone schnappen und können direkt loslegen. Mit dem Opener „Komm zu HLG“ drängen die gut 100 anwesenden Fans in Richtung der Bühne, schnell kommt Stimmung auf zur Rap-Musik, die oft mit elektronischen Beats unterlegt ist.

Schon beim vierten Song „Gästeliste“ nimmt Rapper Pablo die Zeile „Und ich spring von der Bühne in die Crowd“ wörtlich und lässt sich auf die Arme der Besucher*innen fallen. Sein Kompagnon Albert tut es ihm in nächsten Stück auf ähnliche Art und Weise gleich. Im Song „Seit du weg bist“ kommt er zu den Fans in die Mitte und motiviert zu den Zeilen „Wir stehen im Kreis, du schaust mich an“ die ersten Fans zum Springen.

„Kleinstadtfieber“ berichtet wie „Hinterland Athletik“ oder „3. Oktober“ vom Aufwachsen im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern, von täglichen Problemen, Haltung und dem Kampf gegen rechte Strukturen. Die beiden vertreten klare Werte und teilen diese in ihrer Musik. Ihre Stücke sind tiefgehend und textfokussiert, live schaffen sie es dagegen trotz der schweren Themen mit bemerkenswerter Leichtigkeit, ihre Fans zum Tanzen zu bringen. Die beiden machen sich täglich stark gegen Faschismus – und das heißt auch: sich immer wieder gegenseitig aufbauen und allen Leuten Kraft geben, die sich engagieren – davon handelt „Vorpommern bleibt Kampfsport“.

Pablo und Albert kennen sich ihr Leben lang und auch Denny schon seit Schulzeiten. Mit 18 Jahren fangen sie zusammen an, Musik zu machen – der allererste Song hieß damals „Hinterland“ und ein Sample aus diesem ist nun im Refrain von „Hinterland Pt. III“ zu hören. Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend verarbeiten sie im nach dem Fluss benannten Song „Tollense“. Ganz neu im Set ist „Halt mich fest“, der Song feiert beim Tourauftakt einen Live-Premiere und lässt die Fans laut mitsingen. Nach 45 Minuten geht die Hinterlandgang etwas überraschend schon das erste Mal von der Bühne, kommt aber noch für fünf Zugaben zurück.

Zum Outro springen die beiden zum Feiern direkt zwischen die Fans und bahnen sich von da aus direkt den Weg zum Merch-Stand. Umarmungen auf der Bühne, High Fives und Sprechchöre – es ist trotz der oft schweren Themen in jeder Sekunde ersichtlich, wie unglaublich viel Spaß die beiden Freunde an dem haben, was sie gemeinsam tun und erleben dürfen.

Seht euch hier unsere Konzertfotos an:

 


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