Allegaeon + Gorod – „Tech It Easy“-Tour 2026

Im Lux Hannover gab es letzte Woche einen Stop der besonderen Art. Die Tech-Death-Schwergewichte von Allegaeon touren gerade zusammen mit den Genre-Urgesteinen von Gorod. Unterstützt werden sie dabei von den Newcomern Halysis.

Allegaeon

Hannover. Den Opener machten an diesen Abend pünktlich um 19:30 Uhr die Finnen von Halysis. Blitzschnell feuerten die vier jungen Herren ihren sehr modernen, fast in den Metalcore abdriftenden, Melodic-Death in den zu dem Zeitpunkt knapp zur Hälfte gefüllten Laden. Rasend schnelle und komplexe Riffs wechselten sich mit hoch melodischen Refrains ab, welche die Besucher schon fast in Power-Metal-Gefilde entführten. Die Vier gaben in ihrem 30 Minuten andauernden Set fast ausschließlich Material von ihrer vor kurzem erschienenen EP „Of Static Slumber“ zum Besten und konnten damit, trotz der frühen Startzeit, ordentlich Sympathiepunkte beim Publikum sammeln. Auf jeden Fall ein Act, den man im Auge behalten sollte!

Nach 15 Minuten Umbaupause ging es auch schon an den Co-Headliner des Tages. Gorod aus Frankreich schraubten sofort die Geschwindigkeit und Komplexität der Riffs in ungeahnte Höhen. Die fünf Herren starteten gleich mit ihrem Hit „Bekhten’s Curse“ in ihr Set. Erst noch ein wenig verhalten, dann aber schnell akzeptierend, welches Gewitter auf sie einprasselte, gaben sich die Anwesenden der Band hin. Die Franzosen zogen gekonnt ihren Stiefel durch und hackten unerbittlich ihren Tech-Death Song für Song von der Bühne. Als die Truppe Stücke ihrer aktuellen Scheibe „The Ember Gone“ aus dem Köcher zogen, schmolz das Publikum aber hin. Kein Wunder, da das aktuelle Material wesentlich zugänglicher daherkommt und zeitweise sogar an Gojira oder gar Opeth erinnert. Weiter ging es mit dem Brecher „The Orb“, hier öffnete sich nun der erste Pit der Show. Beeindruckend komplexe und technisch ausgeklügelte Songstrukturen kehrten aber zugleich wieder und jeder, der seine Gitarrenriffs gerne mit dem Taschenrechner geschrieben bekommt, kam nun vollends auf seine Kosten. Erbarmungslos preschten Gorod weiter und nach einem kurzen Einspieler und dem Song „Remains“ ging es auch schon in den Endspurt. Die Anwesenden wurden abermals angefeuert zu den vertrackten Songs, sofern dies überhaupt möglich war, nochmal ihr Bestes zu geben. Zum Abschluss gab es dann das grandiose „Disavow Your God“ serviert und nach circa 75 Minuten trat kurzzeitig Ruhe im Club ein.

Nun stand mit Allegaeon der unangefochtene Chef im Ring. Die fünf Herren aus Colorado traten das Gaspedal nun komplett aufs Bodenblech und der kleine Club drehte völlig frei. Die Temperatur im Lux stieg sofort auf ein wenig ertragbares Level, während die Anwesenden sich immer weiter Richtung Bühne drängten. In einer ohrenbetäubenden Lautstärke bolzten die fünf Amerikaner zu Beginn gleich ihren Brecher „The Swarm“ vom aktuellen Album „The Ossuary Lens“. Sänger Ezra gab alles, während seine Jungs mit schnellen Fingern die wildesten Riffs auf ihr Griffbrett zauberten. Gleichzeitig wuchs das Publikum zu einer sich bewegenden Masse zusammen. Zu meiner Verwunderung glitten während des grandios performten „Of Beasts And Worms“ einige Crowdsurfer durch den Club – bei der geringen Deckenhöhe stellte ein Wunder dar, dass keiner der Surfer mit dem Gesicht die Decke küsste. Im Anschluss stimmten die melodischen Tech-Deather den Oberkracher „Wake Circling Above“ an, welcher mit seinem epischen, clean gesungenen Refrain die Kehlen der Besucher an die Grenzen der Belastbarkeit führte. Ab nun bahnte sich das Ende des Sets an und die Band heizte den knapp 100 Besuchern noch einmal  mit „1.618“ ein. Das Publikum kratzte die letzten Kräfte zusammen und gab alles, bis die Amerikaner ebenfalls nach knappen 75 Minuten unter lautem Applaus die Bühne verließen.

 


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