The Halo Effect – Volles Haus und Charteinstieg

Die schwedischen Melodeather von The Halo Effect haben wieder nach Hamburg geladen. Dieses Mal mit einer Headliner-Show in der Markhalle. Mit dabei waren die Industrial Metal-Ikonen von Pain, sowie die Finnen von Bloodred Hourglass als Support.

The Halo Effect

Bremen. Es ging wieder einmal nach Hamburg! Als ich gerade noch rechtzeitig zu den ersten Tönen von Bloodred Hourglass die Markthalle betrat, wurde einem sofort bewusst, dass der Laden heute an seiner Kapazitätsgrenze agiert. Es ist in der Regel ja schon ungewöhnlich, dass zum Opener die Bude bis zum Anschlag gefüllt ist, vielleicht war es den Anwesenden draußen zu kalt, oder es spricht für die Qualität des Openers. Und da würde ich bei BRHG definitiv zum Zweiten tendierten. Denn das, was die sechs Finnen gleich zu Beginn abgeliefert haben, war schon beachtlich. Mit einem super Sound drückten die Jungs sofort los und peitschten ihren melodischen Deathmetal in die Menge. Soundtechnisch würde ich die Truppe irgendwo zwischen Kalmah und Soilwork zu seinen besten Zeiten einsortieren… Ist aber auch egal wonach sie klingen, denn die Jungs haben richtig Stimmung in ihrem knapp 40 Minuten langen Set gemacht. Auch wenn die Finnen schon sechs Alben auf dem Markt haben, hatte ich mich leider noch nie so richtig mit ihnen beschäftigt. Das wird sich nach diesem Auftritt auf jeden Fall ändern!

Nach einer kurzen Umbaupause standen dann die „Special Guests“ des Abends auf der Bühne. Pain starteten leider mit einem sehr dünnen, schneidenden und viel zu lauten Sound in ihr Set, sodass ich erst einmal ein paar Schritte nach hinten gehen musste, um nicht halb taub zu werden. Das sollte zum Glück nach ein paar Songs behoben sein, drückte zu Beginn aber ein wenig die Stimmung. Denn mit Pain steht das Nebenprojekt der Deathmetal-Legende Peter Tägtgren (Hypocrisy) auf der Bühne. Die Band könnte aber nicht ferner des Deathmetals sein. Die vier Schweden wandeln irgendwo zwischen Industrial Metal und sehr eingängigem und tanzbarem Rock. Highlights der Show waren auf jeden Fall das exzellent performte „Suicide Machine“, „The Great Pretender“ und „Same Old Song“. Bei „Party In My Head“ gab einen kurzen Kostümwechsel, sodass Tägtgren und seine Mitstreiter nun neben Jonny Depp in „Fear And Loathing in Las Vegas“ hätten Platz nehmen können. Die üblichen Wasserballspielchen durften dabei natürlich auch nicht fehlen. Den Abschluss des Sets bildete dann „Shut Your Mouth“, welcher durch sein ikonisches Intro schon im Vorfeld angekündigt wurde und durch alle Anwesenden ordentlich gefeiert wurde.

Nun ging es aber an den Chef im Ring! In dichten Nebel gehüllt und mit tief grünem Licht bestrahlt, enterten The Halo Effect die Bühne. Sofort schien die Stimmung nochmal um zehn Ebenen gestiegen zu sein, als die neuen Könige des Göteburgsounds mit Brechern wie „Feel What I Believe“, oder „In Broken Trust“ loslegten. Dem geneigten Leser muss ich hier wohl nicht mehr erklären, dass mit The Halo Effect die meisten Member von In Flames und Mikael Stanne von Dark Tranquillity auf der Bühne stehen. Daher war der Umstand, das an diesem Abend auch der Charteinstieg des aktuellen Albums „March Of The Unheard“ gefeiert wurde, nicht verwunderlich. Die Stimmung der Band war aufgrund dessen am Siedepunkt, und das überträgt sich natürlich auf das Publikum. Durchgängig gab es im vorderen Bühnenbereich einen, für die geringe Größe der Venue, ordentlichen Pit und alte wie neue Songs wurden lauthals mitgebrüllt. Ab der knappen Hälfte des Sets wurde das Gaspedal noch ein wenig mehr durchgedrückt, denn ab diesem Zeitpunkt lag der Fokus auf Songs des Debütalbums. Da saß das Publikum natürlich wesentlich fester im Sattel, als bei den Stücken des erst wenige Tage alten Nachfolgers. Eine Person nach der anderen glitt nun über die Absperrung in den Graben zwischen Publikum und Bühne. Nach einer kurzen Künstlerpause ging es dann zum Ende der knapp 70 Minuten langen Show, wo The Halo Effect nochmal ihre größte Single „Shadowminds“ in Gänze zelebrierten. Einfach ein grandioser Abschluss für eine grandiose Show! The Halo Effect konnten schon letztes Jahr als Support von Meshuggah überzeugen. Hier könnt ihr den Artikel noch einmal nachlesen. An diesem Abend konnten sie auf jeden Fall auf voller Linie überzeugen und locker ihre Vorgängertruppen in die Tasche stecken.

 


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