Meshuggah + The Halo Effect + Mantar – Bremen oder doch Hamburg?

Am 12. März beehrte uns eines der Tour-Highlights des Jahres. Die Schweden von Meshuggah waren mit ihren Kollegen von The Halo Effect in der Großen Freiheit 36. Mit dabei waren neben Mantar auch wir, um euch einen kleinen Eindruck der Show zu geben.

Foto: K2 Agency

Hamburg. Als ich gegen 18.45h in die ausverkaufte Große Freiheit kam, war kaum noch ein Quadratzentimeter Platz zu ergattern. Schon zum Beginn des Abends schienen alle Besucher den Weg auf die Reeperbahn gefunden zu haben, denn pünktlich um 19.00h legten Mantar los. Von dichtem Nebel umgeben, waren die beiden nur schemenhaft zu erahnen. Dieses sollte sich auch für das knapp 35 Minuten lange Set nicht ändern. Umso mehr konnte man sich dann auf den brutalen Hassbatzen konzentrieren, welcher mit solidem Sound den Anwesenden um die Ohren gehauen wurde. Strange war der Anblick trotzdem, da man das Duo eher in Headlinerposition gewohnt ist. Der beengte Bewegungsspielraum zwischen den Setups der nachfolgenden Bands war schon ersichtlich. Nichtsdestotrotz haben die beiden sehr gut abgeliefert. Songs wie „Hang ´em low“ gehen einfach nach vorne. Abschluss war dann natürlich der Band-Hit: „Era Borealis“. Einziger Minuspunkt für mich war, dass Sänger Hanno die Band als Hamburger vorstellte. Ich finde das sollte einmal ausführlich bei einem entspannten Tankstellenbier ausdiskutiert werden.

Nach einer kurzen Pause kam dann auch schon The Halo Effect. Wem dieser Name noch kein Begriff sein sollte, hier sind keinesfalls Jungspunde unterwegs, sondern „alte Hasen“ des Melodeath. Es sind größtenteils ehemalige Mitglieder von In Flames am Werk. Musikalisch fährt das Göteburger Gespann auch in ähnlichen Fahrwassern wie die Ursprungskapelle zu ihrer Schaffensphase Ende der 90er. Dass diese Spielart keinesfalls altbacken wirkt, zeigen Songs wie z.B. der Opener „Days of the Lost“. Mit viel Spielfreude zocken sich die vier Musiker um Sänger Mikael Stanne (Dark Tranquility) durch die knapp 50 Minuten Spielzeit. Dass auch selbst erfahrenen Musikern Missgeschicke passieren können, wurde beim Song „Feel what I believe“ ersichtlich. Denn in diesem kam die Band mal so gar nicht auf einen Nenner, sodass nach ein paar Sekunden musikalischem Kauderwelsch, der Song abgebrochen, neu begonnen und erneut abgebrochen wurde. Dieses wurde professionell mit einem Joke kommentiert und weiter im Set fortgefahren. Mal den kleinen Patzer beiseite gelassen, zeigt The Halo Effect dass sie noch ganz Großes vorhaben. Ich bin schon sehr auf den Nachfolger des Debüts von 2022 gespannt.

Nun wurde es vor der Bühne gefühlt noch enger und einige Grad wärmer, denn jetzt ging es an den Headliner des Abends. Meshuggah legten gleich mit dem Song „Broken Cog“ vom aktuellen Album los. Der Sound war ab der ersten Sekunde brachial. Die Band stand statisch, von hinten beleuchtet, in einem Gewitter aus Strobo-Lichtern. Diese wurden exakt auf die Rhythmik passend geschaltet. Schon einmal ein eindrucksvoller Start in eine Show. Wer das schwedische Paket schon einmal sehen durfte, weiß wovon ich spreche. Meshuggah glänzen einfach durch ihre mächtigen Riffs, statt durch ausgefallenes Stageacting, oder sogar Ansagen. So ließ ich mich einfach vom Rhythmus durch das 60 Minuten kurze Set tragen. Als sich die Band still und heimlich von der Bühne verziehen wollte, schrien die Anwesenden nach mehr. Natürlich auch, weil die beiden Brecher „Demiruge“ und „Bleed“ fehlten. Dieser Wunsch wurde dem Publikum natürlich erfüllt. Belohnt wurde die Band mit einem gewaltigem Moshpit zu „Bleed“, welcher den gesamten Laden einnahm. Eindrucksvoll, dass die Leute nach einem Abend mit drei hervorragenden Bands, in den letzten Minuten noch einmal eine solche Power mobilisieren konnten. Danach wurden die Leute gegen 22.30h in die Hamburger Nacht entlassen. Auch ich zahlte die viel zu hohen Parkgebühren und machte mich auf den Weg zurück.

 


Mehr Beiträge aus" Musik" zur Startseite

Meshuggah + The Halo Effect + Mantar – Bremen oder doch Hamburg? teilen auf: