Alben des Jahres 2024 – von Marius
Alle Jahre wieder gibt es natürlich unsere Zusammenfassung der besten Alben. Den Anfang heute macht Marius!

Bremen. Man, Man, Man… wie schnell doch das Jahr vergangen ist und nun ist es schon wieder Zeit für meine Top 10 Alben des Jahres. Auch wenn es zwischenzeitlich schien, dass 2024 ein relativ schwaches Jahr werden wird, hatte ich im Nachgang doch meine Schwierigkeiten, mich auf nur zehn Alben festzulegen. Hier seht ihr nun die Platten, welche bei mir dieses Jahr schwer auf dem Teller lagen. Viel Spaß!
Platz 10: Deathrite – Flames Licking Fever
Auf den letzten Metern haben Deathrite aus Dresden noch die Norweger Blood Red Throne bei mir überholt. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die crustige, Black´n´Roll Mischung so dermaßen nach vorne geht. Für diejenigen, welchen die Kapelle noch nichts sagt, ich würde diese grob als Mantars kleinen, hässlichen Bruder beschreiben. Ähnlich räudig und hasserfüllt kommt die Scheibe um die Ecke und fährt einem geradeaus ins Ohr. Sehr geiles Teil!
Platz 9: Cypecore – Make Me Real
An neunter Stelle haben wir das aktuelle Release der Mannheimer Melo-Deather von Cypecore. Ganz anders als viele anderen ihrer Kollegen gehen Cypecore super modern an ihren Sound heran. Gefühlt kommt „Make Me Real“ stellenweise wesentlich gefälliger und „poppiger“ um die Ecke, als noch die vier Vorgänger. Dieser Faktor schadet dem Album aber keinesfalls, denn die Songs drücken durch die vielen Industrialpassagen und die gewohnte Stakkato-Spielweise immer noch ordentlich.
Platz 8: Devin Townsend – PowerNerd
Wenn einer der talentiertesten Künstler überhaupt eine neue Scheibe auf den Markt bringt, kann diese natürlich nur in meiner Top 10 Liste landen. Problem dabei ist nur, dieser Künstler ist Devin Townsend. Wer sich auch nur ein wenig mit diesem Charakter auseinandergesetzt hat weiß, dass dieser keine leichte Kost serviert. Hier kann einen alles erwarten, von epochalen Refrains, Geballer, Ambient, über elektronische Dancebeats. Gerne auch alles in einem Song unter dem Gewand des Prog-Metals gehüllt. Für mich sind seine Outputs immer ein Highlight, welche aufgrund ihrer wirklich freakigen Herangehensweise aber erst immer ein wenig „reifen“ müssen, danach hauen diese aber umso mehr rein. Genauso verhält es sich auch wieder mit PowerNerd, aber verdienter achter Platz!
Platz 7: Cemetery Skyline – Northern Gothic
Kommen wir zum nächsten Platz. Bei Cemetery Skyline handelt es sich um ein Sideproject um die Herren Stanne, Vanhala, Kallio und Brandt. Diese sollten aber eher für ihre Hauptprojekte „Dark Tranquillity“, „Insommnium“, „Amorphis“ und „Dimmu Borgir“ bekannt sein. Und diese Vielzahl an Einflüssen sind auf dem Album auch definitiv hörbar – unter dem Faktor, dass es sich hier nicht um melodischen Black/Death Metal handelt, sondern um soliden Gothic-Rock. Diese Mischung mit einem großen Schluck Typ O Negative erklärt ganz gut das Debüt von Cemetery Skyline. Anspieltipps sind auf jeden Fall „When Silence Speaks“, „Behind The Lie“ und die Single „Violent Storm“.
Platz 6: Swallow The Sun – Shining
Wenn es um den Song des Jahres gehen würde, wäre MeloncHoly auf jeden Fall bei mir ganz weit vorne. Der melancholische Post-Metal der Finnen eignet sich hervorragend um endlose Autobahnkilometer im grauen Nieselregen abzuspulen. Shining geht einfach unter die Haut und trifft einen auf einer komplett anderen Ebene, als die restlichen Plätze dieser Liste. Ein Album für die weniger schönen Stunden, welche man dann aber in vollen Zügen „genießen“ kann.
Platz 5: Neckbreakker – Within The Viscera
Nachdem die jungen Dänen schon zu Beginn des Jahres, noch unter ihrem alten Namen „Nakkeknaekker“, als Support von Crypta mächtig abgeliefert haben, war ich sehr auf den ersten Output auf einem großen Label gespannt. Und die Jungspunde haben echt nicht enttäuscht! Auf „Within The Viscera“ gibt es sehr geil gezockten 90er-Deathmetal, bei welchem an den richtigen Stellen moderne Passagen eigestreut werden. Getoppt wird das Ganze von einer Spielfreude, welche man dieses Jahr selten gesehen oder gehört hat.
Platz 4: Hiraes – Dorment
Ein weiterer Kandidat welcher, für mich, dieses Jahr unverhofft zu einem Dauerbrenner wurde. Natürlich muss man hier die großen Arch Enemy, allein wegen des gleichen Genres und der Tatsache das beide Bands mit einer grandiosen Frontfrau glänzen können, nennen. Hiraes gehen aber wesentlich rabiater an die Nummer heran, sodass hier erfrischende musikalische Unterschiede erkennbar sind. Wem also beim großen Vorbild das gewisse Etwas fehlt, wird mit dem aktuellen Hiraes-Album sicherlich große Freude haben.
Platz 3: Dark Tranquillity – Endtime Signals
Und nun hat sich Herr Stanne ein zweites Mal auf diese Liste geschlichen. Aber ich konnte den neuesten Output einer meiner Lieblingsbands natürlich hier nicht auslassen. Mit „Endtime Signals“ haben die Herren wieder einmal bewiesen, dass sie zu den ganz Großen des Göteburger Melo-Death gehören. Im Gegensatz zu den letzten beiden Outputs, gehen die Schweden dieses Mal wieder ein bisschen härter zur Sache, ohne dabei die melancholischen Charakteristiken der Vorgänger beiseite zu schieben. Reinhören solltet ihr auf jeden Fall bei „Not Nothing“ und „The Last Imagination“.
Platz 2: The Black Dahlia Murder – Servitude
Man, war ich gespannt als die Band nach dem tragischen Tod von Trevor Strnad ein neues Album angekündigt hatte! Nun am Gesang Gitarrist und Gründungsmitglied Brain Eschbach. Aber als die ersten Livevideos durch Internet schwebten, wurde ich etwas lockerer, ob die Band ohne ihren ikonischen Sänger noch irgendeine musikalische Relevanz hätte. Auch stellte der Auftritt der Detroiter Deather auf dem diesjährigen Reload Festival ein wahres Highlight für mich dar. Da war dann das im September erschienene Album eigentlich nur noch eine Selbstverständlichkeit. „Servitude“ ballert in alter Manier à la „Miasma“ (zweites Album von TBDM) durch, ohne dabei verstaubt oder nach Schema F geschrieben zu wirken. Einfach ein geiles The Black Dahlia Murder Album vom Anfang bis zum Schluss!
Platz 1: Gatecreeper – Dark Superstition
Was für einen Brecher haben Gatecreeper denn da dieses Jahr abgeliefert?! Wesentlich strukturierter und schon fast ekelhaft eingängig (im positiven Sinne) kommt „Dark Superstition“ daher. Wo auf den letzten Veröffentlichungen noch ganz klar eine Obituary-mäßige Gangart zu hören war, wurden nun breitere Einflüsse zugelassen und so gekonnt in den traditionellen Florida-Death eingewebt, dass ich dies nur selten auf einen solch hohen Level gehört habe. Die Anleihen von 70’s-Rock, Sludge und vielen mehr stehen den Jungs aus Arizona tierisch gut. Gewürzt wird das ganze mit dem altbekannten HM-2 Sound. Über allem steht dabei der Song „Black Curtain“. Meine ganz klare No.1 aus 2024!
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