Black Plastic schließt Ende 2026
Der Plattenladen Black Plastic im Bremer Viertel in der Nähe der Sielwallkreuzung muss sein Ende ankündigen. Aber vielleicht geht es in veränderter Form weiter?

Bremen. Ihr kennt das! Ihr schlendert in den Plattenladen und wollt nur stöbern. Aber die Auswahl ist zu gut. Und die so liebenswerten Menschen hinterm Tresen haben auch immer einen Tipp parat. Hier – in diesem Plattenladen Black Plastic am Eck in Bremen – wird mit Leidenschaft, mit Herzblut, mit viel Musikwissen und stets ausgezeichnetem Geschmack über Vinyl gefachsimpelt. Marc kennt so ziemlich jedes Album oder hatte es zumindest schon einmal in der Hand. Guido überredet dich nicht nur zum Plattenkauf, sondern auch noch zur nächsten Runde „Take it or break it“ im Eisen. Und wenn einer der beiden Gründer des Bremer Ladens doch einmal eine musikalische Wissenslücke haben sollte, steht da eben Olly. Spätestens er weiß weiter. Nerds, Musikfreaks, gute Typen.
Was alle drei verbindet: Gespräche sind immer bereichernd, freundlich, witzig und schön. Es ist eine Freude, mit ihnen ihre Leidenschaft zu teilen. Mit ihnen über Musik zu diskutieren oder einfach nur einen Kaffee zu trinken. Was sie nicht im Laden haben, bestellen oder besorgen sie. In den Plattenregalen stehen die alten Sammlerstücke neben den Neuerscheinungen – wer hier sucht, findet etwas. Vielleicht nicht das, wonach er gesucht hat, dafür aber etwas, was guttut, was er braucht. Toll.
Doch damit soll nun Schluss sein. Zum Ende des Jahres wird Black Plastic in Bremen den Laden schließen. Die Macher der Black-Plastic-Hauptfiliale in Dortmund haben entschieden, die Dependance in Bremen nicht weiterzuführen.
Unter den Besucher:innen, Freund:innen und Liebhaber:innen des Ladens sorgt das in zahlreichen Kommentaren für Trauer, Frust und Unverständnis. Aber es bleibt auch ein bisschen Hoffnung.
Im einem Statement auf der Instragram- und der Facebook-Seite heißt es:
„Zum Ende des Jahres wird sich Black Plastic aus Bremen verabschieden. Diese Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen. Unser kleiner Laden am Dobben 69 hat gut funktioniert und wurde von euch großartig angenommen und ist über die Jahre zu viel mehr geworden als einem Plattenladen. Trotzdem haben wir uns – auch aus wirtschaftlichen Gründen – entschieden, Black Plastic künftig wieder auf Dortmund zu konzentrieren. Wir denken an all die Platten, Gespräche, Begegnungen, Konzerte, Lesungen und vieles mehr, was auf diesen 30qm passiert ist. Ihr habt den Laden über die Jahre besucht, unterstützt, mit Leben gefüllt – und uns zum Lachen und manchmal auch zum Ausrasten gebracht. DANKE dafür. Ohne euch wäre Black Plastic Bremen nicht zu dem geworden, was es war. Wir werden euch vermissen. Und wir würden uns freuen, wenn wir uns in veränderter Form in 2027 wiedersehen könnten – sprecht uns gerne mit Fragen und Ideen an. Bis zum 30.12.2026 sind wir noch da – gerne, voller Energie und natürlich mit schönen Neuerscheinungen und top gebrauchten Schallplatten. Mit einer Träne im Knopfloch sagen wir: Danke für die gemeinsame Zeit. Adieu, Bremen.“
Hoffnung macht dieser eine Satz: „Und wir würden uns freuen, wenn wir uns in veränderter Form in 2027 wiedersehen könnten“. Einig sind sich zienlich viele Menschen: Das darf nicht das Ende sein. Vor welchem Plattenladen sollen sonst Bands wie Dramatist ihre Album-Release-Show (Foto) bei Minusgraden im Januar spielen?
Bilder hat der Fotograf Thorsten „Todde“ Finner gemacht – schaut euch auch seine Bilder auf seinem Instagram-Profil an.
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