Schnörkelloser Rock – Wolfmother im Kulturzentrum Schlachthof

Treibend, laut und kraftvoll: Die australische Stoner-Rock-Band hat gestern Abend in Bremen gespielt.

Wolfmother (Foto: jk)

Bremen. Wer braucht schon eine große Bühnenshow mit viel TamTam, wenn er handgemachte, mitreißende Rockmusik haben kann? Die australische Rockband Wolfmother war am Donnerstagabend zu Gast im Schlachthof und hat bewiesen, dass es nicht viel braucht, um die Kesselhalle zum Brodeln zu bringen.

An diesem lauen Sommerabend stehen viele der Besucher*innen vor Beginn der Show draußen und beginnen den Abend mit einem kühlen Getränk. Drinnen geht es pünktlich direkt in die Vollen: Schnörkellos und ohne Support startet die Band um Frontmann Andrew Stockdale in den Abend. Bei ihrem Bühnenbild verzichten sie auf sämtliche Accessoires. Nicht einmal ein Backdrop mit dem Bandnamen hängt hinter ihnen – nur drei Musiker und ihre Instrumente bringen die Kesselhalle zum Brodeln.

Mit dem Opener Dimensions und dem darauf folgenden White Unicorn legen sie ein treibendes Fundament. Den nächsten Song leitet Stockdale mit der Frage an das Publikum, wie das Wort Woman im Deutschen laute: Wow! Klar! Und dann geht es weiter: Treibend, laut und kraftvoll. Die Zuschauer*innen sind aufgewärmt und starten den ersten Moshpit.

Ab diesem Moment ist es der perfekte Donnerstagabend, wie ihn nur die Kesselhalle erschaffen kann. Die Band tut, wofür sie bereits seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums im Jahr 2005 bekannt ist. Sie lässt die Musik sprechen und erzeugt mit der schreienden Gitarre, den treibenden Drums und dem alles zusammenhaltenden Bass ein Gefühl, als hätten drei Freunde von nebenan ihr Garagentor hochgelassen und laden die ganze Straße dazu ein dabei zuzusehen, wie sie gemeinsam mit der Musik verschmelzen. Gekrönt durch Stockdales markante Stimme, die auf den Rhythmen zu tanzen scheint. Die Besucher*innen erledigen den Rest und feiern die Drei mit dem verdienten Applaus und einem Dauer-Moshpit. Ein Abend, an dem Bremen wieder einmal seine Herzlichkeit unter Beweis stellt.

Es folgen die Songs Apple Tree, Midnight Train, Pyramid, Mind’s Eye, das bekannte New Moon Rising, California Queen, Feelin Love, Vagabond, Where Eagles Have Been und Colossal.

Den Abschluss der Setlist bildet das beliebte Joker And The Thief. Der Song bringt das ohnehin schon glückliche Publikum noch einmal zum Jubeln und Mitsingen.

Die Band verlässt die Bühne und lässt die Kesselhalle in freudigem Jubel zurück, um dann für Victorious zurückzukehren. Nur um danach wieder zu gehen und dann doch noch ein letztes Mal zurückzukehren und den Abend sichtlich freudig mit Love Train zu beschließen.

Ein runder Abend, an dem die Rockmusik in ihrer Echtheit im Mittelpunkt steht und beweist, dass die Welt sie nicht vergessen hat. Dass es nicht viel mehr braucht, als die pure Energie eines Trios aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, gepaart mit der Liebe zur Musik, die sich auf das Publikum überträgt und die Zeit in der Kesselhalle für einen Moment wieder einmal still steht.

Seht euch hier unsere Konzertfotos an:

 


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