Rivers Of Nihil – Großes Kino im kleinen Ort
Die amerikanische Technical-Deathmetal-Band Rivers Of Nihil spielte vergangene Woche eine ihrer wenigen Headliner-Shows im Gulfhaus in Vechta. Neben den schwedischen Melodic-Deathern von Fimbul Winter waren wir auch für euch am Start.

Vechta. Pünktlich um 20:00 Uhr startete mit Fimbul Winter der heutige Support. Der melodische Deathmetal der schwedischen Truppe lockte die Anwesenden von Beginn an vor die Bühne. Kein Wunder, denn bei Fimbul Winter sind unter anderen ehemalige Mitglieder von Amon Amarth am Werk. Auf die Ohren gab es fast ausschließlich Songs der aktuellen EP „What Once Was“ aus dem vergangenen Jahr. Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, hier und dort Referenzen zu ihrer ehemaligen Truppe zu ziehen und so gab es das ein oder andere Cover ihrer ehemaligen Haupttruppe. Nach knappen 35 Minuten bogen die Schweden solide, aber relativ ereignislos in die Zielgerade ein.
Nach einer blitzschnellen Umbaupause standen die heutigen Headliner auf der Bühne. Rivers Of Nihil starteten sogleich druckvoll mit ihrem selbstbetitelten Song in den Abend. Direkt stieg die Temperatur im kleinen Backsteinhaus spürbar und die Anwesenden schoben sich unaufhaltsam Richtung Bühne. Grandios ging der Ritt nun über ein Doppelpack vom Album „Where Owls Know My Name“, bis mit „American Death“ der erste Brecher des Abends angestimmt wurde. Ab hier gab es nun kein Halten mehr! Vor der Bühne ging mächtig die Post ab, während die Anwesenden unentwegt von Sänger Adam Biggs angestachelt wurden. Jede Facette der technisch anspruchsvollen Musik der Amerikaner saß auf den Punkt. Seien es die mit cleaner Gitarre und Saxophon untermalten ruhigen Passagen, über „Sing-Along-Refrains“, bis hin zu mit Blast Beats gepflasterten Deathmetal-Riffs. Weiter ging es im mit neuerem Material gespickten Set der aus Pennsylvania stammenden Truppe. Kein Wunder nach dem großen Line-Up-Wechsel, in dem die Band ihren Sänger und ihren Gitarristen ziehenlassen musste. Ersetzt wurden beide Mitglieder mit dem Übertalent Andy Thomas, welcher nicht nur seine außergewöhnlichen Songwriting-Künste, sondern auch seine einmalige Stimme bei Rivers Of Nihil nun voll ausleben kann. Mit dem Intro zu „Water & Time“ ging es in den Endspurt des Abends. Es ist jedes Mal episch, das Doppelpack aus dem vorher genannten Song und dem Kracher „House Of Light“ live zu erleben. Praktisch stellen die beiden Songs eine Einheit dar, sodass sie auch mit einer konsistenten Bildsprache in Videoform gegossen wurden. Ein grandioser Abschluss des mit einer knappen Stunde doch recht kurzen Sets der Amerikaner. Dass die Anwesenden nach diesem beeindruckenden Schauspiel noch nicht genug von den Tech-Deathern hatten, versteht sich dann von selbst. Nach einer kurzen Pause bretterten die Herren noch ihren Hit „Where Owls Know My Name“ hinterher. Hier wurde selbstverständlich noch einmal das Gaspedal aufs Bodenblech gedrückt. Mit klingelnden Ohren ging es nach einer erstklassigen, aber leider viel zu kurzen Show zurück auf die Landstraße Richtung Heimat.
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