Reload Festival 2025 – Unsere Eindrücke vom Samstag
Kommen wir zum letzten Teil unserer Reihe an Berichten vom Reload Festival 2025. Am Festival-Samstag standen u.a. While She Sleeps, I Prevail und die Donots auf der Bühne.

Bremen. Starten wir den letzten Tag des Reloads mit einer ordentlichen Portion Hardcore/Rap, Rise Of The Northstar zerlegen in strahlender Mittagssonne die Mainstage. Was die Pariser zu dieser frühen Stunde auf die Bühne zaubern, ließ sich echt sehen! Der Rap-Metal war genau das, was die Zuschauer am dritten Festivaltag benötigt haben. Der Bühnenbereich war außerordentlich gut gefüllt und es flogen Fäuste, Körper und etliche Getränkebecher über die Köpfe hinweg. Besonders voran ging es bei „Neo Paris“, welcher nach knapp 40 Minuten den Schlussspurt einläutete.
Nun ging es rüber zur kleineren Plaza Stage zu Crypta, wo die vier Brasilianerinnen Oldschool-Deathmetal servierten. Ohne lange Umstände zu machen, wurde gleich mit „The Other Side Of Anger“ losgebolzt. Leider hatten die Ladys zu Beginn etwas mit technischen Problemen zu kämpfen, sodass teilweise die PA komplett aussetzte und nur noch das rohe Schlagzeug zu hören war. Dies wurde aber gekonnt überspielt und ohne Pause weitergemacht. Als dann wohl wieder alle Stecker am richtigen Platz waren, drückte der Sound umso mehr. Fauchend und Grimassen schneidend, heizte Sängerin Fernanda die Anwesenden immer mehr an, sodass im vorderen Bühnenbereich ordentlich Bewegung herrschte. Auch Hut ab an Helena Nagagata, welche die vor kurzem aus der Band ausgestiegene Jéssica di Falchi an der Gitarre ersetzte. Als letzten Song gab es natürlich den Hit der Band „From The Ashes“. Hier ging es noch einmal besonders ab und schloss die gute Zeit mit den südamerikanischen Damen perfekt ab.
Nach der vollen Kelle an südamerikanischem Metal, ging es nun in den Norden des Kontinents. Die Metalcorer von Fit For A King betraten die Hauptbühne. Der moderne Metalcore der Texaner wurde immer wieder von ausgedehnten, cleanen Passagen unterbrochen, was der ganzen Sache eine gewisse Abwechslung in dem doch relativ konformen Genre gab. Auch boten die Worship-Passagen einen hohen Mitsingfaktor – der christliche Core stellte einen krassen Kontrast zum vorangegangen Deathmetal dar. Beendet wurde das knapp 40 Minuten lange Set natürlich mit „When Everything Means Nothing“.
Nachdem der Tag schon Hardcore, Deathmetal und Metalcore zu bieten hatte, ging es nun mit einer Portion Punkrock und den Donots weiter. Ich hatte erst damit gerechnet, dass die doch recht poppige Ausrichtung der Band nicht auf die größte Resonanz beim Publikum treffen würde. Aber da lag ich wohl falsch. Die Herren aus Ibbenbühren kamen fabelhaft an und es wurde getanzt, gemosht und etliche Crowdsurfer schwebten über die Menge. Klar, denn die Donots feuerten eine energiegeladene Show in die Nachmittagssonne und einen großartigen Song nach den anderen ab. „Calling“, „Stop The Clocks“, oder das grandiose „Twisted Sister“-Cover von „We’re Not Gonna Take It“. Alle gingen runter wie Öl und haben eine wundervolle Zeit beschert.
Eines vorweg! Während ich diesen Artikel tippe, wurde der Tod von Mastodons Gründungsmitglied Brent Hinds bekanntgegeben. Dieser war zwar kurz vor dem Gig in Sulingen aus der Band ausgetreten, hat diese aber dennoch von Beginn an geprägt. RIP!
Als nächstes waren Mastodon auf der Hauptbühne an der Reihe. Leider ohne Brent Hinds, dafür übernahm Nick Johnsten die Klampfe bei den Progressive-Metallern. Mit einem massiven Sound drückten die Amerikaner gleich Songs wie „The Motherload“, „Crystal Skull“, oder „Tread Lightly“ in die anwesende Menge. Außergewöhnlich tight wurden die komplexen Kompositionen abgefeuert und Brent Hinds Gesangspassagen ausgewogen auf Drummer Brann Dailor und Basser Troy Sanders verteilt. Highlight der Show war natürlich der Schlussspurt mit „Blood And Thunder“ und einem obligatorischen „Black Sabbath“-Cover.
Nach den ganzen ausufernden, progressiven Songs war es nun Zeit für stumpfen Deathmetal. Auf der Plaza Stage standen Kataklysm parat. Oder eher gesagt nicht, denn die Kanadier standen im Stau und begannen ihr Set mit knapp 20 Minuten Verspätung. Leider schien die Zeit für einen ordentlichen Soundcheck auch nicht mehr drin gewesen zu sein, denn das was von der Bühne schallte, wäre mit Matsch noch nett beschrieben. Sichtlich angepisst wurden kurz die Hits wie „The Black Sheep“, „Underneath The Scars“ und „Narcissist“ heruntergerödelt und dann war auch schon Schluss. Leider sehr enttäuschend, aber was soll man machen!
Egal! Wieder bei der Mainstage angekommen legten zugleich schon While She Sleeps los. Energiegeladen sprang die Truppe um Sänger Lawrence über die Bretter. Durchgängig glitten Crowdsurfer über die Menge, Pits wohin das Auge sah und spätestens bei „Antisocial“ brachen alle Dämme. Als dann die Combo aus „Four Walls“ und „Silence Speaks“ angestimmt wurde, brach ein riesiger Funkenregen über die Truppe hinweg, sodass man in den vordersten Reihen schon fast in Deckung gehen musste. Langsam aber sicher ging es dann in den Endspurt der atemberaubenden Show. Abgeschlossen wurde diese mit dem Überhit der Engländer, „Sleeps Society“. Es war echt Wahnsinn mit anzusehen, wie die Truppe sich über die Jahre immer weiter gesteigert hat und dieses Jahr schließlich im Co-Headliner-Slot angekommen ist. Der Drops ist aber noch nicht gelutscht, die Jungs haben das Potenzial, noch weiter oben im Line-Up zu stehen.
Das Festival abschließen durften anschließend I Prevail. Zum Einstand gab es gleich das Taylor Swift Cover von „Blank Space“, um noch die letzte Energie aus den müden Knochen zu ziehen. Auf hohem Niveau, aber doch für einen Headliner relativ ereignislos, erstreckte sich die Mitte des Sets. Aber das kann auch nur mein Eindruck sein. Mehr Bewegung sah man dann wieder beim Doppelpack aus „Rain“ und „Into Hell“, wo auch die ersten Flammen gezündet wurden. Weiter ging es mit „Gasoline“ und man merkte, dass noch ein bisschen Kraft bei den Anwesenden übrig war. Abgeschlossen wurde die Show mit „Hurricane“.
Kaputt, aber mit guter Laune, ging es noch ein letztes Mal durch das mit Banner „See You Next Year“ geschmückte Eingangsportal. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. See You Next Year!
Seht euch hier unsere Festivalbilder des dritten Tages an:
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