Reload Festival 2025 – Unsere Eindrücke vom Donnerstag

Das Reload Festival gehört mittlerweile zu einem festen Termin für uns, so natürlich auch dieses Jahr. Hier nun unsere Eindrücke des Donnerstages.

Reload Festival 2025. Foto: Jüstel

Sulingen. Nach einer wirklich stressvollen Anreise am Mittwoch, welche uns „nur“ insgesamt knappe neun Stunden gekostet hat, ging an diesem Abend natürlich nur noch sehr wenig, sodass wir Donnerstagvormittag nutzten, um das restliche Camp für das Wochenende herzurichten. Bei dem Verkehrsmanagement am Anreisetag haben die Veranstalter definitiv noch Bedarf an Verbesserungen!  

Los ging es dann für uns auf der Plaza Stage mit Dope. Die Amerikaner legten leider mit knappen 15 Minuten Verspätung los. Grund dahinter war, dass die Nu-Metaler mit einem Aushilfsgitarristen auf der Bühne standen. Dieser war aber kein geringerer als Koichi Fukuda von Static-X. Das gab natürlich einen schönen Vorgeschmack auf deren Set am späteren Abend. Auch sollte es mittlerweile kein Geheimnis mehr sein, dass das Edsel Dope unter der Maske bei Static-X am Gesang ist. Leider merkte man sichtlich, dass dies wahrscheinlich auch der Grund war, weshalb Dope mit im Line-Up standen. Denn das knapp 25 Minuten lange Set plätscherte leider ereignislos vor sich hin und wurde auch nur mit mäßigen Publikumsreaktionen belohnt.

Als nächstes standen Finntroll aus Helsinki auf der Plaza Stage. Leider merkte man von Beginn an, dass die Finnen mit ihrem Folk-Metal etwas deplatziert auf dem doch sehr modern ausgerichteten Festival-Line-Up wirkten. Auch wenn die vier Herren eine gute Show ablieferten, sprang der Funke zum Publikum nicht sonderlich über, auch der etwas matschige Sound spielte ihnen leider nicht in die Karten. Schade! 

Aber nun flott rüber ins Zelt, denn da zockten schon die Alternative-Rocker von Below Zero. Trotz der überschaubaren Besucheranzahl haben die beiden Jungs aus Bremen Vollgas gegeben. Wie die Herren das geschafft haben, war mir ein Wunder, denn im Zelt herrschten gefühlte 40°C bei -10% Sauerstoffanteil. Nichtsdestotrotz eine super Show! Besonderes Highlight war der Teaser der neuen Single „Too Blind To See“.

Weiter ging es nun auf der Impericon Mainstage. Hier durften The Butcher Sisters die imposante Bühne einweihen. Mit einem astreinen Sound starteten die Mannheimer in ihre krude Mischung aus Deutsch-Rap und Hardcore mit Blödelfaktor. Songs wie „Bauchtasche“, „Bierdurst“ und „Baggersee“ machen einfach gute Laune und so sah es auch das anwesende Publikum. Die ersten Pits wurden gestartet und man konnte die ersten Zuschauer über die Menge in den Bühnengraben gleiten sehen. Leider fehlte mein persönlicher Favorit „Aperol“ auf der Setliste, aber was soll’s. Ein grandioser Start für die Hauptbühne!

Nun ging’s wieder rüber zur Plaza Stage zu Kublai Khan TX. Ellenbogen ausgepackt und rein ins Hardcore-Getümmel. Mann, ging hier die Post ab! Spätestens bei zweiten Song „Theory Of Mind“ blieb kein Stein auf dem anderen. Alle erdenklichen Körperteile flogen durch die Luft, Moshpits und Crowdsurfer wohin das Auge blickte. Dies sollte die restlichen 30 Minuten auch nicht abebben. Lange nicht mehr so eine mitreißende Hardcore-Show gesehen!

Nach einer kurzen Pause, welche durch lange Laufwege zum Camp etwas länger wurde, habe ich leider Obituary verpasst. Mist! So ging es nun auf der Mainstage mit Static-X weiter. Nachdem wir heute Mittag ja schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen haben, war ich umso mehr auf die eigentliche Show gespannt. Bis auf die mit roten LED-Augen ausgestattete Maske des Sängers, welche an eine Cyborg-Version des verstorbenen Wayne Static erinnerte, herrschte Dunkelheit auf der Bühne. Der Sound machte den Haydays der Nu-Metal-Band alle Ehre und Songs wie „Wisconsin Death Trip“, „Fix“, oder „Cannibal“ gingen ordentlich nach vorne. Leider mit wenig Ansagen oder Stageacting ausgestattet, schritt die Show voran. Das muss natürlich auch nicht unbedingt immer sein, wenn man die Musik für sich sprechen lassen kann. Weiter ging die Reise dann über „I Am“, „Cold“ und „I’m With Stupid“, bis die rasante Show dann vom Kracher „Push It“ gekrönt wurde. 

Kommen wir nun zu meinem persönlichen Highlight des Tages! Auf der Impericon Mainstage standen Trivium in den Startlöchern. Die vier Herren aus Florida peitschten sogleich mit einem monströsen Sound los und stiegen gleich mit wahren Brechern in ihr Headliner-Set ein. Die Reise ging zum Start über „Pull Harder On The Strings Of Your Martyr“ und „Catastrophist“ zu „Until The World Goes Cold“. Es war erstaunlich, mit welcher Energie Trivium an die Sache herangingen und das Publikum buchstäblich mit dem kleinen Finger kontrollierten. Zwischendurch wurde ein kurzes „Master Of Puppets“-Cover eingeschoben, bei welchem selbst Metallica Schwierigkeiten hätten, den Song in dieser Qualität zu spielen. Einfach Wahnsinn! Weiter ging es mit „A Gunshot To The Head of Trepidation“ und einem neuen Song vom noch nicht veröffentlichen Album. Auf jeden Fall war „Bury Me With My Screams“ ein guter Vorgeschmack und hat schon die Vorfreude auf den nächsten Output geschürt. Nachdem bei „In Waves“ natürlich das gesamte Publikum zur Verdichtung des Bühnenvorplatzes beigetragen hatte, ging es in den Schlussspurt des Sets. Die Amerikaner gaben bei Songs wie „The Heart From Your Hate“ und „Down From the Sky“ noch einmal alles, bis die grandiose Show fulminant mit „The Sin And The Sentence“ endete. Es war schon eindrucksvoll eine Band zu sehen, welche live so energiegeladen und mit einer solch hohen spielerischen Präzision agiert. Ganz klar zählt diese Show zu einer der Besten, welche ich jemals miterleben durfte. Ganz großes Kino und eine schwere Bank für alle nachfolgenden Bands des Festivals.

Immer noch geflasht ging es nun zum Abschluss des Tages zurück zur Plaza Stage. Hier standen Fear Factory in den Startlöchern. Wie ich schon in unseren Empfehlungen beschrieben habe, habe ich mich ebenfalls tierisch auf die Industrial-/ Groove-Metal-Pioniere gefreut, besonders mit dem neuen Mann am Mikro, Milo Silvestro. Und dieser hat keinesfalls enttäuscht. Die Herren aus Los Angeles bretterten zu Beginn gleich mit „Shock“ und „Linchpin“ los. Energiegeladen und spielfreudig gaben sich die Vier und im Bereich vor „kleinen“ Bühne wurde es von Minute zu Minute merklich enger. „Archetype“ gehört nicht nur zu einem meiner Alltime-Favorite-Songs, sondern wurde dieses Mal mit einer makellosen Performance gekrönt. Jeder Song wurde lautstark mitgesungen, ein Crowdsurfer nach dem anderen glitt über die Menge, so hätte ich Fear Factory gerne in den letzten Jahren gesehen. Gegipfelt ist die Show dann im mächtigen „Edgecrusher“, welcher noch mit Backing Vocals vom Static-X-Bassisten Tony Campos unterstützt wurde, welcher früher ebenfalls für Fear Factory die tiefen Saiten zupfte. Ein grandioser Abschluss des ersten Festivaltages, welcher einen nun glücklich zurück zum Campground und ins Bett gleiten ließ. 

Seht euch hier unsere Festivalbilder des ersten Tages an:

 


Mehr Beiträge aus" Festivals" zur Startseite

Reload Festival 2025 – Unsere Eindrücke vom Donnerstag teilen auf: