Moscow Death Brigade – Die Crossover-Maskenmänner
Am vergangenen Mittwoch machte die russische Hip-Hop-Gruppe „Moscow Death Brigade“ im gemütlichen Magazinkeller Halt. Mit im Gepäck hatten sie ihre aktuelle Scheibe „Radio Hope“ sowie allerhand Klassiker.

Bremen. Bei wunderschönem Wetter ging es in Richtung Schlachthof. Hier tummelte sich schon eine beachtliche Meute aus den unterschiedlichsten alternativen Kreisen vor dem Eingang zum kleinen Magazinkeller, um dem abgedrehten Stilmix der Russen von Moscow Death Brigade zu lauschen. Knapp 30 Minuten nachdem sich die Türen öffneten, dröhnten auch schon die ersten Beats aus dem Keller. Also flott hinein, denn MDB bestritten den Abend ungewöhnlicherweise ohne Supports. Der Magazinkeller war aber ab Beginn an gut gefüllt und mit dem ersten Song startete sogleich der Moshpit, welcher die gesamte Show nicht klein zu kriegen sein sollte. Musikalisch lieferten die drei mit Skimasken vermummten Musiker eine wilde Mischung aus an Cypress Hill oder Beastie Boys erinnernden Rap, mit von Metal bis Drum and Bass unterlegten Samples. Durchweg den Underground, sowie die „Hardcore-Unity“ preisend, pflügten die beiden MCs durch das Set. Abwechselnd auf russisch oder auf englisch. Hier konnte man leicht erahnen, wer unter den Skimasken stecken könnte. Ich lass einfach mal den Namen „Siberian Meat Grinder“ im Raum stehen. Als mit „It’s Us“ einer der Brecher des Trios angestimmt wurde, war kein Halten mehr. Der an Suicidal Tendencies erinnerdende Track ließ es von Minute zu Minute wärmer im Keller werden. Hier und da tropfte es wieder auch einmal von der Decke, sodass man in alter Johnny Depp Manier seinen Becher mit der flachen Hand verschießen musste. Mit dem Knaller „Brother And Sisterhood“ stand der Club kopf. Es flogen Arme, Beine und aufblasbare Krokodile durch den Raum. Leider ging es dann auch schon langsam auf die Zielgerade und die Truppe stimmte nach einer knappen Stunde ihren Rausschmeißer „Papers Please“ an. Hier wurde noch einmal die letzte Energie der Anwesenden mobilisiert, bevor die Meute schon um 21.30h wieder vor die Tür gesetzt wurde.
Auf jeden Fall konnten die drei an dem Abend alle Anwesenden glücklich machen. Als einziges Manko muss ich aber den Preis von 30 Euro für nur eine Band mit einer knappen Stunde Spielzeit anführen. Auch wenn man den „Underground“ supporten möchte, war das eine saftige Ansage. Die Jungs waren aber ihr Geld wert und ich habe mich dann gut gelaunt auf den Heimweg gemacht.
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