Helge Schneider – Ellebogen vom Tich!
Gleich zwei Abende in folge gab dich einer der kultigsten Entertainer unserer Zeit die Ehre im großen Saal der Glocke. Mit dem aktuellen Program „Ellbogen vom Tich!“ Lässt Helge Schneider gewohnt die Grenzen von Comedy, Musik und Improvisation verschmelzen. Wir waren am zweiten Abend dabei.

Bremen. Auch an seinem zweiten Abend hieß es „volles Haus“ im großen Saal der Glocke. Pünktlich um 20.00h betrat der Kult-Komiker, begleitet von seiner dreiköpfigen Band und seinem persönlichen Pfefferminztee-Reicher, die Bühne. Schon mit den ersten Tönen hatte der Mülheimer Entertainer die Gunst des Publikums auf seiner Seite. Stetig zwischen Piano, Saxophon und diversen anderen Instrumenten wechselnd lief Schneider zu Hochtouren auf. Flankiert von tönenden Gelächter wurde eine absurde Anekdote nach der nächsten abgefeuert. Zeitweise waren die Lacher nicht nur auf der Seite des Publikums, sondern musste sich das Multitalent auch zwischenzeitlich sehr zusammenreißen, um nicht komplett aus der Rolle zu fallen und die Show aufrecht zu halten. Zwar wirkten hier und dort einige Witze ein wenig aus der Zeit gefallen und altbacken, aber mit über 70 Jahren auf dem Buckel sei es ihm verziehen! Dafür zündeten andere Jokes umso mehr. Munter improvisierte sich das Quartett weiter durch den Abend und mit jeder weiteren Nummer wurde das musikalische Talent der Herren ersichtlich. Denn all den Klamauk beiseite gelassen, stand hier eine hochprofessionelle und top eingespielte Jazz-Combo auf der Bühne, welche ihr Handwerk verstand und zu begeistern wusste. Nach einer knappen Stunde verabschiedete sich die Band in eine kurze Pause, um 15 Minuten später und frisch in die zweite Hälfte des Abends zu starten. Diese Begann mit einer ausschweifenden Anekdote, welche Schneider von einem Besuch am Amazonas, über Goethe und Schiller, zu seiner Kindheit im Ruhrgebiet, zurück in den Urwald brachte. Diese hatte natürlich überhaupt nichts mit den folgenden Stücken zu tun. Stattdessen gab den Lobgesang auf das Käsebrot. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Rest der Show noch mehr wie ein großes, durchgängiges Musikstück aufgebaut. Gespickt mit musikalisch unterlegten Comedy- Einlagen, Solopassagen der Musiker, absurden Pfefferminztee-Breaks und unzähligen skurrilen Einlagen. Nachdem Helge fulminant die restlichen Bandmitglieder vorgestellt hatte wurde es anschließend ruhig. Nur mit einer klassischen Gitarre bewaffnet bestritt er die letzten Minuten der Show allein. Natürlich durfte auch hier der ein, oder andere Lacher nicht fehlen, dennoch wurde eine bedachtere Stimmung erzeugt. Nach insgesamt etwas mehr als 90 Minuten verließ der Ausnahmekünstler schließlich, begleitet durch Standing Ovation die Bühne und verabschiedete sich herzlich bei allen Anwesenden.
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