Gemeinschaftliche Glücksgefühle

Ihre 2025er-Tour haben Leoniden mit Support der britischen Rockband Congratulations letzte Woche im Bremer Modernes eröffnet.

Foto: Jörg Kröger

Bremen. Mitten im letzten Sommer haben Leoniden ihr viertes Studioalbum „Sophisticated Sad Songs“ veröffentlicht. Nach einer Mini-Clubtour und einer Herbsttour durch größere Hallen, hat die fünfköpfige Band nun ihre 2025er-Tour im Bremer Modernes gestartet. Die Besucher*innen erlebten einen vielfältigen, abwechslungsreichen Abend mit den spielstarken Kielern.

Als Support-Act legt die britische Band Congratulations aus Brighton los – wie so viele Bands aus dem englischen Küstenort mit spielstarkem Garage-Rock. Dank einheitlich weißer Oberteile sowie Hosen in den vier Farben gelb, rot, grün und blau wirkt das Quartett sofort wie eine Einheit – nicht nur musikalisch. An den Instrumenten geht es durchaus härter zur Sache, stimmlich streuen sie platzierte Screams und auch mal elektronische Elemente ein. In ihrem halbstündigen Set präsentiert die Band um Sängerin Leah Stanhope eine hohe Bandbreite an Songs und hinterlässt bei vielen Anwesenden einen starken Eindruck. Als sich die Musiker*innen zum Schlagzeug-Solo auf den Boden werfen, haben sie die Bremer Leoniden-Fans endgültig in ihren Bann gezogen.

Wenn sich die Leoniden für ein Konzert ankündigen, ist keine Aufwärmphase erforderlich. Bereits im Intro versetzen senkrechte Nebenkanonen die Bühne in ein stimmungsvolles Bild, der erste Refrain ist gleichzeitig der Zeitpunkt für den ersten großen Moshpit, Konfettischlagen fliegen über die Köpfe der Besucher*innen und Pyrofontänen an der Bühnenkante lassen im Outro ordentlich Funken fliegen. Abgesehen von der Musik gibt es schon in den ersten drei Minuten genug Programm für ein ganzes Konzert. Die Energie der Leoniden ist ansteckend und überträgt sich sofort auf das Publikum. Die Stimmung ist ausgelassen und positiv aufgeheizt, es wird gesprungen und laut mitgesungen – ein Schleier der Euphorie liegt über dem Modernes und ein gemeinschaftliches Glücksgefühl macht sich breit.

Dutzende Individuen verknäulen sich im Moshpit zu einer springenden Masse. Gitarrist Lennart Eicke lässt sein Instrument immer wieder zirkulieren, alle Bandmitglieder*innen sind nahezu pausenlos in Bewegung. Songs aller vier Studioalbum schaffen es auf die Setliste – der Schwerpunkt liegt auf den neuesten beiden Werken, zudem schaffen es die beliebtesten älteren Stücke ins Programm. Während des Konzerts der Leoniden fällt besonders die beeindruckende Lichtshow ins Auge. Eine fette Wand aus Lichtspots im Hintergrund und verzerrte Spiegel davor schaffen eine eindrucksvolle Atmosphäre.

Auch nach zehn gemeinsamen Bandjahren ist die Gruppe um Sänger Jakob Amr verspielt wie am ersten Tag. Immer wieder mischen sich lange instrumentale Parts, improvisierte Jams und keine Anspielungen, z.B. an „Smells Like Teen Spirit“ ins Set. Ruhig und intim wird es im Verlauf eines wilden Konzerts zwischendurch, als sich der Frontmann inmitten des Publikums an sein weißes Klavier setzt und solo „Blue Hour“ anstimmt. In Lagerfeuerstimmung folgt ein „Wonderwall“-Cover und wo im Sommer noch „Pyrotechnik“ gesungen wurde, wird nun augenzwinkernd „Schau mal herein“ von Helene Fischer und Florian Silbereisen angestimmt.

Zum Ende des regulären Sets spielen Leoniden mit „1990“ und „L.O.V.E.“ zwei ihrer beliebtesten Songs. Die Zugabe wird mit Akustik-Gitarre und „A Million Heartbreak Songs“ eröffnet, bevor bei „Nevermind“ und „Remote“ wieder volle Bandaction angesagt ist. Abschließend bildet sich nochmal ein großer Kreis, in den Jakob sich mit seiner Percussion wirft und crowdsurfend zur Bühne zurückkehrt. „Kids“ beschließt letztlich einen intensiven Tourauftakt im Bremer Modernes.

Seht euch hier unsere Konzertfotos an:

 


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