Fuffifufzich „feel zu spät“ im Schlachthof

Die Sängerin kommt mit ihrem neuen Album im Herbst erneut auf Tour und tritt mit Band in Bremen auf.

Foto: Klara Johanna Michel

Bremen. Als Fuffifufzich das erste Mal auftrat, 2021 war das, und die Volksbühne binnen Minuten ausverkauft, widersetzten sich einige Fans der Schwerkraft. Und was nachts für Freibäder gilt, zeigte sich da, das gilt auch für Konzerte: Klettern Menschen über Zäune, um noch hineinzukommen, brennt sich alles Folgende in das Großhirn ein – und der Soundtrack ins kollektive Gedächtnis.

Fuffifufzich lässt sich weder auf eine Sprache noch auf ein Genre festnageln. Ein bisschen, als wären fünf Browsertabs zu einem verschmolzen: Aus dem einen raunt Rap, aus dem anderen ein Falco und dann schmiegt sich noch Vicky Leandros ins Ohr. Oder war das Paff Meisi? Am ehesten vielleicht so: ein dreamy, steamy Synthe-Pop, der mal sphärisch einsickert und mal Cloudschlager ist, mal unter der Bettdecke flüstert oder dann vom Baugerüst schreit. Fuffifufzich singt und spricht, mal dada, mal gaga, weil das Leben zu wichtig ist, um es immer ernst zu nehmen. Vor allem dann, wenn es um Fuffifufzichs Fachgebiet geht: die Liebe.

Seit der ersten Single „Heartbreakerei“ ist viel passiert: ein gleichnamiges Album, zwei ausverkaufte Tourneen. Fuffifufzich trat auf der Fusion auf, spielte den Festsaal Kreuzberg und die Kulturbrauerei voll. Bald tauchten die Songtexte in Schultoiletten, bald auf S-Bahnen auf. Sie wurden unter treue Haut gestochen und in Romanen gedruckt. Fuffi, wie ihre Fans sie auch nennen, war zu Gast im Podcast des Zeitmagazins und kuratierte einen Abend auf radioeins. Vor der größten LED-Leinwand Europas wiederum drehte Fuffifufzich ein Video für das Projekt „Reeperbahnfestival Collide“.

Um die Person hinter der Künstlerin ranken indes Sagen. Fuffifufzich, zitiert etwa der Musikexpress, wurde 2018 geboren und zwar mit Sonnenbrille im Gesicht. Fragt man Fuffi selbst, gibt Fuffi zu Protokoll: „Fuffifufzich ist ein Italo-Western und eine verschneite Straße in Berlin, ist eine kleine Maus und eine Queen.“ Ihre Texte schreibt Fuffifufzich selbst, die Lieder produziert sie gemeinsam mit Johannes Aue (Milliarden). Auf der Bühne hypnotisiert dieser hinter dem Keyboard und zu seiner Linken: Laura Landergott (Ja, Panik), die den Bass Mal für Mal spielt, als erwecke sie ihn gleich zum Leben. Das zweite Album „Feel zu spät“ von Fuffifufzich ist im Januar 2025 erschienen.

Am 30. Oktober tritt Fuffifufzich in Bremen im Kulturzentrum Schlachthof auf. Tickets für das Konzert gibt es im Vorverkauf.

 


Mehr Beiträge aus" Musik" zur Startseite

Fuffifufzich „feel zu spät“ im Schlachthof teilen auf: