Fuck you! I‘m with Mörser!

Die Bremer Grindcore-Legenden Mörser fräsen in der Friese das vorweihnachtliche Oberstübchen durch.

Mörser. Foto: Teddy Holzen

Bremen. Endlich. Die Bremer Grindcore-Ikonen von „Mörser“ gaben sich nach erfolgreicher Japan-Tour am vergangenen Samstag nun auch in ihrer Heimatstadt die Ehre. Pünktlich um 20 Uhr öffneten sich dazu die Türen der altehrwürdigen „Friese“. Rechtzeitig angekündigt standen bereits die ersten Zuschauer gut dreißig Minuten vor Einlass auf den Bürgersteigen, um sich einen Platz in der eher kompakten Konzertlokalität zu sichern. Die Auswahl der Venue war sicher kein Zufall, schließlich fand die Band hier vor gut 30 Jahren ihre Geburtsstunde.

Nach den ersten freundschaftlichen Gesprächen bei gewohnten Kaltgetränken und Plünderung des Merchstandes zogen gegen 21:30 Uhr „Thriller“ auf die Bühne. Die Leipziger Jungs waren an diesem Abend leider die einzige Begleitung für Mörser, da die ebenfalls eingeplanten Trigger (Glauchau) krankheitsbedingt absagen mussten. Dennoch heizten „Thriller“ in einem kurzatmigen 18-Minuten-Set wie ein panischer Albtraum einmal komplett durchs Friesengebälk. Das Bremer Publikum honorierte die Leipziger Power-Violence-Wand mit viel Applaus und respektvollen Mienen.

Für das richtige Klima war also bereits gesorgt und so ging es nun für die Bremer Helden in den Ring, welche ohne Vorwarnung ihren Opener „Heart beats“ mit Akribie und brachialer Energie auf den Punkt Richtung Publikum wüten. Anschließend wurden Songs quer durch die Mörser-Discographie wie „Blitz“, „Fed by the dark“, „Winter“, „Lichtschalter“, „Kirchgang“ und natürlich „Thank you for leaving“ in die Bühnenbretter der Friese gebrannt. Unveröffentlichtes Material wie „Scientific paper“ brechen ebenso heftig über das Bremer Publikum herein, wie auch die Covernummern „Narrow minded criterial“ von Systral und „Attempted“ von ACME. Beste Stimmung, sogar zum „Mitsingen“!

Mörser haben mit ihrer aktuellen Bühnenpräsenz definitiv nichts von ihrer Power und ihrer Garstigkeit aus alten Tagen verloren. Beeindruckend. Nach gut siebzig Minuten folgt der musikalischen Sturmflut wieder Ebbe und das „Heimspiel“ der Grindcore-Legenden ist (leider) beendet.

Fazit: Genau das richtige Setting und Timing um sich mit „Kettensäge und Axt“ nochmal schön das vorweihnachtliche Oberstübchen durchfräsen zu lassen. Mörserisch!

 


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