Die (Geheim)-Tipps für die Breminale 2025

Verschiedene Favoriten und Geheimtipps aus der HB-People-Redaktion für das Kulturfestival am Osterdeich

Breminale 2024, Foto: Pascal Faltermann

Bremen. Morgen startet die Breminale am Osterdeich – fünf Tage lang gibt es auf mehr als zehn Bühnen ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm. Neben bekannten Namen wie Picture This und Marlo Grosshardt gibt es überall Geheimtipps und persönliche Favoriten zu entdecken – hier kommen ausgewählte Empfehlungen aus der HB-People-Redaktion:

Maltes Tipp: Traumatin – Mittwoch um 22:00 Uhr in der Schleuse

Traumatin bringt bittersüße Melancholie auf die Breminale – und sorgt mit Liveband für eine Extraportion Druck. Die Songs von Fabsi Cremanns aus Bremen, die auf Platte eher zurückgenommen und atmosphärisch klingen und an weitere NNDW-Größen wie Edwin Rosen erinnern, entfalten live eine rohe, direkte Energie. Doch nicht nur live, auch im Studio emanzipiert sich der aktuelle Sound zunehmend vom NNDW-Genre. Der neue Song „waers besser“, Vorbote der zweiten EP, schlägt ebenfalls eine deutlich rockigere Richtung ein. Auf der im letzten Jahr erschienenen EP „Galerie“ arbeitete Traumatin noch mit den Produzenten Fabian Isaak Langer (u.a. AnnenMayKantereit und FIBEL) und Dennis Borger (u.a. FIBEL, TEMMIS und Betterov) zusammen. Für Fans von düster-schönem Indie ist der Auftritt am Mittwochabend in der Schleuse ein Pflichttermin.

Pascals Tipp: Mariybu – Samstag um 23:30 Uhr im Lichtluftbad

Fette Bässe, Fotzenrap und Feminismus – wenn die Berliner Rapperin, Producerin und Hyperpop-Künstlerin Mariybu auf die Bühne steigt, knallt es aus den Boxen. Sie mischt Rap mit House, Trance oder Techno. Das alles wird beschrieben als Hyperpop. Und die Texte? Eine kleine Kostprobe: „Beim Vorbeigeh′n fass ich ihm an den Arsch, seine Hose war so eng, das heißt, dass ich das darf. Er sagt: „Das hier ist mein Körper.“ Ich sag‘: „Aber meine Choice. Das Leben ist kein Ponyhof und du bist halt ein Boy“ (Aus dem Song „Kein Ponyhof“). Sie gilt als empowerndes Rolemodel und hat sich weit über die queere Szene hinaus einen Namen gemacht. Das sollte man gesehen haben.

Marcels Tipp: Lawn Chair – Samstag um 21:00 Uhr in der Schleuse

Mit ihrem fesselnden Genre-Mix hat sich die Indie-Band in den letzten drei Jahren einen Namen in der Musikszene gemacht. Post-punkige Klänge, kompromisslos trockene Gitarrenriffs, poppige Basslines und treibende Synthesizer – mit Songs ihres kommenden Debütalbums „You Want It! You Got It!“ (VÖ: 5. September) im Gepäck, soll die Schleuse am Wochenende zum Schwitzen gebracht werden. In ihren Songs verhandelt die Band um Sängerin und Frontfrau Claudia Schlutius das Leben im Spätkapitalismus, gefangen zwischen Handysucht und toxischer Männlichkeit, zwischen der Sehnsucht nach Erfolg und innerer Ruhe.

Marius‘ Tipp: Dramatist – Samstag um 0:00 Uhr in der Schleuse

Wenn ich mir unseren, wesentlich übersichtlicheren, Timetable der diesjährigen Breminale so anschaue, fällt mir besonders ein Act ins Auge. Dramatist, welche am Samstag von 00:00 bis 01:00 Uhr in der Schleuse spielen werden. Die Band wird lediglich als Alternative/Postcore bezeichnet, hat noch keinen einzigen Song draußen und einen sehr sporadischen Social-Media-Auftrifft – aber mit der Breminale und dem Reeperbahn Festival gleich zwei Brecher zum Start der Live-Aktivitäten abstauben können. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt.

Pascals Tipp: Ebenso Dramatist – Samstag um 0:00 Uhr in der Schleuse

Die Guerilla-Marketing-Kampange läuft schon. Im Viertel und am Osterdeich sind die Aufkleber an jeder Tonne zu finden: Dramatist. Mal Weiß auf Pink, Weiß auf Blau oder Pink auf Weiß. Fast schon dramatisch (ok, schlechter Wortwitz). Dahinter steckt eine neue Postcore- und Alternative-Band. Klingt nach UK. Könnte irgendwo von der englischen Küste sein. Aber wer sich das Bandfoto anschaut, der weiß, dass das bekannte Gesichter aus der Bremer Musikszene sind. Wir wissen natürlich, wer dahintersteckt. Wer forscht, der findet. Kleiner Tipp: der Großteil der Band stand schon immer für große, laute Gitarrenwände. Das, was da jetzt aus den Boxen kommt, ist noch härter, lauter, voluminöser. Das Debütalbum erscheint im Januar über das Label DevilDuck Records. Jetzt bei der Breminale gibt es sozusagen eine Premiere. Die Songs zum ersten Mal auf großer Bühne.

Maltes Tipp: Pixie on Acid – Samstag um 21:30 Uhr auf der MS Dauerwelle

Pixie on Acid ist eine Indie-Rock-Band aus Bremen, die erst letztes Jahr auf dem Radar erschienen ist und bislang zwei Songs auf SoundCloud veröffentlicht hat. Doch die haben es in sich: „Weekend To Weekend“ beeindruckt durch kraftvolle Vocals sowie einen rohen Gitarrensound und geht direkt ins Ohr. Nach Gigs in Bremer Bars und einem Auftritt auf dem HOEG vor zwei Wochen geht es nun also auf die Breminale. Wer auf ehrlichen, unpolierten Indie steht, sollte dieses Konzert auf keinen Fall verpassen. In ein paar Jahren wird man sicherlich auf diesen Gig in kleinen Rahmen zurückschauen und froh sein, dabei gewesen zu sein.

Marcels Tipp: Wezn – Sonntag um 19:30 Uhr in der Schleuse

Abschließend noch ein in Bremen tief verwurzelter Tipp: Wezn sind Paul und Maischa, die sich in Bremen zwischen Raves und Proberaumsessions getroffen und dort ihre gemeinsame Leidenschaft für elektronische Musik entdeckt haben. Die beiden finden seither ihren ganz eigenen Sound in der Welt zwischen Indietronica, Folk, und Pop. Durch die Verwebung von Synthesizer mit akustischen Drums und emotionalen Ohrwurm-Melodien, entführen Wezn in mystische Klangwelten zwischen Minimalismus und Extremen und finden ihren Platz zwischen Vorbildern wie London Grammar, Aurora oder RY X.

 


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