Buntes Kaleidoskop

Electronica Freakness mit ÄTNA. Am Freitag trat das Duo im Lagerhaus auf und der Auftritt glich einem Vulkan. Schlummernde sphärische Klänge abgelöst oder gepaart mit wuchtigen Drums.

Ätna

Bremen. Die Vorbereitung für ÄTNA machte der Support-Act David Bay. Bay, der eigentlich Teil der Band POOL ist, ließ die Leute im Lagerhaus mit seinen welligen, groovigen Beats sich schon mal warm tanzen. Bei der Musik von David Bay kommen diese leichten und sorgenfreien “Old School Disco-Vibes“ rüber, die die Füße zum Wippen und die Knie zum Bouncen bringen.
Seinen Auftritt beendete er, indem er Platz für eine Botschaft seiner Musikerfreundin Maryam.fyi machte. Die iranisch-stämmige Künstlerin wies auf die aktuell anhaltenden Proteste im Iran hin und verlas nur einige der Namen derer, die leider schon bei diesen Protesten ums Leben gekommen sind. Solidarisch zeigend, gingen eine Menge Hände in die Höhe und zeigten das Peace-Zeichen. PEACE!

Smooth übernahmen dann ÄTNA und starteten choral anmutend. Nur um dann gleich darauf ihre coole Kunst und Musik auf die Bühne zu bringen. „Trick by Trick“ bringen Inéz Schaefer und Demian Kappenstein ihre organischen Beats mit weirden Sound- und Stimmeffekten, mit magievollem Gesang und üppigen Rhythmen zusammen.

Der Gesang entfaltet sich ganz unterschiedlich. Mal offen und weit, mal durchdringender Sirenengesang. Mal hymnisch, mal wie kleine Flüsterstimmen, die sich in deinen Kopf schleichen. Aber immer effektvoll eingesetzt. Egal, ob langsam oder schnell, es ist immer ÄTNA. Ihr Stil ist einzigartig, facettenreich wie Musik einfach nur sein kann.

Vielseitig entführen die beiden in verschiedene musikalische Welten. Von atmosphärisch weit weg von der Welt bis hart, roh und geerdet am Boden. Von Drum&Bass bis Untergrundclub, bis hin zu Ähnlichkeiten zu Deichkind. Sowohl musikalisch, als auch visuell.
Die Verrücktheit zeigt sich auch optisch auf der Bühne. Von der Musik gesteuert ein „Weirdo“ mit Laserhänden zu sein oder sich durchschütteln lassen von einem Drumbeat-Solo und auf dem Kopf eine Discokugel und dann einfach glänzen.

Bedächtig und anmutig fließende Bewegungen, vom Rhythmus neue Impulse gebend, wechseln sich mit harten Schlägen ab, die dich auch mal unkontrolliert “off the Beat“ zappeln lassen.
ÄTNA geben sich gegenseitig Raum zu glänzen, Raum, die Vorlieben des anderen zu präsentieren und sich dabei so gut zu ergänzen. Gelegenheiten, die eigene Musik mal abzufeiern und die Freude daran ins Publikum abzufeuern. Ein bisschen freaky muss man schon sein, wenn man ein Konzert von den beiden Musikern besucht.

Diese verrückte Seite entdeckt man spätestens, wenn man ÄTNAs Musik live erlebt.
Sollte es jemals einen Reboot oder eine Neuverfilmung von „Das fünfte Element“ geben, dann müsste Inéz Schaefer die erste Wahl für die Besetzung der Diva Plava Laguna und ÄTNA erste Wahl für den musikalischen Teil dieser Rolle sein.

Seht euch hier unsere Konzertfotos an:


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