Alben des Jahres 2023 – von Freddy

Das Jahr 2023 geht zu Ende und es gab eine Menge neuer Musik. Seht hier meine persönliche Top10 (auch wenn ich mich mit der Reihenfolge der Plätze 2-10 extrem schwer getan habe).

Frank Turner. Foto: pfa

10. Wargasm (UK) – Venom
Seit das britische Duo, vor gut zwei Jahren, die ersten Songs veröffentlicht hat, ist Nu-Metal wieder in aller Munde. Sie bringen einen neuen Hype und eine komplett neue aggressive, elektronisch eingefärbte Art des Nu-Metal. Nicht umsonst waren sie  u.a. mit Trash Boat, Limp Bizkit und Babymetal weltweit auf Tour. Nun ist endlich ihr erstes Album erschienen und es hält, was der Hype versprochen hat: Aggressivität und Gewalt gepaart mit Wahnsinn. Auch wenn deutlich weniger Pop-Elemente auf dem Album zu hören sind, als in den zuvor veröffentlichten Songs.

 

 

 

9. HeadGear – Cotton Candy World (EP)
Nachdem sich die fünf Bremer von HeadGear in diesem Jahr bereits bei Reload-Bandcontest durchsetzen konnten und folglich dann im August auf dem Reload Festival spielen durften, wurde es Zeit für ihre Debüt-EP, welche dann auch im September erschien. Die sechs Song starke EP legt eine beeindruckende Mischung aus Modern Metal und Metalcore hin und macht Bock auf mehr. Selbst unser Claas war der EP zugetan, lest hier seine Review.

 

8. Blink 182 – One More Time
Dieses Album habe ich mit gemischten Gefühlen erwartet: Zum einen bin ich mit den alten Songs von Blink aufgewachsen und liebe sie abgöttisch, zum anderen fand ich die neuen Sachen von Blink, mit dem neuen Sänger Matt Skiba (Alkaline Trio) verdammt stark. Die neuen Songs haben sich zwar sehr von den alten unterscheiden, haben mich aber auch völlig gepackt. Nun gab es, wie aus dem Nichts, eine Reunion von Blink in Originalbesetzung, also Tom DeLonge, Travis Barker und Mark Hoppus. Bei mir war deswegen die Angst da, dass sie versuchen, an die alten Songs anzuknüpfen, es aber eher gewollt als gekonnt wirkt. Herausgekommen ist ein ordentliches Blink 182 Album, das im Großen und Ganzen überzeugt. Einen positiven Nebeneffekt hat die Reunion noch: Matt Skiba hat sich wieder mit seiner eigentlichen Band Alkaline Trio hingesetzt und nach 2018 ein neues Album aufgenommen, welches 2024 erscheinen wird und dem ich gute Chancen ausrechne, nächstes Jahr an dieser Stelle in meinen Top10 zu stehen.

 

7. Donots – Heut Ist Ein Guter Tag
Ganze fünf Jahre haben sich die Jungs aus Ibbenbüren Zeit gelassen für einen Nachfolger des Erfolgs-Albums “Lauter als Bomben“. Im ersten Moment klingt “Heut ist ein guter Tag” nach einem typischen Donots-Album. Erst langsam merkt man beim Hören, dass dieses Album vielschichtiger ist als die Vorgänger. Alles in allem ist es eine wunderbar bunte Punk-Plate mit sehr, sehr viel Ohrwurmpotential.


6. Pendulum – Anima (EP)
Die britisch-australische Combo legt hier wieder mal eine EP vor, die vor Energie nur so strotzt und direkt nach vorne geht. Die Mischung aus Drum&Bass und Alternative-Metal funktioniert einfach wunderbar. Auch die Kooperationen auf der Scheibe, mit Bullet For My Valentine Sänger Matt Tuck und dem britischen Metal/Underground-Hip-Hop-Künstler Scarlxrd, passen wunderbar ins Konzept.


5. Primetime Failure – Oxygen (EP)
Für mich als absoluten Fan des Late 90s Skatepunk ist diese 5-Song-EP eine komplette Reise in meine Vergangenheit. Die Songs klingen mal nach Blink 182, mal eher wie NoFx, mal wie Lagwagon oder The Ataris. Jeder einzelne Song hätte damals wunderbar in die Soundtracks von Tony Hawk oder American Pie gepasst. Großartig zu wissen, dass es in Bielefeld vier Jungs gibt, die diese Musik, auch nach 20, 25 Jahren, noch genauso lieben wie ich.


4. Itchy – Dive
“Endlich wieder auf englisch” waren meine ersten Gedanken zu diesem Album. Nachdem das Vorgängeralbum “Ja als ob” erstmals komplett auf deutsch war, geht es nun wieder zurück auf englisch. Alles in allem ist dieses Album typisch Itchy: schöner, eingängiger Punkrock, der im Ohr bleibt, ohne langweilig zu werden. Ob auf Platte oder live, Itchy schaffen es immer wieder zu überzeugen.


3. Rogers – Rambazamba & Randale
Der Titel dieser Platte könnte nicht besser passen. Es geht die ganze Zeit voll nach vorne und die Songs laden zum Mitsingen ein. Wer bei den Songs nicht tanzen will, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Rogers schaffen es sogar Autotune-Elemente in Punkrock-Songs einzubauen, ohne dass man denkt: was soll das denn jetzt. Und das sage ich als Autotune-Hater! Also Grüße nach Düsseldorf, ich freue mich aufs nächste Konzert am 29. März im Schlachthof.


2. Beartooth – The Surface
Mit ‘The Surface’ hat Beartooth ein Meisterwerk hingezaubert, das die Band auf ihrem kreativen Höhepunkt zeigt. Es ist eine beeindruckende Mischung aus Metalcore und Modern Metal mit Pop-Elementen, die durch eingängige Hooklines und dynamische Refrains besticht, die allesamt zum Mitsingen einladen. Frontmann Caleb Shomo beeindruckt mal wieder mit seinem Können, da er alle Songs alleine schreibt, einspielt und produziert. Jeder Song auf ‘The Surface’ ist einzigartig und zeigt das Herz, den Schmerz und das Handwerk, das in dieses Album eingeflossen ist. Insgesamt ist ‘The Surface’ ein starkes Album, das mich sehr begeistert hat und zeigt eine Band, die sich weiterentwickelt und ihren eigenen Weg geht, während sie ihren einzigartigen Sound beibehält.

 

1. Enter Shikari – A Kiss for the Whole World
Ich finde es immer schwierig, wenn eine meiner Lieblingsbands neue Musik herausbringt, da ich immer Angst habe, enttäuscht zu werden. Schon die ersten drei Singles, die Enter Shikari vorab veröffentlicht haben, waren so gut, dass ich eigentlich vom Album keine große Steigerung mehr erwartet habe.
Als ich dann Sänger Rou Reynolds Anfang April zum Interview treffen durfte, schaffte er es, meine Vorfreude auf das neue Album auf ein noch nie dagewesenes Level zu heben. Bei dem anschließenden Promo-Konzert im Hamburger Knust konnte ich dann einige bisher unveröffentlichte Songs live hören und dachte im Anschluss nur: Fuck, jetzt muss ich noch zwei Wochen warten, um das komplette Album zu hören…
Und ich sollte nicht enttäuscht werden: Neben Enter Shikari-typischen Synthie-Klängen und Songs, die nur so vor Energie strotzen, bleiben Enter Shikari sich auf diesem Album auch wieder thematisch und textlich treu und gewohnt sozialkritisch und politisch. Alles in allem eines der besten Alben, die Enter Shikari herausgebracht hat.

 

Knapp nicht ins Ranking geschafft haben es die folgenden Alben:
John Coffey – Four
Bury Tomorrow – The Seventh Sun
Attic Stories – Teenage Wasteland (EP)
Rancid – Tomorrow Never Comes
Adam Angst – Twist
Fall Out Boy – So Much (For) Stardust
A Day To Remember – For Those Who Have Heart

VON GRAMBUSCH  – Licht X Schatten
Raum27 – Anfangen anzufangen
Liedfett – Hi!
100 Kilo Herz – Zurück nach Hause
Waterparks – Intellectual Property

Und natürlich noch einige mehr, die ich vergessen habe… (Ich gelobe Besserung im nächsten Jahr)

Anti-Flag – Lies They Tell Our Children
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich dieses Album mit in meine Top10 nehme oder nicht. Ich habe mich aber schlussendlich, wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Sänger Justin Sane, dazu entschieden, dieses Album nicht mit hinein zu nehmen. Unerwähnt wollte ich es aber auch nicht lassen. Zwar gilt auch für Justin erstmal die Unschuldsvermutung, aber die SOFORTIGE Auflösung der Band spricht schon eine deutliche Sprache.

 


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