Accept – Teutonic Terror im Aladin
Wenn mit Accept einer der größten Namen des deutschen Heavy Metal in Bremen Halt macht, können wir es uns nicht nehmen lassen, mit dabei zu sein. Besonders, wenn die Kult-Truppe mit Phil Campbell einen nicht weniger hochkarätigen Support am Start hat.

Bremen. Als ich gegen 19.45h das Aladin betrat, war ich überrascht von der großen Anzahl an Besuchern, welche sich an einem Donnerstag nach Hemelingen begeben haben. Also erstmal durch die Menge schieben, um ein frisches Kaltgetränk zu bunkern, denn mit Phil Campbell and the Bastard Sons stand schon der hochkarätige Support im Anschlag. Wem Phil Campbell kein Begriff sein sollte: Hierbei handelt es sich um niemand geringeren, als den langjährigen Motörhead-Gitarristen, welcher seid Lemmys Ableben auf Solopfaden unterwegs ist. Musikalisch schlägt das neue Projekt natürlich in eine ähnliche Kerbe wie der große Vorgänger. Bei leider eher mäßigem Sound, aber mit einer Menge Rock’n’Roll-Attitüde starteten die fünf Herren in den Abend. Als mit „Going To Brasil“ der erste Motörhead-Song angestimmt wurde, war aber soundtechnisch alles im Lot und die Stimmung stieg gefühlt um 200%. Klar, Phils Solomaterial ist zwar grundsolide, aber es war ganz klar spürbar, für welche Songs sich die Leute vor die Bühne gestellt haben! Also konzentrieren wir uns hier auch auf das Wesentliche. Als nächstes wurde mit „Born To Raise Hell“ ein weiterer Klassiker angestimmt, welcher bis zum Anschlag mit teilweise leider nicht sonderlich erfolgreichen Animationsversuchen vollgestopft wurde. Leider war die Publikumsaktivität den gesamten Abend über relativ gering, dies würde ich aber eher auf den hohen Altersdurchschnitt schieben, als auf Desinteresse. Natürlich gab es im Laufe des Sets den Überhit „Ace Of Spades“ auf die Ohren, dieser wurde gebührend gefeiert und mit einem langen Applaus belohnt. Nach einer kurzen Pause gab es dann mit „Killed By Death“ eine kleine Zugabe und man konnte sich nach einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll und einem lauten Klingeln in den Ohren erneut auf den Weg zur Bar machen.
Nach einer knappen halben Stunde Umbaupause ging es auch schon an den heutigen Headliner. Accept starteten sogleich mit einem Doppelpack aus ihrem aktuellen Album „Humanoid“. Leider war auch hier zu Beginn der Sound eher kraftlos und wenig definiert, schade! Dies sollte sich zum Glück wieder mit der Zeit einpendeln. Weiter ging der Trip, begleitet von großen Rauchfontänen, mit „Restless And Wild“. Hier wurde der starke Einfluss des NWOBHM auf die Band während der 80er spürbar. Ab diesem Punkt bestand die Setlist der Teutonen aus einer soliden Mischung der „alten Hits“, welche immer im Gegensatz zum Material der aktuellen Scheibe gestellt wurden. Es ging über „Midnight Mover“ und „Breaker“ zu einem grandios ausgeführten Medley aus „Demon’s Night“, „Starlight“, „Losers And Winners“ und „Flash Rockin‘ Man“. Hier schmiss sich das 3er-Gitarrengespann in jede erdenkliche Pose. Die Solos waren ausschweifend und Sänger Mark Tornillo legte eine solide Performance auf die Bühne. Ein wahres Heavy Metal Spektakel! Dann ging es schon langsam in den Endspurt der heutigen Show. Zuvor wurde aber noch „Princess Of The Dawn“ und mein persönlicher Alltime-Favorite „Teutonic Terror“ von der Bühne gestampft, sodass man hier schon vollkommen zufrieden die Heimreise hätte antreten können. Nach einer kurzen Künstlerpause und Rufen nach einer Zugabe, wurde dieser Aufforderung natürlich entgegengekommen, denn der Klassiker schlechthin der Band fehlte noch auf der Liste. Bei „Balls To The Wall“ überschlug sich die Stimmung und der Refrain wurde lauthals von den Anwesenden mitgesungen. Nachdem mit „I’m A Rebel“ der Rausschmeißer angestimmt wurde, konnte jeder der Anwesenden auf einen gelungenen Abend zurückblicken und sich mit einem fetten Grinsen auf den Heimweg machen.
Mehr Beiträge aus" Musik" zur Startseite



