Danger Dan mit neuem Klavieralbum im Pier2

Danger Dan – 31.10.2026, 20:00 Uhr, Pier2

Am 2. Oktober erscheint „Keine Angst“, das neue Album von Danger Dan, im Herbst begibt er sich mit den neuen Liedern auf große Tournee.

Foto: Jaro Sanmann-Suffner

Bremen. Die Ankündigung kommt genau im richtigen Moment. Es ist zwar Sommer, aber kontinuierlich steigende AfD-Umfragewerte, wachsender Antisemitismus, Neonazi-Gruppen, die sich gezielt verabreden, um CSDs zu attackieren und eine erschreckend bröckelnde Solidarität lassen einen eher an einen besonders kalten Winter denken. Was wir jetzt brauchen, ist bitte kein Plädoyer für die Liebe oder halbgares Gesülze über Gemeinschaft. Es ist Zeit für Antifaschismus, radikale Kunst, für den Protest und für eine schonungslose Auseinandersetzung mit der Gegenwart, der Welt und uns selbst. Aber natürlich mit einer gewissen Nonchalance, diesem besonderen feinsinnigen Humor.

Wir brauchen also Danger Dan. Das Klavier, die rote Bomberjacke, vor allem diese einmaligen Lieder und keine Angst. Eher zufällig hatte Danger Dan vor fünf Jahren mit seinem ersten Klavieralbum den Zeitgeist getroffen und die Köpfe und Herzen der Menschen erreicht. Das mit Gold ausgezeichnete DIY-Album „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ wurde gegen jede Wahrscheinlichkeit eines der erfolgreichsten Pianoalben aller Zeiten.

Aus dem Erbe der politischen Liedermacherbewegung, seiner eigenen Punk- und Hip-Hop-Sozialisation und einem von Giganten wie Randy Newman inspirierten Storytelling erfand Danger Dan damals ein komplettes Genre, das es in dieser Form vorher nicht gab. Seine ganz spezielle Art von romantischem Agitprop-Chanson formuliert er nun auf „Keine Angst“ in Vollendung aus. Danger Dan hat der Versuchung des großen Boheis widerstanden und also alles richtig gemacht. Es gibt auf diesem Album weder aufgeblasene Orchester oder Chöre noch übertrieben viele sonstige Instrumente, es treten auf und wirken: das Klavier, die Stimme, diese einmaligen Texte.

Es geht auf „Keine Angst“ um nichts Geringeres als um Leben und Tod, es geht um Anleitungen zum Widerstand gegen die faschistische Gefahr, aber auch um die Liebe, Versicherungsvertreter, Kneipenschlägereien und den sogenannten Sinn des Lebens und die Frage, was am Ende bleibt. Aufgenommen hat Danger Dan das neue Album mit seinem Bruder Panik Panzer einfach bei sich zu Hause. Abgemischt hat es Philipp Schwär. Ein Streicherquartett wurde in Zürich aufgenommen, aufwendiger wurde es nicht.

Sein Klavierspiel ist jetzt flüssiger, raffinierter, aber nicht zu raffiniert, nicht: virtuos. Danger Dan hat seinen Stil mit „Keine Angst“ perfektioniert, ohne ihn übertrieben zu perfektionieren. „Keine Angst“ ist in jeder Faser Danger Dan, es sind die Lieder, die wir jetzt brauchen. Vom 23. Oktober bis zum 20. Dezember spielt Danger Dan Konzerte in 13 Städten. Mit Blick auf die ausverkauften Hallen der vergangenen Tourneen sollte man sich mit dem Ticketkauf nicht allzu lange Zeit lassen.

Am Samstag, den 31. Oktober tritt Danger Dan in Bremen im Pier2 auf. Tickets für das Konzert gibt es im Vorverkauf.

 


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