Die Zukunft und Vergangenheit des Punks
Die Waliser Mclusky und die Bremer Wax Minds erinnern bei einem gemeinsamen Konzert daran, wie Punk mal gedacht war.

Lediglich zwei Konzerte spielten Mclusky auf dieser kurzen Tour in Deutschland. Eines davon im gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Lagerhaus. An dieser Stelle wäre noch was gegangen, Bremen! Vielleicht ist doch zu viel Zeit seit den ersten Alben Anfang des Jahrtausends vergangen. Damals spielten die Waliser noch im Schlachthof und auf respektablen Slots beim Hurricane Festival.
Mclusky existierten nur wenige Jahre zwischen Ende der 1990er und Mitte der 2000er. Letztes Jahr folgte nach einer EP ein neues Album, das sich hinter dem Frühwerk nicht zu verstecken brauchte.
Nicht selten bestehen Sets hauptsächlich aus den Songs des aktuellen Albums. Dazwischen werden die Hits der vergangenen Jahre platziert. Mclusky machten es anders. Ihr Hauptwerk „Do Dallas“ wurde fast vollständig gespielt, darum verteilten sich einige ältere und neuere Lieder gleichermaßen über das Set.
Die Band war gut aufgelegt, begann und beendete das Set jeweils mit einem Hit. Dazwischen gab es Krach, Noise, Feedback, charmant-provokante Ansagen und viel Schweiß. Selbst wenn die Songs über zwanzig Jahre alt sind, wirken sie immer noch frisch und zeitgemäß. Vielleicht sogar moderner als bei ihrer Veröffentlichung. Im Laufe des Konzerts wurde immer klarer, woher beinahe alle jüngeren britischen Post-Punk-Bands ihre Einflüsse haben.
Mclusky beweisen bis heute, was Punk abseits von ödem Geschrammel und stumpfen Texten sein kann. Ihr noisiger Ansatz spiegelte das eine Ende der Möglichkeiten wider. Der Bremer Support Wax Minds steht mit seinem garagigen Sound, viel Hall und frickeligen Dischord-Hardcore-Anleihen für das andere Ende des Punk-Spektrums.
In der Mitte der Bühne strahlt Sängerin Claude mit einer Flammenkrone und einem rosa blinkenden Kleid mit Flammenträgern. „Cause she is (not) on fire.“ Eine Referenz an ein Mclusky-Album. So schließt sich der Kreis eines schönen Abends, der daran erinnert, was Punk mal war und immer noch sein kann. Und warum diese Musik noch immer wichtig und schön ist.
Seht euch hier unsere Konzertfotos an:
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