Der Donnerstag beim Deichbrand Festival: Rockiger Start auf neuer Hingucker-Bühne

Mit strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung ist das ausverkaufte Deichbrand Festival gestern in seine 21. Ausgabe gestartet.

Foto: Marcel Kloth

Cuxhaven/Nordholz. Unweit der Nordsee kreisen wieder Möwen über das Infield und Zehntausende Musikfans feiern den Auftakt eines langen Festivalwochenendes. Das 21. Deichbrand Festival ist am gestrigen Donnerstag offiziell gestartet! Bereits am Mittwoch reisen Zehntausende Besucher*innen an, verbringen den Abend auf den Campingplätzen oder verfolgen gemeinsam das WM-Halbfinale. Zum 14. Mal in Folge meldet das Deichbrand bereits im Vorfeld: „ausverkauft“!

Zum Festivalstart präsentiert sich das Gelände mit einigen Veränderungen. Statt bisher fünf gibt es nun noch vier Bühnen: Neben den beiden Hauptbühnen Fire Stage und Water Stage gehören die ElecTrees als Heimat elektronischer Musik sowie die neue New Port Stage zum Festival.

Vor allem die New Port Stage entwickelt sich sofort zum Blickfang des Geländes. Für die neue Bühne entsteht ein komplett eigenes Areal, eingerahmt von Containern und optisch stellenweise an den New Yorker Times Square angelehnt. Seitlich geschlossen und nach hinten begrenzt, entsteht eine intensive Konzertatmosphäre für bis zu 12.000 Besucher*innen. Hier findet zum Auftakt ein rockiges Programm mit insgesamt acht Bands statt.

Auch die ElecTrees bieten von Beginn an Programm. Auf dem Waldboden in Richtung der südlichen Campingplätze legen DJs bis tief in die Nacht elektronische Musik auf. Zwar ist vom früheren Baumbestand nicht mehr so viel erhalten, dennoch bleibt die Bühne atmosphärisch abgeschirmt und gleichzeitig zentral gelegen. Am Abend ziehen schließlich auf der Mainstage elektronische Acts und DJ-Sets die ersten großen Menschenmengen an.

Den musikalischen Auftakt des Festivals übernimmt um 14:00 Uhr Grenzkontrolle auf der New Port. Das vierköpfige Punk-Kollektiv eröffnet als erste Band überhaupt die neue Bühne. Musikalisch bewegt sich die Gruppe eher im ruhigeren Post-Punk, während ihre Texte gesellschaftliche, politische und klimatische Entwicklungen scharf kommentieren.

Direkt im Anschluss übernimmt hier das österreichische Trio Lovehead. Alle drei Musikerinnen teilen sich den Gesang und überraschen mit ähnlich klingenden Stimmen, die ihrem Indie-Rock einen besonderen Charakter verleihen. Zwischen lauten Gitarren, Humor und Geschichten über das Erwachsenwerden entwickelt sich schnell eine ausgelassene Stimmung. Die Crowd tanzt, singt mit und genießt die sommerlichen Temperaturen.

Mit Leap folgt bereits das erste große Highlight des Tages. Die britische Band präsentiert mitreißenden Alternative-Rock und nutzt das perfekte Festivalwetter für eine 50-minütige „Rock’n’Roll-Therapy“. Frontmann Jack Scott ist ein hervorragender Entertainer, animiert das Publikum und sorgt für ausgelassene Stimmung. Beim abschließenden Moshpit zu „Energies“ wirbelt eine erste große Staubwolke auf. Musikalisch recht eingängig und live extrem energiegeladen, liefern Leap den wohl stärksten Auftritt des ersten Festivaltages.

Anschließend übernehmen Deaf Havana aus England. Stilistisch bewegen sie sich ebenfalls im hymnischen Alternative-Rock, setzen jedoch stärker auf ihre Songs als auf große Showelemente. Immer wieder entstehen ruhige Momente, etwa als „Holy“ nur zu zweit und in reduzierter Form erklingt. Die Band überzeugt mit großen Melodien und musikalischer Vielseitigkeit.

Für nostalgische Momente sorgt danach die australische Rockband Jet. Die Musiker, die Anfang der 2000er mit „Are You Gonna Be My Girl“ weltweiten Erfolg feierten, präsentieren ihren zeitlosen Mix aus Garage-, Hard- und Alternative-Rock. Dazwischen finden auch ruhigere Balladen ihren Platz. Zunächst zollen Jet mit einer kraftvollen Version von AC/DCs „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ’n‘ Roll)“ ihren Landsmännern Tribut, bevor sie ihren größten Hit in einer ausgedehnten Version bereits zur Mitte des Sets zelebrieren.

Mit Einbruch der Dämmerung rückt erstmals die Mainstage in den Mittelpunkt. Beauty & The Beats eröffnet trotz anfänglich kleiner technischer Schwierigkeiten den Abend und verwandelt das Festivalgelände innerhalb weniger Minuten in einen riesigen Dancefloor. Zahlreiche Fans dürfen mit auf die Bühne, während der DJ selbst einen Circle Pit anführt. Feuer-Effekte und eine beeindruckende Lichtshow sorgen für euphorische Festivalbilder.

Parallel dazu spielen Our Mirage auf New Port vor ihrer bisher wohl größten Kulisse überhaupt. Vor mehreren Tausend Fans verbindet die Band Metalcore und Post-Hardcore mit enormer Intensität. Moshpits, Crowdsurfer und ein riesiger Circle Pit rund um den Gitarristen im Infield sorgen für pausenlose Bewegung. Zwischendurch legt die Band eine „Hydration Break“ ein und nutzt die Gelegenheit, im Stil der aktuellen Fußball-WM Werbung für ihre kommende Tour zu machen. Der aufgewirbelte Staub über dem Gelände ist das sichtbare Resultat eines Auftritts voller Energie, Emotion und kompromissloser Härte.

 


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