Naturgewaltiger Post-Rock aus Island
Sólstafir spielen am Samstag kurzfristig im Tower und versprechen ein mystisches Live-Erlebnis.

Bremen. 1995 in Islands eisiger Weite als Nebenprojekt geboren, wurde Sólstafir schnell zur Stimme einer Generation, die zwischen Black Metal, Post-Rock und der rohen Schönheit ihrer Heimat schwankt. Mit jedem Album bröckelten sie die Mauern des Genres ab, bis nur noch der reine Ausdruck blieb: Musik als Spiegel der Seele. Ihr Sound ist ein Strom – mal zart wie ein Hauch über vereisten Felsen, mal gewaltig wie ein Sturm, der die Kargheit der Landschaft in Klänge fasst. Melancholie und Wut, Stille und Explosion: Sólstafir verbinden, was sich nicht verbinden lässt. „Hin helga kvöl“ ist ihr bisher intimstes Werk. Kürzere Songs, dichtere Atmosphäre, ein Album, das Einsamkeit nicht nur beschreibt, sondern sie greifbar macht. Hier leuchtet das Licht durch die Risse der Dunkelheit – und zeigt, dass Heilung immer ein Kampf ist.
Lazar aus Hamburg sind als Support-Act dabei und schmieden seit 2015 instrumentalen Postrock von atemberaubender Dynamik: verzerrte Riffs, noisige Soundwände und taghelle Harmonien kollidieren in einem Spannungsfeld zwischen Wut und Euphorie. Nach der EP „Yuma“ (2020) erschien 2024 ihr Debütalbum „Stop Dancing It Won’t Pass“ auf Poly Unique – aufgenommen in der Tonmeisterei Oldenburg. Ein Werk, das mit komplexen Strukturen und roher Energie die Grenzen des Genres sprengt und die Hörer*innen in einen Strudel aus Düsternis und Hoffnung zieht.
Am Samstag, den 20. Juni treten Sólstafir und Lazar in Bremen im Tower Musikclub auf. Tickets für das Konzert gibt es im Vorverkauf.
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