Hurricane Festival 2025: Die Musiktipps der Redaktion – Teil 2
In wenigen Tagen startet das Festival in Scheeßel, wir haben aus über 80 Acts einige persönliche Favoriten herausgesucht - Teil zwei von Freddy, Pascal und Marius.

Scheeßel. Am 19. Juni startet das Hurricane Festival mit der Warm-Up-Party auf der Wild Coast Stage. Über 80 Bands treten in den folgenden drei Tagen auf vier Bühnen auf. Nicht leicht, da den Überblick zu behalten. Daher stellen einige unserer Redakteure ihre Tipps für euren persönlichen Spielplan vor. Lokale Acts, internationale Bands, Newcomer, Headliner – viel Spaß mit einigen Favoriten, zu denen ihr je etwas Text und ein verlinktes Musikvideo findet. Hier gelangt ihr zum ersten Teil unserer Redaktionstipps.
Tipps von Freddy:
Blackout Problems – Sonntag um 13:20 Uhr auf der Mountain Stage
Das Münchner Quartett hat sich von der Post-Hardcore-Ecke in eine Art faszinierender Dark-Pop-Rock-Hybrid katapultiert, der Stadionhymnen mit DIY-Attitüde auf geniale Weise verbindet. Auf der Bühne zelebrieren sie ein Wechselbad aus brachialen Breakdowns und überraschend zerbrechlichen Momenten, und kein Song endet da, wo man ihn erwartet. Frontmann Mario Radetzky ist ein absoluter Meister darin, jedes Set in eine politische Ansprache zu verwandeln, ohne dabei jemals mit erhobenem Zeigefinger zu wirken. Spätestens wenn „Dark“ oder „Murderer“ über das Gelände fegen, spürt man, warum diese Band selbst bei den Großen längst als „Future Headliner“ gehandelt wird.
Hot Milk – Sonntag um 13:00 Uhr auf der River Stage
Pop-Punk ist nicht tot! Das hier ist das energischste Gegenargument seit Jahren. Das Duo aus Manchester mixt fetzige Refrains mit wütenden Riffs und einer Bühnenshow, die mehr Energie hat als eine ganze Ladung Energydrinks. Han Mee ist eine herausragende Sängerin, die mit ihrer unverblümten Art genau das verkörpert, was die Millennials an Paramore lieben und die Generation Z so liebt – und das mit britischem Humor und einer unverschämten Lautstärke, die einfach begeistert! Ihr jüngstes Album „A Call To The Void“ ist ein absolutes Meisterwerk! Herzschmerz und Protest – diese beiden starken Elemente passen perfekt in drei Minuten! Live entsteht daraus ein Abriss, bei dem sogar Warteschlangen vorm Bierstand pogend mitwippen.
LANDMVRKS – Freitag um 23:00 Uhr auf der Mountain Stage
Marseille? Das war bisher eher nicht als Metalcore-Mekka bekannt, bis LANDMVRKS auf den Plan traten! Ihr Sound verschmilzt französische Melancholie auf geniale Weise mit dem Groove amerikanischer Szenegrößen und einer Prise französischen Rap. Frontmann Florent Salfati ist eine Offenbarung: Er wechselt nahtlos von nachtschwarzen Growls zu kristallklaren Clean-Hooks und macht so die Songs zu emotionalen Grenzerfahrungen. Breakdowns sind hier so spektakulär, dass sie dich jedes Mal aufs Neue in Staunen versetzen werden. Für den Kater am Folgetag können wir keine Garantie übernehmen, aber wir garantieren dir, dass du dabei einen Adrenalinrausch erleben wirst, den du so schnell nicht vergessen wirst!
Noch ein Tipp zum Schluss: Plant euren Timetable nicht um die großen Headliner herum, sondern legt die Gehpausen so, dass ihr diese drei Shows in voller Länge mitnehmt. Ihr werdet euch 2030 dafür bedanken, wenn alle drei längst Headliner-Slots füllen.
Tipps von Pascal:
Biffy Clyro – Freitag um 20:45 Uhr auf der Forest Stage
Biffy, Biffy, Biffy. Sie gehören zu den wuchtigsten, gewaltigsten Live-Bands. Wenn, ja wenn sie nicht nur die handzahmen, poppigen und weichgespülten Songs spielen. Wenn geschrien, aufs Schlagzeug eingedroschen, in die Tasten gehauen und die Gitarre malträtiert wird. Ja, dann sind die Schotten um Sänger Simon Neil am stärksten. Es kann so großartig laut, voluminös und brachial sein. Die Band kann so durchdringend und dringlich sein. Und die Herren haben Hits wie „Space“, „Many of Horror“, „Mountains“ oder „Bubbles“. Aber alles von den älteren Alben. Das kann also alles zu einem Konzertrausch werden.
Amyl & The Sniffers – Sonntag um 15:00 Uhr auf der River Stage
Was zwischendurch auf den Ohren auch mal schwergängig, schlecht zu verdauen und nicht einfach zu konsumieren ist, reißt bei Live-Konzerten absolut mit. Die australische Punk- und Garage-Rock-Band aus Melbourne spielt nihilistischen Krawall für alle, schrieb die Taz. Das trifft es. Das Organ von Frontfrau Amy Taylors sucht seinesgleichen und ist genau das, was an dieser Band so fasziniert. Punk’n’Roll oder rotziger Rock – da geht auf jeden Fall einiges.
Tipps von Marius:
Auch wenn ich dieses Jahr wieder nicht beim Hurricane dabei sein werde, meine persönlichen Tipps für euch.
Starten wir am Freitag auf der Mountain Stage. Dort werden um 19:00 Uhr Hot Water Music ihren Post-Hardcore auf den Eichenring loslassen. Die seit Mitte der 90er bestehende Truppe um Sänger Chuck Ragan sollte den meisten Genre-Enthusiasten kein neuer Name sein. Ich selbst habe die Jungs aus Florida leider noch live erleben können und damit wären sie für mich ein Highlight des Festivals.
Ihr könnt dann gleich an der Mountain Stage bleiben, denn direkt im Anschluss gehen um 20:45 Uhr Motionsless In White an den Start. Nachdem die Amerikaner auf dem Reload Festival im letzten Jahr eine Wucht waren, kann ich euch nur empfehlen, euch den Metalcore / Nu-Metal-Hybriden anzuschauen.
Meinen letzten Tipp könnt ihr euch am Sonntag um 18:30 Uhr auf der Wild Coast Stage ansehen. Bei Zeal & Ardor gibt es eine Mischung aus Gospel und Black Metal serviert. Diese Kombination scheint im ersten Moment wenig Sinn zu ergeben, funktioniert aber perfekt. Da ich die Schweizer auf ihren letzten Shows leider immer verpasst habe, wären sie für mich das definitive „Must-See“ des gesamten Festivals.
Mit den drei Tipps wünsche ich euch ein wunderbares Festival und tretet euch nicht all zu sehr die Laternen aus.
Das Hurricane Festival 2025 findet vom 19. bis 22. Juni auf dem Eichenring in Scheeßel statt. Es gibt noch Kombitickets für alle Tage sowie Tagestickets im Vorverkauf.
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