Butschern am Eck
Neu am Eck im Viertel: Die Butschern-Bar am Sielwall hat neu eröffnet - Betreiber Oliver Trey sagt im Interview, was in der Kneipe alles geplant ist

Bremen. Am Eck gibt es einen neuen Laden. Das Butschern hat an der Sielwallkreuzung aufgemacht. An der Ecke war die Fluktuation in den vergangenen Jahren groß. Im dem einstigen Modehaus gastierte ab 2003 das „Café Kapelle“, dann das „Schweinske“, das „Renoir“ oder später das „Im Viertel“. Als Zwischennutzung die „Malene“, der Grieche Elia und dann das M-One. Nun also die Butschern-Bar, also vielmehr eine Kneipe. Oder Kulturlokal? Wir haben bei Betreiber Oliver Trey mal nachgefragt, was da eigentlich in dem Laden passiert.
Ihr habt relativ lange in dem Laden hinter Brettern und Plakaten im Laden gearbeitet. Was habt ihr gemacht und verändert?
Oliver Trey: Wir haben theoretisch nur zwei Monate gebraucht. Aber die Wiederherstellung des Gebäudes nach dem Brand über die Versicherung hat doch ein wenig länger gebraucht als gedacht. Ich denke, der Laden war jetzt knapp 1,5 Jahre geschlossen.
Ein Teil der Innenausstattung soll aus Altbeständen der beiden Sushi-Restaurants von Steffen Henssler, die 2023 schließen mussten, stammen. Setzt ihr ganz nachhaltig auf Second-Hand-Möbel?
Trey: Zuallererst muss das ganze erstmal ins Viertel passen. Danach kommt dann die Kostenfrage. Und wenn man einen guten, intakten Barhocker auch gebraucht kaufen kann, nutzt man natürlich die Chance. Aber tatsächlich sind von einigen Läden Restbestände bei uns verwendet worden. Das Rückbuffet kommt aus der Schlachthofkneipe. Die Holzstühle aus alten Beständen aus dem Flüssig, die Barhocker und einige Kühlelemente aus dem Happi und die Café-Maschine aus dem Wohnzimmer. So viel Glück hatten wir natürlich nicht überall. Dementsprechend sind auch „neue“ Elemente verbaut. Vieles wurde aber auch komplett selbstgebaut. Dazu gehören zum Beispiel die Tresen sowie verschiedene Möbel.
In Findorff betreibst du auch das Little Butcher. Warum jetzt der Name Butschern und nicht Big Butcher?
Trey: Little Butcher war damals die kleine Schwester der Schlachthofkneipe. Also der kleine Schlachter. Was gut zu Burger, Steak und Currywurst passt. Butschern ist Norddeutsch beziehungsweise Plattdeutsch und bedeutet so viel wie einfach mal rausgehen oder einfach mal was unternehmen. Intern sorgt das für viel Verwirrung, aber der Name passt einfach zu dem Konzept. Gerade dann, wenn auch andere Läden an der Kreuzung norddeutsche Namen haben.
Was habt ihr in den Laden vor? Wird es nur eine Bar?
Trey: Betreutes Trinken (Haha…). Wir wollen nicht die Welt neu erfinden, sondern einfach vieles, was uns selbst gefällt, unter einem Dach bündeln. Das fängt an bei Quiz-Nights und geht über Fußball zu Konzerten, Karaoke und ein paar Songs, zu denen man das Tanzbein bewegen kann. Anders ausgedrückt: Wir wollen den Keller so nutzen, wie man halt einen Partykeller nutzt. Konzeptionell sind wir der Marlene wohl am nächsten. Wir sind aber auch immer noch offen für viele Ideen und Vorschläge.
Der Standort scheint schwierig zu sein. Kapelle, Schweinske, Renoir oder eben Malene, Elia und M-One – die Liste der Läden hier ist lang. Was wollt ihr anders, besser machen? Wie wollt ihr euch etablieren?
Trey: Wir haben einen langfristigen Mietvertrag und wollen uns hier schon gerne etablieren. Wir glauben auch, dass wir ein wenig besser ins Viertel passen als der eine oder andere von der Liste. Und vor allem haben wir beim Umbau auch sehr in den Schallschutz investiert, was Probleme mit den darüber liegenden Wohnungen miniert. Wir sind also zuversichtlich, dass wir mit unserer Erfahrung länger bleiben werden.
Alle klagen über den Fachkräftemangel: Wie seid ihr personell aufgestellt?
Trey: Wir sind sehr gut aufgestellt und sind zufrieden.
Oben Bar-Betrieb und was macht ihr unten im Keller?
Trey: Wir sind offen für alle Ideen. Aktuell haben wir noch Lieferschwierigkeiten, weshalb wir bisher noch nicht wirklich was gemacht haben. Aber wir werden jetzt in den nächsten Wochen anfangen, Ideen auszuprobieren und dann einfach das weiter machen, was uns am meisten Spaß macht. Außerdem können wir im Keller auch anders arbeiten als oben. Ein Beispiel wäre zum Beispiel eine BSV-Übertragung der Auswärtsspiele. Da braucht man dann auch kein volles Haus (kein Sky), sondern kann in kleiner Runde das Spiel genießen.
Habt ihr jetzt schon richtig gestartet? Oder wann geht es los?
Trey: Wir haben am Mittwoch, 8. Januar, so richtig gestartet. Davor haben wir zwei Wochen in einem Softopening ausführlich die Zapfanlage getestet. Seitdem haben wir schon zweimal Werder gezeigt. Leider beide Male mit einem nicht ganz so schönen Spielergebnis. Das kann besser werden.
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