Leichtigkeit zwischen Topfpflanzen

Von Wegen Lisbeth spielen das vorletzte Konzert ihrer Tour im seit Monaten ausverkauften Kulturzentrum Schlachthof.

Foto: Jörg Kröger

Bremen. Vor ziemlich genau einem Jahr spielten Von Wegen Lisbeth auf Tour im ausverkauften Lagerhaus. Schon damals war absehbar, dass die Band schon bald in noch größeren Clubs auftreten wird. Ein paar Wochen später folgte die Ankündigung, das vorletzte Konzert der kommenden Herbsttour soll im Bremer Schlachthof stattfinden. Und auch dieses war bereits Monate im Voraus ausverkauft. Am Freitag war die fünfköpfige Indie-Pop-Gruppe aus Berlin dann schließlich im Club mit den steilen Rängen zu Gast.

An einen Hörsaal würde ihn die Aufteilung der Besucher im Schlachthof erinnern, bemerkt Von Wegen Lisbeth-Sänger Matthias Rohde nach wenigen Songs und ruft das Konzert kurzerhand zur VWL-Vorlesung aus. Von Unterricht ist jedoch keine Spur im randvollen Club, die Band wird vom ersten Ton an gefeiert, es wird getanzt, gelacht und mitgesungen.

Die fünf Hauptstädter haben mit ihrem Debütalbum im letzten Jahr offenbar den Nerv der jungen Konzertgeneration getroffen. Wie textsicher die Fans sind, zeigt sich schon beim eröffnenden „Meine Kneipe“, gefolgt vom gerade in Bremen sehr angebrachten „Beck´s Ice“. Die Band mit den ausgefallenen Instrumenten wie Casio-Keyboards und Triangeln bringt eine angenehme Leichtigkeit herüber und sammelt mit ihrem mitreißenden Stilmix sofort die Sympathien der Besucher. In eine abwechslungsreiche Lichtshow gehüllt, zeigt sich eine mit zahlreichen Pflanzen und Schmetterlingen mühevoll dekorierte Bühne, auf der Von Wegen Lisbeth eine spielfreudige und schweißtreibende Show darbieten.

Etwas zu kurz kommt leider die Interaktion mit dem Publikum, die Band spielt ihr Programm recht zügig durch. Da dies die Band bisher zu einem nicht unerheblichen Teil ausgemacht hat, lässt es sich nur auf eine gewisse Müdigkeit nach unzähligen Konzerten im Sommer und Herbst schieben, von der sie sich nach einigen konzertfreien Monaten um den Jahreswechsel wieder erholen sollten. Neben den Songs ihres Debütalbums gibt es das gefeierte Stück „Lang lebe die Störung im Betriebsablauf“ und „US-Studie“. Zweimal kommt die Band als Zugabe noch auf die Bühne und spielt zunächst „Komm mal rüber bitte“ und „Sushi“, zu „Kafka Luise“ wird abschließend noch einmal intensiv gefeiert.

Als super Einstimmung funktionierten auch die mit vielen 80er-Jahre-Referenzen ausgestatteten, tanzbaren Indie-Rock-Songs von Rikas als Support. Die Möglichkeit, Von Wegen Lisbeth wiederzusehen bietet sich schon kommenden Freitag in der ÖVB Arena. Dort treten sie als Vorband von Kraftklub auf.

Fotos: Jörg Kröger

 


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