Umarmende, dunkle Popmusik

Die KulturKraken holen Odd Beholder aus der Schweiz nach Bremen in die Krise.

Foto: Ella Mettler

Bremen. Odd Beholder ist das Electronica / Art Pop – Projekt der Schweizer Musikerin Daniela Weinmann, mit dem sie präzise und lakonisch die Merkwürdigkeiten, Schatten und Missverständnisse unserer Zeit protokolliert. Weinmann, die Mitbegründerin von Music Declares Emergency Switzerland ist, erzählt von Entfremdung und Eskapismus, von Emanzipation und dem Blick auf eine mögliche bessere Welt. Ihre Version umarmender, dunkler Popmusik setzt sich mit unangenehmen Wahrheiten auseinander, um gleichzeitig Trost zu spenden.

Auf ihrem Debütalbum „All Reality Is Virtual“ dreht sich alles um Digitalisierung – um das unheimliche Sammeln unserer Daten, aber auch um die spirituelle Wichtigkeit des Aushaltens von Einsamkeit. Auf ihrem zweiten Album „Sunny Bay“ richtet Weinmann den Blick auf die Natur. Auf die romantischen Vorstellungen, die mit ihr verbunden sind, auf Natur als Prozess. Auf einen unwahrscheinlichen Sehnsuchtsort, der zwischen Traum und Realität verhandelt wird. Aktuell arbeitet Weinmann am dritten Album von Odd Beholder, und setzt sich mit dem Ringen um psychische Gesundheit und dem Bewältigen der eigenen familiären Geschichte auseinander. Dabei spricht sie von vererbten Traumata und vom Aufwachsen innerhalb wenig inspirierender Perspektiven und konservativer Genderrollenbilder.

Am 12. März tritt Odd Beholder in Bremen in der Krise auf. Die bisher noch unbekannte Konzertlocation liegt in der Osterstraße 19, also direkt neben dem wiederum sehr gut bekannten Papp, und wird in Kürze eröffnen. Tickets für das Konzert gibt es im Vorverkauf.

 


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