Tarja & Marko Hietala – Living The Dream Together

Nach dem Hellseatic Festival im Schlachthof, ging es am Montag gleich weiter ins Aladin - diesmal zu deutlich seichteren Klängen, denn mit Tarja und Marko Hietala standen gleich zwei Ex-Nightwish-Member auf der Bühne, die nun jeweils auf Solopfaden unterwegs sind.

Bremen. Den Abend durften die Schweizer von Chaoseum eröffnen. Unerwartet fett und brachial starteten die fünf Herren in ihr Set. Auf die Ohren gab es zu meiner Überraschung sehr, sehr Korn-geprägten Nu-Metal mit einem Touch Avatar. Leider kamen die fünf Herren nicht so gut bei dem doch sehr Symphonic- und Power Metal geprägten Publikum an, sodass es nicht über einen Anstandsapplaus hinauslief. Sehr schade, da die Schweizer eine wirklich starke Show auf die Bretter gelegt haben und sich von dem Fakt nicht unterkriegen lassen, an dem Abend leider vor dem falschen Publikum gespielt zu haben. Mir haben die Jungs echt gut gefallen und ich hoffe, die Truppe mal in einem geeigneteren Setting zu sehen.

Als nächstes stand nun Ex-Nightwish-Bassist Marko Hietala auf der Bühne. Hier wurde erstmal musikalisch auf die Bremse getreten, denn nun stand progressiver Rock mit einem Touch finnischem Folk auf dem Programm. Das Set begann aber mit ein paar ruhigeren Songs, welche teilweise durch sehr melancholische Synths dominiert wurden. Im Laufe der Show steigerte sich die Band aber immer weiter, sodass es fließend über Classic-Rock-Nummern bis hin zu ausladenden Stücken, welche einen gewissen „Rush“.Vibe versprühten, ging. Aufgelockert wurde die Show immer wieder von Markos sympathischen Ansagen, welche mit einem augenzwinkernden Humor versehen waren. Gegen Ende des Sets gab es einen kleinen Vorgeschmack auf das, was später noch für eine Menge Gänsehaut sorgen sollte. Denn bei dem Song „Left On Mars“ gab es natürlich das Live-Feature von Tarja. Dieser Fakt, die beiden Nightwish-Stimmen noch einmal gemeinsam auf einer Bühne sehen zu können, ließ die Anwesenden das erste Mal lautstark ausbrechen. Und Marko konnte sein Set mit einem fetten Bonuspunkt abschließen.

Nach einer echt langen Umbaupause ging es an den Mainact des Abends. Tarja legte ab der ersten Minute gekonnt los. Der symphonische Metal gepaart mit ihrer Sopranstimme ist einfach einmalig und beeindruckend zu sehen. Im ersten Part des Sets traten die Gitarren ein wenig in den Hintergrund, um Raum für die alles umhüllenden Keyboards und ihre opernhafte Stimme zu schaffen. Der erste Akt endete mit Songs, bei denen Tarja alleine am „Piano“ performte und die geprägt von ihrem Solomaterial waren. Der zweite Akt war nun das, auf was alle Anwesenden gewartet haben! Nun gab es Nightwish-Hits geboten. Gleich stiegt die Stimmung um 1000% und nun kam auch das Highlight der gesamten Show. Mit „Phantom Of The Opera“ gab es, glaube ich, keine Person im gesamten Aladin, welche nicht in Gänsehaut gehüllt war. Es ist schon selten, dass ein Musicalstück im Metal-Gewand daherkommt und, dass es noch das Original in den Schatten stellt, ist einmalig. Für diejenigen, die diese Interpretation nicht kennen, habe ich es euch HIER verlinkt. Allein dafür, diesen Song noch einmal mit Tarja und Marko live erleben zu können, war es wert an diesem Abend dort gewesen zu sein. Nach einer kurzen „Zugabe“-Pause wurde noch „Wish I Had An Angel“ dargeboten. Was für ein grandioser Abschluss des Abends und man konnte sich gut gelaunt auf den Heimweg machen.

 


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