Nostalgische Landliebe im Modernes – orbit mit Jahresabschlusskonzert in Bremen

Am Samstagabend hat der aus Achim stammende Musiker Marcel Heym mit seinem Projekt orbit sein Jahresabschlusskonzert im Modernes in Bremen gespielt.

Orbit im Modernes in Bremen (Foto: Malte Löhmann)

Bremen. Als sich das Diffus-Magazin bei der diesjährigen 1LIVE-Krone bei einigen Musiker*innen nach deren Songs des Jahres 2025 umgehört hat, antwortete ein gewisser Felix Kummer (Kraftklub), dass er mit orbit in diesem Jahr einen Künstler für sich neu entdeckt habe, da er vorher nicht wusste, dass es sich bei orbit nicht um einen „international Artist“, sondern um einen deutschen Künstler aus einem „Kaff in Niedersachsen“ handelt.

Orbit im Modernes in Bremen (Foto: Malte Löhmann)

Bei diesem „Kaff“ handelt es sich um das südöstlich von Bremen liegende Achim. Für Marcel Heym, wie orbit mit bürgerlichem Namen heißt, ist Achim jedoch viel mehr als irgendein Kaff. Für ihn ist es der Ort, in dem er aufgewachsen ist, seine Kindheit und Jugend verbracht hat. In dem er seine Freunde stets um sich hatte und auch heute noch hat. All diese Gefühle, die orbit mit seiner Heimat verbindet, hat er in diesem Jahr in sein Debütalbum „Countless Feelings But So Few Words“ zu verpacken versucht.

Dafür wurde die Bühne des Modernes in einen ländlichen Garten verwandelt: vor dem Setup prangt ein Strohzaun, im Hintergrund rotieren Windräder, Gänse fliegen in den Horizont. Detailverliebter ist an diesem Abend nur die Lichtshow, die perfekt auf jeden einzelnen Beat abgestimmt ist.

Orbit im Modernes in Bremen (Foto: Malte Löhmann)

Begleitet wird Marcel von Morlin, einer Freundin seit Kindheitstagen. Sie singt, spielt Akustikgitarre und Percussions. Luka, die das Trio auf der Tour bisher vervollständigt hat, fällt leider ausgerechnet bei diesem Heimspiel krankheitsbedingt aus. Den freien Platz gegenüber von Morlin nimmt also Marcel selber ein. Er spielt Keys, Synths und E-Gitarre und singt selbstverständlich ebenfalls.

Im Fokus stehen an diesem Abend natürlich die Tracks des jüngst erschienenen Albums, doch die Besucher*innen verlieren sich auch zu älteren Songs wie „Friday Night“ oder „Perspectives“, während sie mit geschlossenen Augen zu den hypnotischen Klängen tanzen. Die Ansagen sind auf ein Minimum reduziert. Es ist spürbar, dass Marcel das Projekt aus Liebe zur Musik macht, weniger wegen des damit verbundenen Rampenlichts, in dem er sich nun unweigerlich befindet.

Mit dieser liebevoll konzipierten Show geht für orbit das Konzertjahr 2025 zu Ende, bevor im Februar die zweite Hälfte der Tour mit einigen Gigs im Ausland ansteht.

 


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