Liebeserklärungen zum Abschied von Grillmaster Flash

Schluss. Aus. Vorbei. Grillmaster Flash beendet seine Karriere. Von Thees Uhlmann bis zu seiner Band - das sagen Labels, Musiker, Veranstalter, Freunde, Wegbegleiter

Grillmaster Flash. Foto:pfa

Bremens letzter Rockstar. Vollfunktionsentertainer. Primzahl des Rock aus Bremen-Nord. Legende. Ewiger Geheimtipp. Aus. Vorbei. Der Musiker Grillmaster Flash hört auf. Beendet seine Musikkarriere. Er hat geschwitzt, geackert, getourt und immer geliefert. Am Samstag, 15. November 2025 findet sein Abschiedskonzert im Kulturbahnhof Vegesack statt. Ein letztes Mal Bühne. Ein letzter Powerchord. Das Konzert – seit Monaten ausverkauft. Zum Abschied haben wir Labels, Musiker, Veranstalter, Freunde, Wegbegleiter gefragt, an was sie sich erinnern. Was sie verbindet. Sie alle haben geliefert. Schnell, ausführlich, emotional. Ja, auch Thees Uhlmann. Alles für einen der Besten. Einen der Guten. Einem Idealisten und Daueroptimisten. Hier gibt es die Liebeserklärungen.


„Mail vom 28.11.2013: „Guten Tag meine Herren, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Sie alle gut sind!“ Mit diesen Worten hat Grilli 2/4 KSH, 2 Tage vor unserer Abschiedsshow zu THE JUNGS zitiert. Timing war schon immer gut. Sich die Bremer Musikszene ohne Grilli vorzustellen fällt schwer, muss jetzt aber wohl mitgedacht werden. Schon auch traurig, Bremen „fucking“ (G. Flash, et al., jedes Jahr) Nord verliert einen seiner stärksten und schönsten Söhne der Stadt. Vorher aber noch die ein oder andere Lobhudelei. Wenn ich nach einem spitzenmäßigen Konzert gefragt werden würde, wäre die Antwort wahrscheinlich: Breminale, FLUT-Bühne, 2014 und damit jede/r weiß, wovon ich sprech: hier. Die ersten zwei/drei Lieder der Setlist mit Grilli abgerechnet und dann: norddeutscher Sommer: Unwetter, alle raus aus dem Zelt. Eventuell haben einige der JUNGS auf ein frühzeitiges Schichtende gehofft und sich schon gehörig am Bierbuffet bedient, doch es kam, wie zu erwarten, anders und Grilli ließ uns zu Ende malochen. Ich würde behaupten, dass der eine oder die andere aufmerksame Beobachter:in in einigen Schnitten des Videos den zu früh erwarteten Feierabend in unseren Augen glühen sieht. Wir haben alles gegeben. Lieber Grilli (hab ich dir schonmal erzählt, dass ich jahrelang dachte, dass du Daniel heißt…?), HDGDL. PS: Falls du für Samstag den Amp von Simon brauchst: Der steht im Farida da links im Regal.“

Nils Freesemann, The Jungs, Kleinstadthelden, Bukow 

„Ich weiß noch genau, wie ich vor 7,5 Jahren im Büro saß und von Grilli aus dem Nichts über meine Arbeitsbedingungen ausgefragt wurde. Ich wusste, dass bei ihm einiges los war – der Plattenvertrag, die Madsen-Tour, das alles. Was ich mir nicht vorstellen konnte, war, dass er ernsthaft in Erwägung zog, mich in die legendäre Band „The Jungs“ zu holen. Ich habe drei Wochen lang geübt, mir sogar freigenommen, um beim Vorspielen zu bestehen. Und es hat sich gelohnt – nicht nur, weil ich Musik machen darf, die dem Stil eines älteren Mannes aus Freehold, New Jersey, ähnelt, sondern auch, weil ich Orte, Bühnen und Menschen kennenlernen durfte, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie erleben würde. Aber allen voran habe ich mit Max, Uli, Felix, Malte und Flash fantastische Freunde gewonnen. Danke, Klaus Grillicz, für die Nachricht damals – und danke für die Musik.“

Ben Safier, Musiker The Jungs


„Auch wenn Grilli bestreitet, das so gesagt zu haben, war der erste Satz, den ich jemals von ihm gehört habe: „Ihr seid ja echt ganz cool, aber eure Mucke find ich scheiße… hahaha!“ Das war vor 20 Jahren, im Jugendraum Platjenwerbe nach unserem Soundcheck und von da an wusste ich: Der Typ hat Format! Grilli ist jemand, der weiß, worauf er Bock hat, was er gut findet und was nicht, und bei dem man weiß, woran man ist. Ich werde das alles doll vermissen und mir bis zum Abschiedskonzert nochmal die Texte genau durchlesen, weil ich einige Zeilen bis heute nicht ganz verstanden habe… aber das Gefühl dazu hat immer gepasst und ich denke, darauf kommt es an.

Lieber Grilli, ich hab‘s dir nie so gesagt (damit‘s nicht peinlich wird für uns beide), aber es gibt nur wenige deutsche Künstler:innnen, die mich mit ihren Texten und Melodien so berühren. Hut ab vor dem ganzen Ritt. Danke, dass du mir Einsicht in die Welt des Rock gegeben hast und gerne auch nochmal das Rezept für die Erbsensuppe von der letzten Probe – du bist gut!“

Felix Weidenhöfer, Kleinstadthelden, Afterburner, Knasterbart und The Jungs


„Lieber Grilli, ich hab keine Zeit, dir lange und wehmütige Zeilen zu schreiben, weil ich nachher ins Stadion gehe und vorher noch mit den Jungs (Benni, Jonny, Ecki und Heiko) abhänge, um amtlich durch den Tisch zu treten. Deshalb nur kurz: Du bist gut und Rock‘n‘Roll, hast immer alles gegeben und kommst eh bald wieder, weil hier ja schließlich jemand die Stellung halten muss! Bis dahin wünsche ich dir in jeder Actionsituation des Lebens immer einen Platz ganz vorn in der Achterbahn. Thanks you für alles und ROCK OFF!“

Uli Wortmann, Farida Studio, The Jungs


„Grillmaster Flash ist ein Terrier im besten Sinne: ließ nie locker, nervte manchmal charmant aber halt nicht unangenehm. Hat er sich erstmal festgebissen, lässt er nicht mehr locker, bis die gewünschte Antwort, Zusage, Gimmick… kam. In Superlativen denken war keine Pose, sondern Lebenseinstellung – von den größten Bühnenfantasien bis zu den absurd witzigen Videos. Immer mit nem gehörigen Schuss Selbstironie. Hinter all dem Quatsch steckt ein herzensguter Mensch mit einem unerschöpflichen Vorrat an Ideen, die so verrückt wie wunderbar waren. Ich bin und bleibe Fan!  Unvergessen bleibt für mich der Livestream-Auftritt im Rahmen von Club100 zu Coronazeiten im Pier 2 ohne Zuschauer vor Ort, den ich mit ihm veranstaltet habe, weil es alles von den oben genannten Attributen hatte: einfach das, was Grillmaster Flash ausmachte. Ich warte auf die Reunion und dann ne Arena-Tour durch die zehn größten Konzertorte Deutschlands mindestens…“

Gunnar Christiansen, Gunner Records


„Wo soll ich denn da anfangen? „Live in Bremen“ 2009 – kann das sein? Das wären dann 16 Jahre full of Rock und unverbesserlicher Beharrlichkeit. Wie kaum ein anderer hast du mich damit immer wieder bekniet, bewegt und beeindruckt. Irgendwann am Tresen dann in einem unserer unzähligen Gespräche, wie es weitergehen soll: „Pack ne Flasche guten Wein ein und fahr zu denen nach Hamburg.“ BÄMM. GHvC. Kettcar, Thees, Madsen, Bela B. – ja wer denn nicht?! Und trotzdem ist jetzt Schluss. Manchmal sind die Dinge einfach unerklärlich. Am Ende warst Du wohl einfach zu viel des Guten. Ich jedenfalls werde dich auf diesen Bühnen vermissen. Flash 4-ever 💘 PS: Lass mal ne Limo im Garten trinken und über die Rotkohl-Anzucht philosophieren.“

Julia von Wild, hatte mal was mit Musik zu tun…


„Wie, DU fährst den Bus, wenn du mit Band unterwegs bist?“ Ich war geschockt, als Grilli mir dieses Geständnis machte bei einer seiner „Helm before X-mas“-Weihnachtsshows, welche wir im Vegesacker KITO organisiert hatten (und wo sein Publikum bis heute den Rekord in Sachen Getränkeumsatz hält). Für mich war klar – so kann das nicht weitergehen! Also wurde ich zunächst Grillis Fahrer (für mich eine wunderbare Gelegenheit nach dem Aus von Schwarz auf Weiss mein Tournee-Fernweh zu bekämpfen und gleichzeitig mitzubekommen, was Veranstaltende in anderen Bundesländern so treiben), dann Geschäftspartner und nebenbei enger Freund. Von Anfang an hat mich fasziniert, wie gelassen und mit welchem Biss Grilli selbst die undankbarsten Hut-Konzerte in Kneipen durchzog, selbst wenn die Leute ihn hassten. Mir hingegen platzte nicht selten der Kragen, wenn wir mal wieder wie Arsch behandelt wurden. Das war mitunter anstrengend, aber auch aufregend, spannend und authentisch. Die großen Touren danach fühlten sich dann eher wie die verdammt nochmal verdiente Kirsche auf der Torte an. Aber genau diese Echtheit und Authentizität von Grilli hat am Ende vielleicht den ganzen großen Erfolg verhindert. Grilli hat eben einfach immer nur gemacht, worauf er wirklich Bock hatte – gerade musikalisch. Sich für den Erfolg einfach immer zu wiederholen, um somit Fans und Veranstaltende zu befriedigen, kam nicht in Frage. Andere Musiker, vielleicht gefangen in ihrem Stil und Genre, haben diesen Mut bewundert. Da Grilli Namedropping ebenfalls hasst, nenne ich keine Namen, aber mir ist sicher mehrmals die Kinnlade runtergefallen, WER im Backstage alles seine Liebe für Grillis Musik gestand. Dem Erfolg hat es nicht geholfen, aber schön war es trotzdem. Schön auch, dass der Text nur nach einem Nachruf klingt, aber keiner ist! Jetzt geht’s einfach darum, die Freundschaft zu genießen und vielleicht irgendwann auch mal kurz in alten Zeiten zu schwelgen.“

Malte Prieser, Veranstalter, Musiker, Kulturbüro Bremen-Nord


„Durch Grilli & The Jungs habe ich meine allerersten (und vermutlich einzigen) Erfahrungen im Bereich Tourmanagement machen und ein umfangreiches Wochenendpraktikum als „Roadie“ beim Rolling Stone Weekender am Weissenhäuser Strand absolvieren. Ich durfte als einziges Female-Crewmitglied: im Tourbus vorne sitzen, Grillis-Gitarrenverstärker und Instrumente schleppen, Grillmaster-Merch verkaufen (cash only) und nachts sogar den Tourbus rückwärts einparken, damit wir wieder einladen konnten. Als Dankeschön wurde ich in die ewige Hall Of Fame der besten Grilli-Tourmanager aller Zeiten und allen die noch kommen werden aufgenommen. Eine Auszeichnung, die ich stets in meinem Herzen bei mir trage. Und das meine ich ganz ohne Ironie. Auf dich, Grilli!!!“

Chrissie Loock, Radio Bremen


„Als Grilli sich einst aus Bremen-Nord aufmachte, um der Viertelprovinz den Rock zu schenken, sein blanker, perfekt retuschierter Popo auf Plakaten und Plattencover meine Augen küsste… mein erster Gedanke war: „Was für ein Freak.“ Mein zweiter Gedanke: „Geil. Was für ein Freak!“ Grillis erstes Konzert im Eisen. Ok. Das ist wirklich… Rock. Meistens Midtempo. Genau nicht meine Welt. Ich war sofort schockverliebt. Muss man nicht verstehen. Haben auch viele nicht. Sonst würde Grilli mit seinen goldenen Schallplatten jetzt Frisbee am Osterdeich spielen. Grilli… Du hast Musik gelebt, wie ich gerne mein Leben leben möchte: Für etwas brennen und dann einfach… machen. Gegen jede Vernunft. Weil Du die pure Schönheit im Kern jeder Schnapsidee sofort gefühlt hast. Stadion-Rock? Lass machen! Metalalbum? Logo! Das Pier 2 für 3,33€ pro Karte randvoll machen? Love it! Du hast uns allen etwas gegeben, was Spotify niemals verstehen wird. Etwas das bleibt. Genau wie unser beider Wissen, wo wir an dem Abend waren… aber das ist eine andere Geschichte.“

Fernando Guerrero, Eisen


„Es war immer ein Riesenspaß, mit Grilli auf Tour zu sein und seine Shows zu buchen… Genie & Wahnsinn gepaart mit einer Professionalität, die man auf den ersten Blick gar nicht erahnt. Er hat es immer wieder geschafft, die Herzen in den kleinsten & den größten Hallen zu erobern und war dabei auf jeden Fall mehr Rock’n’Roll, als er selber glaubt. DANKE!!“

Danny Simons, Booker Grand Hotel van Cleef


„Dass Grill einer der talentiertesten Söhne der Stadt Bremen ist, hat sich ja mittlerweile rumgesprochen. Dass er sich jetzt entschieden hat, die Flying V an den Haken zu hängen, ist einerseits sehr traurig, gebührt andererseits aber sehr hohe Anerkennung. Denn das musst Du erstmal bringen. Anyway, die Entscheidung ist gefallen und auch wenn wir Dich im Kulturbahnhof Vegesack – nach hoffentlich vielen Zugaben – irgendwann von der Bühne verabschieden, als Freund werden wir Dich nie gehen lassen.“

Rainer Ott, Label Grand Hotel van Cleef


„Eine der fünf besten Rock’n’Roll-Stimmen dieses verdammten Landes sagt Tschüss. Er könnte sagen: „Kein Bock mehr, mit den Arschlöchern hier rumzuhängen!“ Tut er aber nicht. Genau wie kein Kalifornier jemals sagt: „Geil, dieser scheiß Nieselregen und Wind aus allen Richtungen!“ Ich kenn den Film. Ich weiß, was jetzt passiert: In Vegesack macht jemand die School Of Rock auf, Grillmaster Flash ist Jack Black, und in vier, fünf Jahren gibt’s ein Konzert, das alles wegföhnt. Ich werde da sein, keine Diskussion. Und noch was, und das meine ich komplett unironisch: Während der Pandemie, als Iron Maiden auf der Bürgerweide abgesagt wurde, stand Grillmaster Flash da trotzdem. Hat mir ein Foto geschickt, allein vor dem leeren Gelände. Text dazu: „Uns scheißegal, ob Maiden heute spielt oder nich‘, wir sind da!“ Sag, was du willst – für mich ist das eines der größten deutschen Kunstwerke der letzten zehn Jahre. Ob Sie das kapieren, keine Ahnung. Ist mir auch egal. Ich meine das vollkommen ernst.“

Thees Uhlmann, Musiker


„Den meisten ist es noch nicht klar, aber: Mit Grillmaster Flash verlässt eine Ikone die Bühne. Nachfolgende Generationen werden fragen, wie wir das zulassen konnten. Die Lücke, die er hinterlässt, wird von begnadeteren Musikern mit sauberen Akkorden und Langeweile gefüllt werden. Wenn wir künftig von Bands und Acts mit ausgefallenen Arrangements und zeitgenössischer Hipness terrorisiert werden, werden wir dankbar auf die Zeit mit Herrn Flash zurückschauen.“

Peer Gahmert (Bremens Chefsatiriker, bekannt aus dem Diss-Track „Peer und Maren sind scheiße“)


„Meine Mama hat mir immer alle Zeitungsartikel über Grilli ausgeschnitten und aufgehoben, bis ich sie lesen kann. Sie sagte dann „dieser komische Grillmaster Flash war wieder in der Zeitung. Hab ich dir ausgeschnitten und hebe es auf, bis du es lesen kannst.“

Maren Holstein (Maren aus dem Song „Peer und Maren sind scheiße“)


Wegen Grilli hab ich eine Brille mit schwarzem Rand. Wegen Grilli hab ich angefangen Songs zu schreiben, die für eine Akustikgitarre und für eine Band funktionieren. Wegen Grilli durfte ich Sottrum in der Heavy-Metal-Hauptstadt Sottrum in einer ausverkauften Kirche (!) spielen. Zweimal durfte ich bei Grilli Vorband sein. Einmal durch Zufall auf einem kleinen, lokalen Festival und einmal, weil ich ihn bei einem größeren, lokalen Festival angequatscht habe, ob er nicht mal eben auf dem Campingplatz ein Konzert geben könnte. Es war Liebe auf den ersten Song. Oder besser gesagt, auf die erste Performance. Jedenfalls, als er damals in einem Wohnzimmer vor ca. 20 Leuten Cowboyman oder Bud Spencers Bart gespielt hat, war ich von seiner Intensität, seiner Präsenz, seinem Witz, seiner Selbstironie und seiner Stimmfarbe tief beeindruckt. Später durfte ich noch ein Promo-Video in seiner Bude für ein weiteres kleines lokales Festival drehen („Oh! Die Wäsche ist fertig!“ – https://youtu.be/yFeKmlAXB8s). Bei uns in der Familie läuft in der sonntäglichen Frühstücksplaylist „Ich komme wieder. Damit ist das natürlich auch mein Lieblingssong. Allerdings mag ich auch „Bier & Action und „Sottrum sehr gerne. Was hat ihn ausgezeichnet? Dass er auf dem Stadtfest in Achim bei Corona-Auflagen auf der Bühne vor 100 sitzenden Fast-Rentnern eine Show abzieht, als würde er in der Halle 7 auftreten. Mit all seinem Witz und seiner Selbstironie. Und da hat sich gezeigt, dass er all das konnte, was er glaubhaft vermittelt hat, nicht zu können. Gitarre spielen, Singen. Entertainen. Ich hätte ihn irgendwo im Dreieck Bernd Begemann, Helge Schneider und Olli Schulz verortet. Von der Nachricht über sein Bühnen-Ende war ich schockiert bis traurig. Menschlich ist die Entscheidung natürlich verständlich, aber warum bitte ist in der heutigen Zeit kein Platz mehr im Musikmarkt für genau solche Typen. Warum hat er nicht mal in Köln einen Brainpool-Mitarbeiter an einer Theke getroffen, der ihn einfach mal so bei Raab, Winterscheidt oder Welke untergebracht hat. Verdient hätte er es. Gekonnt auch. Die Welt ist ärmer ohne Grillmaster Flash.

Olaf Seelig, Musiker und Fan 


Was hat ihn ausgezeichnet? Auszeichnungen sind mir jetzt nicht bekannt… aber ist er nicht mal auf Platz 68 in die Charts eingestiegen?!? Ok, ok… Grilli ist für mich der Typ von der Straße, ein Underground-Musiker, der nie vergessen hat, wo er herkommt und seinen Lokalkolorit auch immer in seine Musik hat einfließen lassen. Außerdem hat er das Talent, absurde Alltagssituationen zu beobachten – oder sich auszudenken – und diese dann in Rocksongs mit 1A-Refrains umzuwandeln. Und er hat sich einfach nie verbiegen lassen. Bestes Erlebnis? Als wir für Grilli innerhalb von ein paar Tagen eine Show im Tower auf die Beine gestellt haben, nur um diese Grand Hotel van Cleef – Typen aus Hamburg zu beeindrucken. Nach dem vierten Song haben sich Thees und Rainer Ott ohne Worte zu verlieren zugenickt… da wusste ich: er hat den Plattenvertrag! Lieblingssong? Hängen mit den Jungs – weil der Song alles hat, wofür Grilli steht.

Olli Brock, Veranstalter, Tower Musikclub, Pier 2, Malenchen


Ey, Ingo… – ich vermag nicht zu sagen, wie viele Nachrichten, Mails und Anrufe ich in rund vier Jahren aktiver Arbeit mit Grilli (und auch noch danach) mit diesem Anfang von Monsieur bekommen habe. Zu 60% waren’s sicher Absprachen, zu 30% Schnapsideen und zu 10% ein Griff ins Klo mit Ansage und Foffo. Aber festzuhalten ist, dass jeder dieser Gesprächsanfänge bis dato zu etwas geführt hat, und zwar letztendlich zur manifestierten, duden-belastbaren Definition von HEFTIGEM ROCK! Mit Grillmaster Flash geht nicht nur ein okayer Musiker, großartiger Texter und ausgezeichneter Vollzeit-Empath auf der konstruktiven Interferenz aus Ruhm und Scheitern; hier geht die klampfende Interpretation von besoffen mit dem Klapprad in den Zaun beim Lidl fahren, aber trotzdem noch knutschen. Ich ziehe meinen Hut.

Ingo Wagener, ehem. Manager und Booker


Nun bin ich also auch gebeten worden, was über meinen Freund Christian Wesemann, der ja mit bürgerlichem Namen „Grillmaster Flash“ heißt, zu sagen. Grillomann, wie ich ihn liebevoll nenne, ist wohl einer der Besten, wahrscheinlich DER Beste. Falls sich jemand fragt in was… in ALLEM. Traurig bin ich schon ein bisschen, weil ich jetzt wieder so Kackbands wie AC/DC oder Sportfreunde Stiller angucken muss, weil Grillsupergott sich überlegt hat hinzuschmeißen. Keinen anderen Musiker (und Freund) habe ich häufiger auf einer Bühne bestaunen dürfen. Das ist jetzt vorbei, also bald. Vielleicht für immer. Entschuldigt, ich heule kurz ein bisschen. Als Freund bleibt er mir ja erhalten – hat er gesagt – hoffentlich muss ich ihn nicht Christian nennen.

Klaas Wurtmann, Künstler, Grafiker, Artwork


 


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