Hurricane-Warm-Up: Zwischen Punkrock, Party und Hip-Hop-Ausflug

Nach erfolgreicher Anreise ist das 26. Hurricane Festival gestern Abend mit vier Bands in der Wild Coast Stage gestartet.

Foto: Jörg Kröger

Scheeßel. Das 26. Hurricane Festival ist eröffnet! Zum Sommeranfang und damit am längsten Tag des Jahres, gehen bei angenehmen Temperaturen und einem Sonne-Wolken-Mix vormittags die Tore der Campingplätze auf. Nachdem bereits Zehntausende ihre Zelte aufbauen und Camps einrichten, beginnt abends das musikalische Programm mit vier Acts aus Deutschland auf der Wild Coast Stage. Zunächst gibt es jedoch eine Stunde Massenkaraoke mit den Hansemädchen, um die noch intakte Stimme mit aller Inbrunst nutzen zu können.

Wie in den letzten beiden Jahren, steht die sechsmastige Zeltbühne auf der anderen Seite der gesperrten Landstraße L131 und somit in Sicht- und Hörweite der Campingplätze. Generell sind das Infield und die Bühnengrößen und -anordnungen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Auf der heute bespielten Bühne eröffnet die fünfköpfige Punkrock-Band Drei Meter Feldweg aus der Lüneburger Heide das Festival. Mit temporeicher Gitarrenmusik reißen sie das bereits gut gefüllte Zelt mit und spielen auch den heute ganz frisch veröffentlichen Song „Neue Single“ – sehr treffend, sehr humorvoll. Direkt darauf folgt der meistgestreamte Song „Gib niemals auf“ und zum Abschluss des einstündigen Auftritts hoffentlich das Festivalmotto „Sommer, Sonne, Bier“.

Itchy gelingt der erste Einlassstopp des diesjährigen Festivals in der Zeltbühne. Die Band zwischen deutschem und englischem Punkrock kennt nach fast 25-jähriger Geschichte fast jede*r hier mindestens vom Namen – und selbst wenn nicht, findet man leichten Zugang zu ihr. Für eine ruhige Nummer gehen sie nach vorne zwischen die Leute, für das springende und einhakende Cover „I love it“ von Icona Pop spielen sie wieder von oben für das Publikum. Eine kurzweilige, ebenfalls temporeiche Stunde mit bester Stimmung und hymnenartigen Mitsingparts.

Es folgen sehr kontrastreiche 75 Minuten, die Besucher*innen vor der Bühne wechseln gefühlt einmal durch. Die sechsköpfige Rap-Crew Teuterekordz liefert harte Beats und Berliner Hip-Hop. Vor der eingenebelte Bühne springen und feiern einige Fans in der Mitte, außerhalb des harten Kerns mag der Funke jedoch nicht ganz so schnell überspringen. Das ist bei Moop Mama und Älice etwas einfacher, denn zu den Klängen der zehnköpfigen Gruppe aus München lässt es sich leicht feiern. Mit Blechblasinstrumenten, Rap und Punkrock-Attitüde liefern sie messerscharfe Texte und Rhythmen, die in Kopf und Beine gehen und das Publikum in der Wild Coast Stage in eine Einheit verzaubern. Zudem gibt es eine Besonderheit: Sechs Jahre nach dem letzten Studioalbum „Ich“ und erstmals nach dem Wechsel zur neuen Sängerin Älice Martin, einigen bestimmt bekannt von Chefboss, ist heute ein neuer, gemeinsamer Song erschienen. Mit viel Bühnenpower wird „Blechdach“ natürlich auch dem Hurricane-Publikum präsentiert.

Nach über sechs Stunden Aufwärmparty geht es heute um 15:00 Uhr mit dem Programm auf allen vier Bühnen los. Standesgemäß darf das #HurricaneSwimTeam auf der Forest Stage eröffnen, bevor wenig später The Reytons, Frank Carter & The Rattlesnakes und Boston Manor loslegen. Headliner des ersten großen Festivaltages sind später The National, Ayliva und Ed Sheeran.

 


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