Fair-Weather-Fest Bandvorstellung: Giver
In unregelmäßigen Abständen stellen wir an dieser Stelle die Bands des Fair-Weather-Fests vor. Heute: Giver

Über das Fair-Weather-Fest haben wir bereits an dieser Stelle berichtet. Das Festival bietet Musik aus den Bereichen Punk, Hardcore und Emo und will das Viertel in diesem Jahr beleben und bereichern. Heute stellen wir die Band Giver vor, die eine Bühne des Festivals bespielen wird.
Euer aktuelles Album trägt den Titel: „The Future Holds Nothing But Confrontation“ – nun liegt das Fair-Weather-Fest noch ein paar Monate in der Zukunft. Auf welche Konfrontation müssen wir uns einstellen?
Wahrscheinlich werden wir uns nicht nur auf eine Konfrontation einstellen müssen, sondern auf mehrere. Allein in den letzten Wochen haben sich verschiedenste politische Konfliktlinien in aller Deutlichkeit gezeigt, national wie international: Rechtsruck, Krieg in der Ukraine, Klimakrise, Trump, Nahost-Konflikt; das sind wohl die aktuell prominentesten Schlagworte, die bloß stellvertretend für komplexe und geopolitische Entwicklungen stehen, in denen sich immer düstere Zukunftsbilder abzeichnen. Der gemeinsame Nenner und damit auch zentraler Hebel für jede Gegenbewegung ist allerdings immer die soziale Ungleichheit im kapitalistischen Ausbeutungsverhältnis. Da ist wohl kaum absehbar, was sich bis zum Fair-Weather-Fest im Juni noch alles ereignet.
Konfrontation heißt für uns aber ebenfalls, dass es eine starke linke und progressive Gegenseite gibt, die den Kampf aufnimmt und sich nicht unterkriegen lässt. Deshalb ist es relevanter denn je, sich zu organisieren, zu vernetzen und Bündnisse zu schmieden. Und zwar lokal, national sowie international, und in allen Bereichen der Gesellschaft – vom Arbeitsplatz bis zum Viertel. Es braucht eine solidarische und gesellschaftlich breit aufgestellte Bewegung, die es schafft, über linke Differenzen hinweg die Gemeinsamkeiten zu fokussieren. Nur so lässt sich den gegenwärtigen Entwicklungen aus linker Perspektive etwas entgegensetzen. Das bedeutet natürlich Kompromissbereitschaft und jede Menge Arbeit, bringt aber auch Hoffnung und Wirkmächtigkeit.
Auf dem Album “The Future Holds Nothing But Confrontation” teilt ihr textlich und musikalisch ganz schön aus. Wie schwer ist es, manchmal die Motivation und Leidenschaft oben zu behalten und weiter zu machen?
Für uns gehören politische bzw. links(radikale) Inhalte untrennbar zu unserer Musik dazu. Ganz einfach aus dem Grund, weil wir uns auf alle auf unterschiedliche Weise als politische Subjekte mit linken Standpunkten verstehen. Wir haben begleitend zum Album ein kleines Zine geschrieben mit zusätzlichen Texten, die sich neben den Lyrics nochmal tiefgreifender mit den jeweiligen Inhalten beschäftigen. Als Band eine solche Möglichkeit des inhaltlichen Outputs zu haben, motiviert enorm. Das gibt uns oft ein bestärkendes und hoffnungsvolles Gefühl, zumindest ein kleines Maß an politischer Wirkmächtigkeit ausüben zu können, wenn unsere Gedanken und Einstellungen andere Menschen erreichen und im Idealfall Austausch und Denkanstöße ermöglichen. Letztendlich hält uns aber auch ein sehr starkes soziales Band zusammen, schließlich kennen wir uns alle schon seit sehr vielen Jahren, teils schon lange bevor es Giver überhaupt gab. Nach all der Zeit immer noch miteinander künstlerisch kreativ zu sein und sich musikalisch gemeinsam zu entwickeln, ist eine tolle Erfahrung.
Das Info schreibt zwar, ihr kommt aus Köln, seit aber scheinbar weit verstreut. Wie schafft ihr es neue Musik zu schaffen, auf Tour zu gehen, eine Band am Leben zu halten?
Momentan wohnen wir tatsächlich alle in Köln. Das war lange Zeit nicht so, und bedeutet auch nicht, dass es uns aktuell leichtfällt, diese Band am Laufen zu halten. Über die Jahre entwickeln sich Lebensumstände: Lohnarbeit, andere Projekte, Familien, Beziehungen etc. Das alles wirkt auf sehr unterschiedliche Weise darauf ein, wie sich diese Band umsetzen lässt. Unserer Erfahrung nach hängt vieles von der organisatorischen Abstimmung ab. Wenn wir es schaffen, früh genug zu planen, lässt sich sogar ein neues Album schreiben, veröffentlichen und bespielen.
Wie sehr freut ihr euch auf Bremen und das Fair-Weather-Fest?
Wir freuen uns enorm und sind super dankbar, für das Fair-Weather-Fest angefragt worden zu sein! Das Line-Up ist der Hammer und die Leute sind super. Props gehen raus an die Veranstalter, Yannick und Laurin, die schon jetzt jede Menge Herzblut und Arbeit investiert haben! Kommt also alle rum, genießt Bands und Leute und supportet!
Werdet ihr Zeit, Lust und Muse haben, euch andere Bands auf dem Fair-Weather-Fest anzuschauen und wenn ja, auf wen freut ihr euch am meisten?
Auf jeden Fall! Worauf wir uns aber besonders freuen, sind die Auftritte von Wrong Man, Swan Songs, Glower und natürlich Phantom Bay. Alles Bands, mit denen wir schon die Bühnen teilen durften und die wir musikalisch und menschlich sehr schätzen!
Erzählt doch bitte eine Bremen-Story, egal ob lustig, traurig oder sonst was. Welche Verbindung habt ihr zu Bremen?
Da müssen wir passen. Wir haben erst einmal mit Giver in Bremen gespielt, zusammen mit Wrong Man im BDP-Haus. Das war ein sehr schöner Abend, allerdings ohne besondere Vorkommnisse.
Das Fair-Weather-Fest findet am 6. & 7. Juni im Bremer Viertel statt. Tickets gibt es lokal bei Titus und Black Plastic. Außerdem bei TixForGigs.
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