Dark Funeral – Ein eisiger Start ins (Konzert)Jahr

Nachdem wir unser Konzertjahr mit Deichkind und deren Tourabschluss beendet haben, starten wir nun mit einem Tourauftakt in das Jahr 2025. Wir waren für euch bei der schwedischen Blackmetal-Institution Dark Funeral in der Markthalle Hamburg. Mit am Start waren ebenso die Deather von Fleshgod Apocalypse sowie Ex Deo.

Dark Funeral

Bremen. Nun ging es zum Jahresbeginn mal wieder in Bremens schönste Vorstadt, Hamburg. Nachdem auch die hineinbrechende Schneefront und das fröhliche Schlittern auf der Autobahn überstanden waren, ging es auf geradem Wege in die Markthalle, denn die erste Band stand schon im Anschlag!

Mit knapp 15 Minuten Verspätung starteten Kami No Ikari als erstes. Leider war zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht allzu viel los und die meisten Anwesenden tummelten sich noch vor der Halle. Auch schienen die Franzosen mit ihrem melodischen Deathcore ein wenig deplatziert auf einer solch traditionellen Black- & Death-Tour. Aber was soll’s! Die Pariser gaben auf jeden Fall alles, um die Anwesenden anzupeitschen und drückten einen Breakdown nach dem Anderen von ihrem diesjährigen Debüt raus. Auf jeden Fall ein Name, welchen man im Auge behalten sollte, da könnte echt noch was kommen. Nach knappen 25 Minuten war Kami No Ikari dann auch schon durch und es wurde für die nächste Truppe umgebaut.

Als nächstes standen Ex Deo bereit. Die kanadischen Deathmetaller mit einem Hang für die Römerzeit rumpelten zu Beginn recht ordentlich los. Leider sollte sich aber die Stimmung seitens des Publikums über eine gefällige Wartehaltung auf die nachfolgenden Bands nicht weiter herausentwickeln. Dies schien leider ein wenig am Ego des Sängers (Maurizio Iacono / Kataklysm) zu nagen und er kommentierte die Situation nur mit einem „Do you know who I am?“. Seltsame Aktion! Nachfolgend wurde dann solide aber relativ ereignislos das ca. 35 Minuten lange Set zu Ende gebracht. Sehr schade, da Ex Deo doch selten unterwegs sind und man diese nicht an jeder Steckdose zu sehen bekommt. Vielleicht finden sie bei ihren restlichen Stopps ein ihnen mehr zusagendes Publikum.

Weiter ging es mit dem Main-Support des Abends und dem Act, auf den ich am meisten gespannt war. Fleshgod Apocalypse legten einen furiosen Start auf die mit barocken Kerzenständern dekorierte Bühne. Leider spielte Sound den Italienern und ihrem technisch anspruchsvollen, symphonischen Deathmetal heute gar nicht in die Karten. Sehr unausgewogen und wenig definiert dröhnte es aus den Boxen, aber dennoch gaben die vier Herren und die Dame ihr bestes, die mittlerweile gut gefüllte Markthalle auf Touren zu bringen. Die opernhaften Songs des aktuellen Albums kamen sehr gut bei den Anwesenden an und wurden gebührend gefeiert. Das knapp 45 Minuten andauernde Set ging einmal quer durch die Diskografie der Italiener, hatte aber doch einen merklichen Fokus auf dem aktuellen Output „Opera“. Abgeschlossen wurde das Set natürlich mit „The Violation“, für mich einer der Top-10 Deathmetal-Songs, die jemals das Licht der Welt erblickt haben. Dafür allein hat sich der ganze Abend schon gelohnt!

Nun wurde es eisig kalt. Mit Dark Funeral betraten die Headliner des heutigen Abends die Bühne. In viel Nebel und blaues Licht getaucht, starteten die Schweden mit „Nosferatu“ vom aktuellen Album in die Show. Was vorher noch sehr dünn und undefiniert aus der PA dröhnte, war nun erstaunlich druckvoll und ausgewogen. Sänger Heljarmadr keifte sich buchstäblich die Seele aus dem Leib und die Anwesenden nahmen jede Zeile dankend an. Weiter ging der Ritt über das grandios zelebrierte „Unchain My Soul“, sowie „Open The Gates“. Ab diesem Zeitpunkt hatten die Schweden einen fest in den Bann gerissen und die schnellen Riffs des doch sehr melodischen Blackmetals ballerten repetitiv auf einen ein und zogen einen förmlich in Trance. Es wurde theatralisch gepost, sowie jedes andere erdenkliche Blackmetal-Klischee aus dem Ärmel geschüttelt. Das kann für das ungeübte Auge albern wirken, baut aber immer wieder eine einzigartige Atmosphäre auf, auf welche man sich einfach einlassen muss. Dann ging es auch schon in den Endspurt der Show, welcher mit „Let The Devil In“ eingeläutet wurde. Als Abschluss wurde noch einmal „Where Shadows Forever Reign“ abgeliefert und wie es zu einer klassischen Blackmetal-Show gehört, wurde wortlos die Bühne verlassen und das Publikum in die eiskalte Nacht entlassen.

Für mich ging es dann zufrieden wieder zurück auf die Eislaufbahn namens A1.

 


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