Ausdrucksstarke Clubshow

Schimmerling hat auf seiner zweiten Tour erstmals einen Headline-Gig im Tower Musikclub gespielt. Als Support war die Bremerin Alenna Rose dabei.

Foto: Jörg Kröger

Bremen. Musiker Simon Klemp ist mit seinem Projekt Schimmerling und dreiköpfiger Band erstmals als Headliner in Bremen aufgetreten. Nach seinem Support-Gig für Engst letztes Jahr im Modernes, stand er Freitagabend mit seiner spielstarken Band im Tower Musikclub auf der Bühne. Ausdrucksstark und stilistisch vielseitig, mit stadionrock-ähnlichen Gesten und Bewegungen, begeistert er sein norddeutsches Publikum.

Wie schon am Vorabend in Hamburg, bekommt Schimmerling vorab Support von Alenna Rose, die gerade erst mit vierköpfiger, verstärkter Band mit der Alex Mofa Gang auf Tour war – im heutigen Rahmen präsentiert die Bremerin ihre Musik akustisch als Duo mit Jan an Akustik-Gitarre und vereinzelt mit Background-Gesang. Mit dem am gleichen Tag als Live-Session erschienenen Song „Panik“ eröffnet Alenna Rose ihr Set, mit „Gutes Mädchen“ folgt der Titelsong der jüngst veröffentlichten Debüt-EP. Während sich ihre Musik dort zwischen Pop und Rock bewegt, steht im akustischen Rahmen ihre starke Stimme klar im Fokus, das Duo-Format funktioniert. Für einen Song nimmt sie sogar selber die Gitarre in die Hand und es wird somit auch an den Instrumenten zweistimmig. „Stadt ohne Namen“ beschließt nach sieben Songs einen gelungenen Auftritt und unterstreicht einmal mehr die Vielseitigkeit der jungen Sängerin.

Nach kurzer Umbaupause schallt laut „Panzer“ der Punkband Kochkraft durch KMA aus den Boxen, der Song geht fließend in das Intro von Schimmerling über. Zunächst betritt die Live-Band aus Drummer, Gitarrist und Bassistin (im Bandshirt von Alenna Rose) die Bühne, bevor Sänger Simon Klemp ebenfalls mit Gitarre ausgestattet vor sein Publikum tritt. Die Band harmoniert gut, sichtlich nicht nur musikalisch, sondern auch zwischenmenschlich, es macht großen Spaß, das Zusammenspiel zu beobachten. Auffällig sind die stadionrock-ähnlichen, exzentrischen Gesten, Posen und Bewegungen des Sängers, unterstützt durch zwei große Riser vorne auf der Bühne, die oft und gerne einbezogen werden. Eine ausdrucksstarke, extrovertierte, durchaus auf größere Bühnen ausgelegte Performance.

Kein Wunder – schließlich durfte Schimmerling 2022 und 2024 bereits zweimal bei Rock am Ring und Rock im Park spielen. Auch auf eigener Tour präsentiert er handfesten Rock mit Pop-Elementen und 80er-Einflüssen – hartnäckige Ohrwürmer und Texte mit Haltung! Seinem bekanntesten Song „Jäger“ hat er ein Update verliehen, da der Text vor zehn Jahren in einer anderen Welt geschrieben wurde, und man ihn ohne Kenntnis des Interpreten falsch verstehen könnte. So wurde die „Jägerin“ geboren, die anfangs sogar mitten im Publikum performt wird.

Nach dem vorerst letzten Stück „Für immer egal“ nach einer Stunde, präsentiert Schimmerling als Zugabe zunächst solo mit Akustik-Gitarre einen neuen, in den letzten Monaten entstandenen Track. Auch das bereits bekannte „Outro“ trägt er alleine vor, da der Song für ihn so noch eine andere Wirkung entfaltet. Mit Band gibt es dagegen noch ein brandneues Stück auf die Ohren – eine Woche vor Tour arrangiert, einen Tag vor Tourbeginn erstmals als Band geprobt und mit Bühnendebüt beim Tourauftakt. Abschließend geht es vom neuesten Schimmerling-Stück zum ältesten – „Zimmer“ aus 2020 bildet den Schlusspunkt des Konzerts.

Seht euch hier unsere Konzertfotos an:

 


Mehr Beiträge aus" Musik" zur Startseite

Ausdrucksstarke Clubshow teilen auf: