Ein lautes FAC (fuck)

Lesung, Konzerte und Massenkaraoke gibt es beim FAC-Festival im Bremer Kulturzentrum Schlachthof

FAC-Festival

Bremen. In der Veranstaltungsreihe „Femme Art Club“ gibt es etwas Neues. Der „Femme Art Club“ versteht sich als Kampfansage an die Männerdominanz auf den Bühnen: Ein lautes FAC (fuck) in Richtung all der Gatekeeper in der Veranstaltungsbranche. Der Plan: Ein ganzer Abend geballte FLINTA*-Power für mehr Sichtbarkeit im Bremer Kulturzentrum Schlachthof. Zum ersten Mal wird es das FAC-Festival am Freitag, 26. September, in der Reihe geben mit einer Lesung, einem Line-Up mit Künstler:innen aus Hip-Hop, Pop, Punk und Rock und zum Abschluss einem großen FAC-Chor.

Los geht es um 17 Uhr mit einer Lesung der Journalistin Sonja Eismann auf dem Magazinboden. Sie ist Mitgründerin des Missy Magazins und schreibt u.a. für taz, Freitag und Deutschlandfunk Kultur. Im September erscheint ihr Buch „Candy Girls“ über die patriarchalen Strukturen in der Musikindustrie. In einer so wütenden wie lehrreichen Mischung aus Analyse und Abrechnung zeigt sie, wie tief Sexismus und Ageismus in die Musikindustrie eingeschrieben sind, wie wir als Konsument:innen den Male Gaze erlernt und verinnerlicht haben, wie Missbrauch und Pädosexualität in fast allen Genres akzeptiert werden.

Als erster musikalischer Act des FAC-Festivals wird uns Goldy.mp3 karmisch aufwärmen. Ihre Debütsingle „Karma“ und der Song „Sexroboter“ (feat. Tightill) hat sie vor vier Jahren in zahlreiche Playlists katapultiert. Aktuell arbeitet Goldy.mp3 an einer neuen EP, die im Oktober erscheinen wird. Punk, Neue Deutsche Welle, Hip-Hop und Pop – Goldy.mp3 lässt sich auf kein Genre reduzieren!

Die Musikerin Güner Künier ist eine der neuen Protagonistinnen der Berliner Post-Punk DIY-Szene. Sie knallt uns eine geballte Ladung Post-Punk, Minimal-/Synth-Punk gespickt mit einer ordentlichen Packung Riot Grrrl-Attitüde in das FAC-Festival-Line-Up. Auf ihrem neuen Album „Yaramaz“, das so viel bedeutet wie „Nichtsnutz“, finden sich Spuren zahlreicher (Sub-)Genres wie flächige Shoegaze-Sounds, ein Velvet-Underground-Noir-Vibe und ein bisschen Krautrock. „Yaramaz“ klingt alles in allem wie ein empowerndes Album mit der schlichten, aber wichtigen Message: Geh‘ deinen eigenen Weg und lass dich dabei nicht beirren. Da gehen wir mit!

Die Londoner DIY-Queercore-Punkband The Oozes sprengt alle Schubladen – laut, politisch und mit einer ordentlichen Portion Attitüde! The Oozes sind eine zweiköpfige, transpolitische Queer-Punkband aus London. Inspiriert von klassischem Punk, Clownerie, Drag, Performance-Art und Musiktheater sind ihre Auftritte so laut, wie sie nur können. Die Band ermutigt und umarmt Freaks, Sex-Positivität und Aufrührer:innen. In ihrer Musik geht es um die Befreiung von Transsexuellen, sie prangert Faschismus an und stellt sich gegen das Konventionelle – schnell und hart.

Den Abschluss des musikalischen Line-Ups bildet die britische Punk-Sensation Dream Wife. Sängerin Rakel Mjöll (sie/ihr), Gitarristin Alice Go (sie/ihr) und Bassistin Bella Podpadec (sie/they) veröffentlichten im vergangenen Sommer ihr mitreißendes, drittes Album „Social Lubrication“ über Lucky Number und ernteten dafür begeisterte Kritiken. Als Einflüsse geben Dream Wife sowohl Madonna als auch David Bowie und Peaches an. Auch gewisse Babyshambles-Attitüde und Anklänge an Joy Division sind im Pop-Punk der Gruppe nicht zu überhören. Selbstsicher reiten Dream Wife damit die Lo-Fi-Welle der 2010er-Jahre.

Mit Pony Tyler in FLINTA*-Besetzung wollen die Veranstalter:innen abschließend die über den Abend angesammelte Energie bündeln und zusammen zu einem großen Chor vereinen! Egal ob „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus, „Herz an Herz“ von Blümchen oder „Total Eclipse Of The Heart“ von Bonnie Tyler – mit Massenkaraoke und Goldsprint wird das Publikum selbst zum Headliner des Abends.

Der „Femme Art Club“ (FAC) ist eine Veranstaltungsreihe, die virtuose Musiker:innen aller Genres, scharfzüngige Kabarettist:innen, wortgewandte Autor:innen oder avantgardistische Performance-Artists auf die Bühne bringt.

Tickets gibt es an den Vorverkaufsstellen Studio Illegale, Schlachthof Büro, Black Plastic und Papp. Außerdem bei RausgegangenTixforGigs und Eventim.

 


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