600 Johanniter arbeiten beim Deichbrand

Gut 600 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe helfen beim Deichbrand Festival bei Cuxhaven - neuer Standort auf dem Gelände

Johanniter beim Deichbrand. Foto: Ben Wagner

Hannover/Cuxhaven. Seit mittlerweile 2014 sind die Johanniter unter dem Motto „Ihr rockt. Wir retten“ auf dem Deichbrand Festival im Einsatz. Die Großveranstaltung findet vom 16. bis 19. Juli 2026 an der Nordseeküste bei Cuxhaven statt. Konzepte und Ideen des Sanitätsdienstes sind im Sinne der Sicherheit und Versorgung immer weiter angepasst worden – die Unterkunft auf dem Fliegerhorst Nordholz aber blieb immer eine Konstante. Jetzt aber haben verschiedene Baumaßnahmen und Veränderungen, auf dem Stützpunkt sowie dem Festivalgelände, dazu geführt, dass es einen neuen Ort gibt. Erstmalig arbeiten die Ehrenamtlichen des Sanitätsdienstes, aber auch der Verpflegung, Logistik oder IT der JUH nun quasi inmitten des Festival-Geschehens, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Einsatzleiter Thorsten Ernst beschreibt: „Uns steht auf dem Partner-Camp am Rande des Geländes eine eigene Fläche zur Verfügung, auf der wir für unsere Ehrenamtlichen ausreichend JUH-Schlafzelte mit jeweils acht bis zehn Plätzen, sowie die erforderliche Infrastruktur für Küche, Verpflegung und sanitäre Einrichtungen gewährleisten können. Wir profitieren hier natürlich auch von unseren Kenntnissen und größeren Einsätzen im Bevölkerungsschutz, für den viele unserer Kolleginnen und Kollegen ebenfalls qualifiziert sind.“

Der Countdown läuft: Erste Teams für den Transfer von Material sind bereits unterwegs und starten zum Wochenende mit dem Aufbau von Einsatzzentrale und Küche. Zu Wochenbeginn folgen weitere Verbände für die Errichtung der eigenen Unterkunft und um die Unfallhilfstellen (UHS) an den Camping-Arealen für die anreisenden Festival-Gäste vorzubereiten. Unter dem bewährten Motto „Ihr rockt. Wir retten“ reisen Johanniter aus ganz Deutschland zum Deichbrand Festival nach Nordholz bei Cuxhaven an. Rund 600 ehrenamtliche Einsatzkräfte kümmern sich um die Versorgung der fast 60.000 Besuchenden. Die niedersächsischen Helfenden kommen aus zahlreichen Ortsverbänden aller Regionalverbände: Weser-Ems, Bremen-Verden, Niedersachsen Mitte, Südniedersachsen und Harz-Heide. Darüber hinaus unterstützen Kolleginnen und Kollegen aus weiteren Bundesländern wie zum Beispiel die Regionalverbände Hamburg, Berlin, Kurhessen, Stuttgart, Baden oder Ostwestfalen.

Die Rocker-Retterinnen und -Retter werden während der Veranstaltung in unterschiedlichen Schichtsystemen und in den Bereichen Einsatzleitung, Sanität, Logistik, Technik sowie Verpflegung zur Stelle sein, heißt es in der Mitteilung. Für die Gäste des Festivals werden auf dem gesamten Gelände insgesamt acht Unfallhilfstellen betrieben. Hier werden Sanitätszelte aufgebaut und medizinisches Material vorgehalten, um die Erstversorgung sicherzustellen. Für weitergehende Untersuchungen stehen ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) und ein Team mit mehreren Ärzten und Notärzten zur Verfügung. Regelmäßige Fußtrupps werden zudem immer auf dem Gelände unterwegs sein, um kurzfristig vor Ort helfen zu können oder den Transport zur nächsten UHS vorzunehmen. Zusätzlich werden Fahrzeuge für den Patiententransport in die umliegenden Krankenhäuser zur Verfügung stehen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Cuxhaven und der JUH wurde bereits seit 2023 in diesem Bereich verstärkt.

Im vergangenen Jahr kümmerten sich die Johanniter-Rocker-Retterinnen und -Retter um insgesamt 2.900 Patientinnen und Patienten. Davon wurden 1.300 Fälle im Rahmen von Prellungen, Stauchungen, Kreislauf- oder alkoholbedingten Problemen protokolliert. Bei 1.600 Vorfällen handelte es sich um Bagatellen wie Blasen, Schürfwunden oder Pflasterbedarf. In die umliegenden Krankenhäuser wurden 105 Transporte durchgeführt.

Im Vorfeld gibt es von den Johannitern für Festival-Gäste „Tipps, Tricks & Packliste für die Festivalsaison“, um sich bestens für den Besuch vorzubereiten – das sichert das eigene Vergnügen und erleichtert unter Umständen die Arbeit der Rettungskräfte.

 


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