Emil Bulls – Kein Liebe wirklich alles heilen?
Vergangene Woche stoppten die Emil Bulls auf dem zweiten Teil ihrer „Love Will Fix It“-Tour im Modernes. Mit dabei waren With Heart aus der Schweiz und die Schweden von Self Deception und natürlich wir, um euch einen Einblick zu geben.

Bremen. Und wieder einmal verschlägt es uns in die Neustadt ins Modernes. Gerade angekommen und mit einem kühlen Getränk versorgt, starteten auch schon die Opener With Heart. Die Schweizer legten auf jeden Fall ordentlich vor. Das sieht man selten, dass eine Band nur ein paar Tage nach dem Release ihrer Debüt-EP schon so selbstsicher auf größeren Bühnen steht. Musikalisch würde ich die Truppe irgendwo zwischen Metalcore und Alternative-Metal einordnen. Definitiv war eine gewaltige Kelle Emotionen in die Songs der vier Herren verwoben. Einziger Verbesserungsvorschlag unsererseits wären die teilweise missverständlichen Ansagen – nein, nicht weil es Schweizer sind! Sondern hatten wir mehrmals die Annahme, dass die Show nach einer Ansage ins Finale läuft, aber dann noch eine Reihe an Songs zum Besten gegeben wurde. Bis auf diese kleinen Verwirrungen aber auf jeden Fall ein passender und gelungener Opener des Abends.
Weiter ging es dann mit den Schweden von Self Deception. Als die Truppe auf die Bühne lief, dachte ich zuerst, „Electric Callboy bei Wish bestellt“. Aber hinter den Stockholmern stecke mehr als lustige 90’s-Outfits, denn die Jungs lieferten soliden Alternative-Rock/-Metal ab. Das Publikum wurde auch langsam warm und die ersten Bewegungen waren zu sehen, leider aber nicht mehr. Da hätten die Schweden ein wenig mehr verdient gehabt. Die zogen aber professionell ihr knapp 45 Minuten dauerndes Set durch, welches auf jeden Fall Lust auf den Mainact des Abends machte.
Und schon ging es an den Headliner! Die Emil Bulls starteten direkt mit gewohnt hohem Energielevel in die ersten Songs. Ab dem ersten Moment strecken die Anwesenden die Arme in die Luft und spätestens bei „The Way Of The Warrior“ und dem danach folgenden Cover von „Tell It To My Heart“ brachen alle Dämme. Es ist schon beeindruckend, wie sehr diese Band einen, auch nach dem gefühlten 50. gesehenen Konzert, noch immer abholt. Und die Münchener feuerten weiter einen Hit nach dem Anderen heraus. Spätestens bei „Here Comes The Fire“ rutschten die ersten Leute über den Pit in den Bühnengraben. Dieses Szenario sollte sich über die restliche Zeit des Sets hinziehen. Der Ritt ging weiter über die Kracher „When God Was Sleeping“ und dem Titelsong des aktuellen Albums, bis mit „The Age Of Revolution“ und einem lauthals mitsingenden Publikum das reguläre Set beendet wurde. Nach der obligatorischen Künstlerpause kamen die Emil Bulls noch einmal mit den bockstarken „Hearteater“, sowie „Man Or Mouse“ zurück, bis es dann ein wenig ruhiger wurde und das zweite Coverstück mit „Where Is My Mind“ von den Pixies angestimmt wurde. Ab hier wäre schon jeder auf seine Kosten gekommen. Aber die Münchener hatten wohl noch nicht genug und luden zur zweiten Zugabe ein. Es wurden nochmal vier Songs in Menge gepumpt, bis die Show dann mit „World Apart“ nach fast zwei Stunden ihr Ende nahm.
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