Bad Cop Bad Cop im Tower

Das Punkrock-Quartett aus Südkalifornien legte gestern zwischen ihren Festival-Terminen einen Halt in Bremen ein.

Bad Cop Bad Cop, Foto Ronja Behrens
Bad Cop Bad Cop, Foto Ronja Behrens

Bremen. 32 Grad in Bremen – und es wurde zum kollektiven Massenschwitzen in den Tower geladen. So oder so ähnlich könnte man reißerisch in diesen Konzertbericht reinstarten! Denn es war heiß: draußen, drinnen und auf der Bühne. Bad Cop Bad Cop aus Südkalifornien machten zwischen ihren Festivalterminen in Europa einen kleinen Abstecher in den Bremer Tower.

Mit dabei waren die quasi gerade erst aus dem Ei geschlüpften The Give It Ups aus Osnabrück. Und – Moment mal! Das Gesicht kennen wir doch! Richtig: Sänger Manuel dürfte einigen von euch durch sein Projekt North Alone bekannt sein, das erst im vergangenen Jahr einen Stopp in der Schnoor-Destille eingelegt hat.

Bei The Give It Ups dürften sich alle Pop- und Skate-Punker*innen der frühen Stunden sofort abgeholt gefühlt haben: Masked Intruder treffen die Descendents und gründen gemeinsam eine Ramones-Coverband. Zwei-Minuten-Songs, klare Riffs, witzige Texte und einfach sausympathisch. Der perfekte Start in den Abend. Wir hoffen, dass wir in Zukunft noch häufiger etwas von The Give It Ups hören werden!

Langsam füllte sich der Tower immer mehr und die Menschen trauten sich in die „kühlen“ Gemäuer des Clubs. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn um Punkt 21:00 Uhr betraten Stacey, Linh, Myra und Alex alias Bad Cop Bad Cop die Bühne. Wer die vier schon einmal live gesehen hat, weiß: Hier gibt es – Vorsicht, Griff in die Klischeekiste – treibende Drums, punkige Gitarren und pure Energie. Damit das hier aber nicht zu sehr nach ChatGPT klingt, gehen wir doch mal ins Detail:

Gestartet wurde mit dem Opener der neuen Platte „Lighten Up“. Und auch wenn der Ton am Anfang noch nicht ganz so wollte, war schnell klar, dass Band und Publikum an diesem Abend zu einer Party-Einheit verschmelzen würden. Spätestens beim dritten Song „Breastless“ und einer sehr persönlichen und emotionalen Ansage gab es kein Halt mehr und der Pogo-Pit wurde eröffnet (Spoiler: und blieb bis zum Schluss bestehen).

Persönliche Geschichten und politische Haltung gingen hier Hand in Hand. Bei Songs wie „Pursuit Of Liberty“, „Broken“ oder „I4NI“ konnte niemand mehr leise sein oder gar still stehen. Das „Fake“-Ende kam schließlich mit dem Klassiker „Womanarchist“ – und schlagartig wurde es noch einmal zehn Grad heißer. Nach einem kurzen Durchatmen, drei Zugaben – unter anderem mit „Nightmare“ – und einem gemeinsamen Foto verließen Bad Cop Bad Cop nach rund 75 Minuten die Bühne, um anschließend am Merch noch mit allen eine Runde zu schnacken und auf diesen grandiosen Abend anzustoßen.

Wir können nur hoffen, dass es nicht wieder 15 Jahre dauert, bis sie uns erneut beehren.

Text: Jendrik Grube, Fotos: Ronja Behrens

Bad Cop Bad Cop

Support: The Give It Ups

 


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