Testament – European Summer Tour 2026
Die Kult-Thrasher der Bay Area von Testament gaben ein kleines, aber feines Gastspiel im Zollhaus in Leer. Zur Unterstützung hatten sie niemand anderes als die ebenfalls aus San Francisco stammenden Death Angel dabei. Wir haben uns den ausverkauften Abend einmal genauer angeschaut.

Leer. Schon direkt nach Betreten des Zollhauses konnte man erkennen, dass sich der Abend mit dem Titel „Sold Out“ schmücken konnte. Auch war es genauso heiß in dem alten Gebäude, wie es voll war. Endlich an einem Platz mit halbwegs guter Sicht angekommen, starteten auch schon die „Opener“ des Tages. Death Angel aus der Bay Area nahmen keine Gefangenen und legten sofort kräftig los. Bereits ab dem ersten Ton war jeder Platz vor der Bühne bis auf den letzten Zentimeter aufgebraucht. Kein Wunder, denn Death Angel waren für die meisten Anwesenden kein geringerer Name, als die Headliner von Testament. Zugleich preschten die fünf Herren mit dem Kracher „The Moth“ los. Ein Bombensound und die enorm hohe Spielfreude der Herren aus San Francisco ließ die Stimmung der Anwesenden im Zollhaus hochkochen. Bereits nach wenigen Minuten glitten die ersten Crowdsurfer über die Menge und ließen sich unter den wohlgefälligen Blicken von Sänger Mark Osegueda in den Graben gleiten. Weiter ging der Ritt mit Songs wie „Seemingly Endless Time“, oder „The Dream Calls For Blood“. Die Stimmung des Publikums war ab diesem Zeitpunkt bereits am Anschlag, aber nur ein Vorgeschmack auf das noch Folgende. Ab jetzt bogen Death Angel aber bereits in die Zielgeraden ein. Den Höhepunkt der Show stellte dann der Abschluss mit „Thrown To The Wolves“ dar, welcher so fanatisch gefeiert wurde, dass die Herren sich noch Minuten später in lautem Applaus wiegen konnten.
Nun ging es an den Headliner des Abends. Testament legten gleich mit den Brechern „Into The Pit“ und „Practice What You Preach“ grandios los. Die Stimmung im brechend vollen Zollhaus sprang dadurch natürlich sofort auf Anschlag. Der erste Pit wurde gleich eröffnet und die Securitys ließen sicher die ersten Crowdsurfer in den Bühnengraben gleiten. Was besonders bemerkenswert war, dass die Bay-Area Thrasher mit dem sattesten Sound auffahren konnten, welchen ich bisher in dieser Location erlebt habe. Nachdem die fünf Herren sich nun warmgespielt hatten, ging es mit Stücken des im letzten Jahr erschienenen Albums „Para Bellum“ weiter. Gefühlt wird die Anfang der 80er gegründete Truppe mit jeder Veröffentlichung stärker und tritt das Gaspedal immer weiter Richtung Bodenblech. Das Publikum schien es genauso zu sehen und jeder Song wurde mit lauten Applaus gefeiert. Als die Band schließlich das Intro zu „More Then Meets The Eye“ abfeuerte, brachen auch in der letzten Reihe alle Dämme. Aus allen Kehlen wurde der markante Sing-Along-Teil mitgegröhlt. Danach wurde es kurz ruhig. Mit „The Ballad“ konnte Sänger Chuck Billy, neben seiner einmalig kraftvollen Stimme, auch seine Gesangskünste zur Schau stellen. Das sollte es dann aber auch mit cleanen Gitarren für den Abend gewesen sein und der Regler wurde schnell wieder auf Abriss gelegt. Besonders nach vorne ging „D.N.R“, wo die Herren schon ein wenig in deathige Gefilde abtauchten. Ein zusätzlicher Beweis, dass die Band weiterhin ihre Grenzen auslotet, während einige ihrer Kollegen sich schon in die wohlverdiente Rente verabschiedet haben. Nach einem kleinen Solo des neuen Drummers Chris Dovas ging es in die Schlussrunde des Abends. Die Anwesenden holten noch einmal alles aus sich heraus, als die Thrasher mit dem Doppelpack aus „First Strike Is Deadly“ und „Over The Wall“ vom Debütalbum „The Legacy“ um die Ecke kamen. Trotz bereits knapp 90 Minuten puren Thrashmetals wurde der Pit nochmal größer und intensiver – bis die Herren schließlich unter lautem Applaus verabschiedet wurden und die Leute sich auf den Weg raus in die warme Sommernacht machten.
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