EyeHateGod – Legenden im kleinen Rahmen
Eine ganz besondere Underground-Perle machte die Tage in Bremen Halt. Die Szene-Pioniere des Sludge, EyeHateGod, prügelten sich zusammen mit dem lokalen Support Kasha erbarmungslos durch die Zollkantine.

Bremen. Zu Beginn des Abends legten die Lokalmatadoren von Kasha ordentlich vor. Der Fuzz-geladende Sludge der vier Bremer ging ab der ersten Sekunde steil – tief, druckvoll und hier und dort mit Synth-Elementen versehen. Auch hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon die meisten Besucher in die kleine Sauna namens Zollkantine gedrängt. Dies war jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was später noch folgen sollte. Auf jeden Fall hatte das Quartett sichtlich Laune, während sie überwiegend Songs ihrer letzten EP über die Bühnenbretter dröhnten. Leider ist online wenig über die Bremer zu finden. Daher sollte jeder Sludge- oder Doom-Fan die Augen für zukünftige Shows der Jungs offen halten. Ein super Start in den Abend, welcher mit knappen 35 Minuten jedoch etwas kurz bemessen war.
Dann ging es auch schon an den Headliner des Abends. EyeHateGod preschten sofort mit ihrem heroingeschwängerten Sludge los. Die aus New Orleans stammende Truppe drückte so unfassbar, dass die Anwesenden erst einmal einen Schritt zurück machten, nur um sich Sekunden später noch dichter vor die kleine Bühne zu drängen. So etwas druckvolles hatte ich, bis jetzt, noch nicht in der Zollkantine erlebt. Dem Publikum schien es sichtlich zu gefallen! Während die vier sich durch die ersten Songs prügelten, stieg die vorher schon grenzwertige Temperatur des Ladens ins Unerträgliche. Kein Wunder, denn der Laden agierte an diesem Abend an seiner Kapazitätsgrenze und zahlreiche Besucher, welche auf die Abendkasse gehofft hatten, mussten leider draußen bleiben. Das minimale Setup, mit dem die Band auf der Bühne stand, passte wie die Faust aufs Auge zur rohen, gewaltvollen Musik. Überwiegend in statisches, rotes Licht getaucht, schufen EyeHateGod, in Kombination mit dem massiven Sound und dem fanatischen Publikum, ein ganz besonderes Ambiente. Die vier Herren prügelten sich durch Kracher wie „Worthless Rescue“, oder „Sisterfucker (Part I)“, während die Anwesenden sich einfach nur von den tonnenschweren Riffs erschlagen ließen. Als es dann zu „New Orleans Is The New Vietnam“ überging, gab es endgültig kein Halten mehr. Auch wenn aufgrund der Temperatur die Bewegung seitens der Anwesenden etwas dezenter ausfiel, konnte man die Energie im Raum spüren. Ohne Unterbrechung ging es dann erbarmungslos in den Endspurt der Show, welcher durch das grandios auf die Bretter gerotzte „Methamphetamine“ und „Run It Into The Ground“ seine Krönung fand. Leider wurden, trotz zahlreicher und lauter Rufe nach einer Zugabe, nach einer knappen Stunde der Stecker gezogen. Trotz der relativ kurzen Spielzeit ein einmaliges, intensives und definitiv heißes Erlebnis. Für mich ging es dann schnell zur Abkühlung zurück in meine Dachgeschosswohnung.
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