Roskilde-Festival 2026 – Donnerstag

Techno-Eskalation im Stroboskop-Nebelgewitter, Konzertabbruch, keine Dixis - der Donnerstag beim Roskilde Festival in Dänemark

Roskilde Festival 2026. Foto: pfa

Roskilde. Das gemeinnützige Roskilde Festival in Dänemark präsentiert vom 27. Juni bis 4. Juli 2026 insgesamt 177 Musikacts sowie über 90 Persönlichkeiten aus Kunst und Aktivismus auf 16 Bühnen und dem Festivalgelände. Eindrücke, Konzerte, Erlebnisse – eine subjektive Review für den Donnerstag.

Die Anreise – schleppend. Bahn in Bremen verpasst, Zug von Hamburg nach Ringsted fällt aus – zwei Stunden Wartezeit. In kurzer Hose, bei viel Sonne. Endlich in Ringsted angekommen – Dauerregen. Regenjacke. Bahn nach Roskilde um Sekunden verpasst. Also die nächste. Mit dem Shuttle-Bus zum Gelände. Sachen schleppen. Bändchen abholen. Mehrere Securitys mit Fragen nerven. Abkürzungen nehmen. Spontan Lösungen finden. Läuft.

Die Konzerte von Napalm Death, Ecca Vandal, Little Simz und Truck Violence sollen großartig gewesen sein. Durch die Verspätung sind das aber nur Erfahrungsberichte von anderen Festivalbesuchern.

Erstes Konzert und gleich eine Kuriosität: Die Band Uncle Acid & The Deadbeats muss ihr Konzert abbrechen. Warum? Weil sie zu laut gewesen sein soll. So wird es zumindest auf dem Festivalgelände erzählt. Die Doom-Metal- und Psychedelic-Rock-Combo verschwindet nach ungefähr einer halben Stunde plötzlich von der Bühne. Eine Frau erklärt, dass das Konzert aus Gründen abgebrochen werde, die sie nicht nennen könne (darf?).

Es kommt ein Vertreter des Roskilde Festivals ans Mikrofon und murmelt eine etwas seltsam klingende Erklärung – technische Probleme, dies, das. Verärgerte Konzertbesucher werfen leere Bierbecher nach ihm. Das Licht geht an. Angeblich soll Gorillaz-Frontmann Damon Albarn auf der Hauptbühne – der Orange Stage – gesagt haben, das Konzert sei zu laut. Und Albarn ist auf dem Roskilde Festival eine große Nummer: Schließlich war er auch schon mit Blur hier. Oder spielte 2015 mit seinem Nebenprojekt Africa Express Project ein fünfstündiges Konzert. Am Freitag dann die Erklärung des Festivals: Eine Kombination aus Wind und technischen Faktoren habe die Sound-Effekte gestört. Deswegen musste das Konzert von Uncle Acid & The Deadbeats abgebrochen werden. Gorillaz auf der Orange Stage lief weiter.

Also: Kaffee. Spät-Kaffee statt Gorillaz. Dazu vier Songs von Lykke Li. Schöne Lichtshow an der Eos-Stage. Seichter Pop und alle warten auf den Hit „I Follow Rivers“.

Den besten Sound dürfte der dänisch-kurdische Sänger Tobias Rahim auf der Orange Stage gehabt haben. Zumindest war er auf dem komplette Gelände und auch auf dem Campingplatz sehr klar und deutlich zu hören.

Es wird kalt. Ein frischer Wind zieht über das Gelände. Die lange Hose – beste Option. Zelt herrichten, eine halbe Stunde ausruhen. Und dann ab zu Brutalismus 3000 in der Arena. Konzerte, die um 2 Uhr in der Nacht starten: großartig. Techno-Eskalation im Stroboskop-Nebelgewitter. Da friert keiner mehr. Brutalismus 3000 stellt das neue Album „Harmony“ vor. Feuerprojektoren sorgen für Wärme, CO2-Spezialeffekte für dichte weiße Nebelsäulen. Die Menge tanzt ausgelassen. Beste Stimmung.

Und sonst:

Was positiv auffällt: Es gibt auf dem ganzen Gelände keine Dixi-Klos mehr. Richtig gelesen: Keine Dixis mehr. Nur noch Spülklos und Urinrinnen. Warum schaffen die Dänen das? Aber so gut wie kein deutsches Festival?

Auch toll: Es gibt weiterhin das Flaeskesteg-Sandwich. Absolute Empfehlung.

Und: Der Campingplatz ist schon ziemlich heruntergerockt. Kein Wunder, das Festival läuft ja seit vergangenen Samstag. Der aufkommende Wind sorgt ebenfalls nicht unbedingt für aufgeräumte Camps. Vereinzelt heben Pavillons ab, nicht gesicherte Zelte fliegen durch die Gegend.

Bilder vom Freitag gibt es hier. 

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Roskilde Festival 2026. Foto: pfa

 

 

 

 

 

 

 

Roskilde Festival 2026. Foto: pfa

 

 

 

 

 

 

 

 


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