Alben des Jahres 2025 – von Marius

Ein weiteres Jahr ist nun vergangen, hier findet ihr die Top-Alben von Marius im Ranking.

Mannomann, wie schnell doch wieder ein Jahr vorübergezogen ist! Es fühlt sich wie gestern an, als ich die Top 10 des letzten Jahres zusammengefasst habe. Vielleicht liegt’s an den wirklich vielen, sehr starken Veröffentlichungen, welche 2025 herauskamen und die Zeit wie im Flug verstreichen ließen. Nicht nur, dass in diesem Jahr die Dichte an starken Alben extrem hoch war, auch kamen bereits viele neue Singles heraus, welche mir schon das Wasser im Mund für nächstes Jahr zusammenlaufen lassen. Aber nun hier die Platten, welche bei mir die häufigsten Umdrehungen auf dem Plattenteller hingelegt haben. 

 

Platz 10 – Shadow Of Intent – Imperium Delirium

Starten wir mit dem heißesten Deathcore-Release, welches meiner Meinung nach dieses Jahr das Licht der Welt erblickt hat. Auf „Imperium Delirium“ schaffen es die Amerikaner, perfekt brutale Deathmetal-Riffs mit orchestralen Elementen zu mischen, nur um alles kurz darauf mit tonnenschweren Breakdowns wieder einzureißen. Wo bei ähnlichen Releases von bekannteren Genre-Vertretern bei mir doch schnell Langeweile aufkam, konnten Shadow Of Intent über die gesamte Spielzeit überzeugen. Das mittlerweile fünfte Album der Herren aus Connecticut verfeinert dabei die bekannte musikalische Ausrichtung, ohne sich selbst zu wiederholen und im genretypischen Einheitsbrei zu verschwinden. Klare Highlights der Scheibe sind dabei die Singles „Mechanical Chaos“, sowie „Feeding The Meatgrinder“, bei welchem kein geringerer als George „Corpsegrinder“ Fisher von Cannibal Corpse ein Feature beisteuert.

 

Platz 9 – Crytopsy – An Insatiable Violence

Als einfach nur abgefahren kann man den aktuellen Output der Kanadier von Crytopsy bezeichnen. Wer sich vielleicht bei Platz zehn gedacht hat, „viel zu entspannt und langweilig“, wird mit „An Insatiable Violence“ seine wahre Freude haben. Die vier Herren aus Montreal pressen dabei eine so hohe Masse an Riffs, Melodien und Blastbeats in die knapp 30 Minuten Spielzeit, dass dieses bei manch anderer Band für die gesamte Diskografie ausreichen würde. Dabei verlieren sich die brutalen Tech-Deather mit modernen Einflüssen aber keinesfalls im belanglosen, unstrukturierten Riffsalat, sondern schaffen es durchweg, eine sinnvolle Dynamik in ihren Songs aufrecht zu halten.

 

Platz 8 – Spiritbox – Tsunami Sea

Schalten wir nun erstmal einige Gänge zurück und nehmen die atmosphärischen Welten von Spiritbox mit. Die kanadische Truppe um die ehemaligen „Iwrestledabearonce“-Protagonisten Courtney LaPlante und Mike Stringer konnten mich mit ihrem dritten Album nun endgültig überzeugen. Wo die Vorgänger teilweise noch etwas unstrukturiert und wenig eingängig daherkamen, konnten die vier nun den Mix aus harten, djenty Riffs und verwaschener Atmosphäre in eine ausgewogene Balance bringen. Außerdem haben sie mit „Fata Morgana“ dieses Jahr den brachialsten Album-Opener abgeliefert. Besonders hervorstechend ist natürlich die stimmliche Arbeit von Sängerin Courtney. Sie fügt sich wesentlich charmanter in die abwechslungsreichen Kompositionen ein, als die ihrer Kollegin von Jinjer, welche in diesem Jahr auch ein Album auf den Markt geschmissen haben.

 

Platz 7 – Orbit Culture – Death Above Life

Als nächstes haben wir „Death Above Life“ der Schweden von Orbit Culture auf der Liste. Das mittlerweile fünfte Full-Lengh-Werk der groovigen Melo-Deather hat der Truppe, wie erwartet, einen weiteren Push auf der Karriereleiter gegeben. Mit extrem viel Energie kommen Songs wie „The Tales Of War“, oder „Hydra“ daher – sogar mit so viel Druck, dass ich die ersten Durchläufe meine Schwierigkeiten mit der extrem polierten und komprimierten Produktion hatte. Kein Wunder, denn hinter den Reglern saß kein anderer als Buster Odeholm von Humanity’s Last Breath und Thrown, welche einen ähnlich synthetisch wirkenden Sound fahren. Abseits davon lässt einen „Death Above Life“ keine Sekunde im Stich, wirkt kurzweilig, ohne dabei in Belanglosigkeit abzudriften und ist nur eine weitere Station für eine Band, welche konsequent ihren Weg bis an die Spitze gehen wird.

 

Platz 6 – Obscura – A Sonication

Platz sechs nimmt eine sehr kontroverse Veröffentlichung ein. Aber vorneweg – lassen wir mal die gesamte Shit-Show beiseite, welche dieses Album umgeben hat, und wer nun die Songs geschrieben, aufgenommen und seine Credits dafür verdient hat. Denn „A Sonication“ der deutschen Tech-Deather von Obscura ist ein fantastisches Album und verdient auf jeden Fall eine Erwähnung. Kaum eine andere Band schafft es, solch komplexe Kompositionen in ein so verdauliches Paket zu schnüren und dabei auch „mitsingbare“ Songs zu zaubern. Puristen sind hier zwar nicht mehr so on board, in welche Richtung sich die Band entwickelt, aber der Zug sollte da schon mit dem Vorgänger „A Valediction“ abgefahren gewesen sein. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß mit dieser Veröffentlichung.

 

Platz 5 – Rivers Of Nihil – Rivers Of Nihil

Mit dem fünften Platz hätte ich dieses Jahr überhaupt nicht gerechnet. Denn Rivers Of Nihil war bis dato nur irgendeine technische Deathcore-Band, welche mit einem Saxophon rumgespielt hat. Dann bekam ich aber die erste Single „House Of Light“ des aktuellen selbstbetitelten Albums in den Feed gespült – und was war das für eine Überraschung! Normalerweise kämpfen viele Bands mit einem Wechsel am Mikrofon, doch nicht so Rivers Of Nihil. Mit dem Wechsel von Bassist Adam Biggs an den gutturalen Gesang und der Ergänzung von Ex-Black Crown Initiate-Gitarrist Andy Thomas, welcher nun auch cleanen Gesang beisteuert, haben die Herren aus Pennsylvania eine stilistische Kehrtwende hingelegt. Denn „Rivers Of Nihil“ ist ein astreines, progressives Deathmetal-Album, welches dieses Jahr mit „Water & Time“ einen meiner meistgespielten Songs hervorgebracht hat. Zwar sind hier und dort noch Ungereimtheiten des Stilwechsels auf dem Album zu hören – wären diese nicht, wäre das Album ein ganz klarer Anwärter auf den ersten Platz gewesen.

 

Platz 4 – The Halo Effect – March Of The Unheard

Der vierte Platz geht nach Göteborg, wo die All-Star-Truppe um ehemalige In Flames-Member erneut ein wahres Brett abgeliefert hat. Die Urgesteine des Melodic-Deaths sollten mittlerweile den meisten ein Begriff sein und auch ihr zweiter Output hat definitiv nicht enttäuscht. „March Of The Unheard“ birgt die Essenz des göteborgischen Sounds – kein Wunder, die Band besteht aus Leuten, die ihre Finger bei In Flames, Dark Tranquillity oder Engel im Spiel haben. Für mich ein klares Highlight des Jahres!

 

Platz 3 – Heaven Shall Burn – Heimat

Beim nächsten Platz hat es mich selber überrascht, dass diese Band doch so häufig in meiner Rotation war. Ich hatte das Thüringer Metalcore-Urgestein mit seinen letzten Alben völlig aus den Augen verloren und gedanklich ad acta gelegt. Aber mit „Heimat“ haben die fünf doch wieder ein gewaltiges Brett abgeliefert, welches an meine persönlichen Favoriten wie „Deaf To Our Prayers“, oder „Antigone“ anknüpfen kann. Gewaltig und episch kommen die Tracks daher und können einen trotz ihrer teilweise echt ausgiebigen Spielzeit durchgängig bei der Stange halten. Einziges Manko an diesem Album sind die teilweise sehr an Machine Head erinnernden Riffs. Das können die Herren Weichert und Dietz besser. Dennoch ein unerwartet starkes Album und ein verdienter dritter Platz.

 

Platz 2 – Revocation – New Gods, New Masters

Ein weiteres Highlight des Jahres haben die Amerikaner von Revocation abgeliefert. Mit „New Gods, New Masters“ haben sie selbst ihr vorangegangenes Werk „Netherheaven“ in den Schatten gestellt. Auf dieser Scheibe gehen die vier Herren wieder einen Schritt Richtung Deathmetal, der letzte Output kam noch ein wenig trashiger daher. Dabei verliert die Truppe aber keineswegs an Geschwindigkeit und Finesse. Die neun Tracks kommen technisch gewohnt auf absolutem Spitzenniveau und mit vielen spielerischen Abwechslungen gespickt daher. „New Gods, New Masters“ ist zwar erst im Oktober erschienen, aber direkt auf eine Spitzenposition gesprungen. Anspieltipps wären die Single „Dystopian Vermin“ sowie „Confines Of Infinity“, bei welchem sich die Herren Unterstützung von Travis Ryan von Cattle Decapitation geholt haben. 

 

Platz 1 – Allegaeon – The Ossuary Lens

Der erste Platz geht dieses Jahr ganz klar an die amerikanischen Tech-Deather von Allegaeon. Wo im unteren Bereich der Liste noch ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen stattfand, ist der erste Platz dieses Jahr eindeutig. Kein Album lag so schwer auf dem Plattenteller „The Ossuary Lens“. Die musikalische Abwechslung, die auf dieser Scheibe vertreten ist, sucht ihresgleichen. Der mittlerweile siebte Langspieler der Herren aus Colorado ist nach langer Zeit wieder mit dem originalen Sänger Ezra Haynes, welcher zu jeder Zeit eine astreine Performance abliefert. Auf diesem Album kommt nun alles zusammen, was die vorangegangenen Alben ausgezeichnet hat: Rasend schnelle Blastbeats, komplexe Arrangements, aber dennoch alles in ein catchy Paket verpackt. Viel Spaß damit!

 

Honorable Mention

Kommen wir noch zu einem Album, welches ich außerhalb des regulären Rankings führen muss, da die Band leider nichts „neues an den Tisch“ bringt, sondern sich darauf eingeschworen hat, der Kult-Band „Death“ bis ins kleinste Detail Tribut zu zollen. Gruesome haben mit „Silent Echos“ im Sommer diesen Jahres dennoch eine wahre Perle des progressiven Deathmetals auf den Markt losgelassen. Dieses Mal haben sie sich an der „Human“-Ära ihres großen Vorbildes versucht und den Nagel damit genau auf den Kopf getroffen. Was den Amerikanern vielleicht an Eigenständigkeit in ihrem musikalischen Schaffen fehlt, machen sie tausendfach mit der Liebe zum Detail weg, das musikalische Erbe des 2001 verstorbenen Masterminds Chuck Schuldiner weiterzuführen. Trotz der ganz klaren Richtung, welche die Band nacheifert, klingen die Songs weder abgekupfert, noch sind sie ein belangloses Rip-Off des Originals. 

 

Was sich beim Erstellen dieser Liste gezeigt hat war, dass dieses Jahr ganz offensichtlich ein Traumjahr des Deathmetals in all seinen Facetten war. Auch, wenn ich viele Alben anderer Genres in Betracht gezogen habe, konnten diese für mich allesamt nicht mit den aufgelisteten Scheiben mithalten. Dennoch haben sich mit Sylosis, Archspire und Gearea schon einige Schwergewichte für nächstes Jahr angekündigt. Ich bin gespannt, ob die Alben 2026 im Ranking auftauchen werden. 

 


Mehr Beiträge aus" Musik" zur Startseite

Alben des Jahres 2025 – von Marius teilen auf: