„Pop Punk Blow Up“ 2025 – Runde zwei für die Punk-Rock-Rutsche
Auch dieses Jahr machte die „Pop Punk Blow Up“-Tour in der Zollkantine Halt. Neben bekannten Namen wie Small State und Holly Would Surrender, standen Perlen wie Krang und CF98 auf der Bühne. Wie es uns gefallen hat, könnt ihr nun nachlesen.

Bremen. Bei bestem Schmuddelwetter ging es vergangenen Samstag zur diesjährigen Ausgabe der „Pop Punk Blow Up“-Tour in die Zollkantine. Als ich mich endlich die vor wartenden Leuten knallvolle Treppe hochgewuchtet hatte, erwartete einen eine nicht minder gefüllte Zollkantine. Kein Wunder, dass kurz nach dem Einlass die Abendkasse schon wieder geschlossen wurde und sich der Abend mit dem Siegel „Sold out“ schmücken konnte. Leider musste ich zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass die Münchener von Heathcliff an diesem Abend nicht spielen werden. Schade! Aber es standen ja noch vier weitere Bands in den Startlöchern, um den Abend auszufüllen.
Mit ein wenig Verspätung stand der Opener Small State auf der Bühne. Das Saarbrückener Quartett war schon bei der letzten Ausgabe der Punk-Rock-Rutsche mit auf dem Line-Up, sodass die Herren auf ein paar bekannte Gesichter blicken konnten. Leider hatten die Vier einen schweren Start, da die Anwesenden nur langsam in die Gänge kamen und im vorderen Bereich des Raumes die ein oder andere Lücke zu sehen war. Da half leider auch das eingestreute Cover „Free Falling“ von Tom Petty nicht, welches grundsolide auf die Bretter der Kantine gezimmert wurde. Das störte die Truppe aber keineswegs und die Jungs zogen gekonnt ihren Stiefel durch. Knapp 30 Minuten dauerte der Ritt mit Small State und war ein gelungener Einstieg in den Abend.
Als nächstes gab es ebenfalls bekannte Gesichter aus der letztjährigen Ausgabe. Denn nun gaben sich die Hamburger von Holly Would Surrender die Ehre. Im vergangenen Jahr standen die vier Herren noch als Headliner des Abends auf der Bühne. Heute mussten sie sich im Mittelfeld des Line-Ups zurechtfinden. Das schien aber keinerlei Problem für das Quartett darzustellen und die Truppe zündete direkt ein Feuerwerk an nostalgisch angehauchtem 2000er-Pop-Punk. Sofort merkte man, dass das auch genau das war, worauf das Publikum gewartet hatte. Der Raum war plötzlich bis unter die Decke gefüllt und die ersten Tanzbeine wurden geschwungen. Spätestens beim Vengaboys-Cover gab es kein Halten mehr und der Partyfaktor stieg noch einmal spürbar. Bei der Show der Hamburger hat einfach alles gestimmt und wurde nach knapp 40 Minuten vom gekonnt interpretierten Cover „Kill All The White Man“ von NOFX abgeschlossen.
Weiter ging es mit den aus Tschechien stammenden Krang, welche eine gehörige Portion Skatepunk in die Zollkantine brachten. Die vier Herren konnten das Energielevel ihrer Vorgänger halten, wenn nicht sogar punktuell steigern. Auch hier war in der kleinen Zollkantine kaum ein Durchkommen angesagt. Womit mich die Tschechen besonders catchen konnten, waren neben dem solide gezockten Set, die zahlreichen Comic-, Cartoon- und Videogame-Anspielungen, was ich in dem Genre noch nicht in diesem Umfang gesehen hatte. Aber wer hätte das bei einer Band, welche sich nach dem Bösewicht der TMNT benannt hat, auch ahnen können? Besonders nach vorne ging es bei Songs wie „Cowabunga“, oder „Time Is Ticking“. Auch hier wurde das Set knackig gehalten, sodass nach knapp 45 Minuten Schluss war. Schade, die Vier waren mein persönliches Highlight des Abends und hätten gerne noch ein paar Minuten länger auf der Bühne verbringen dürfen.
Den Abend durften nun die Melodic-Punkrocker von CF98 abschließen. Das aus Polen stammende Quartett um Sängerin Karolina startete wesentlich delikater als ihre Vorgänger in ihr Set. Hier standen schöne Melodien und ausgefallene Refrains im Vordergrund, welche mich teilweise an eine Mischung aus Avril Lavigne und Paramore erinnerten, was besonders bei Songs wie „Nobody Wants To Part“ auffiel – auf jeden Fall der stärkste Kontrast im heutigen Line-Up. Trotzdem schien der Vierer sehr gut anzukommen, denn auch hier stapelten sich förmlich die Leute vor der kleinen Bühne. Auf jeden Fall haben die vier Polen viel Freude verbreitet und waren ein großartiger Abschluss für diesen Abend.
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