Mantar – Heimspiel im Schlachthof

Nach viel zu langer Zeit haben sich die beiden Exil-Bremer von Mantar endlich mal wieder zu einer Show in Ihrer Heimatstadt hinreißen lassen. Zusammen mit den Hardcore-Punkern von Tackleberry, haben sie vergangenen Samstag die Kesselhalle im Schlachthof zerlegt.

Bremen. Nachdem man sich bei schönstem Schmuddelwetter über den viel zu überlaufenen Freimarkt endlich Richtung Schlachthof geschoben hat, startete pünktlich um 20:00 Uhr der heutige Support Tackleberry. Obwohl die Kieler Hardcore-Punker schon seit 2012 inaktiv sind, konnten die Mantar-Jungs diesen Leckerbissen reaktivieren und für die heutige Show wieder auf die Bretter bewegen. Energiegeladen und hochmotiviert preschten die fünf Herren gleich voran und konnten mich sofort überzeugen! Leider dauerte es ein wenig, bis auch das Publikum aufgetaut war, aber nach ein paar Songs konnte man endlich die ersten Bewegungen im gut gefüllten Bühnenbereich der Kesselhalle erkennen. Auch wenn die Truppe schon seit 13 Jahren nicht mehr zusammen auf der Bühne stand, haben sie ihre „Reunion“ souverän gemeistert. Kein Wunder, denn auch wenn die Herren schon lange nicht mehr zusammen musizieren, sind sie keineswegs in Rente. Sänger Hannes ist zum Beispiel bei Affenmesserkampf ebenfalls am Mikro aktiv. Dort würde ich Tackleberry auch musikalisch einordnen, vielleicht mit einer Prise der ebenfalls aus Kiel stammenden Smoke Blow versehen. Auf jeden Fall vergingen die 40 Minuten wie im Schlaf und haben definitiv Lust auf mehr der Nordlichter gemacht. Auch konnten die Kieler, nach der kurzen Aufwärmzeit, die Anwesenden sichtlich überzeugen. Hoffentlich haben die Herren wieder Laune am gemeinsamen Schaffen gefunden und man kann sich die Truppe in Zukunft noch öfter ansehen.

Nach einer erfrischend kurzen Umbaupause stand dann mit Mantar ganz klar der heutige Chef im Ring auf der Bühne. Plötzlich war vor der Bühne kein Durchkommen mehr angesagt und ab dem ersten Akkord ging’s nach dem Motto „Kill, Destroy, Fuck Shit Up!“ nur noch nach vorne! Rotzig ballerte das Duo die ersten Titel, welche zum großen Teil Material des Debüts waren, raus. Ganz klar, dass hier kein Auge trocken blieb und Tracks wie „Spit“, oder „Astral Kannibal“ ohrenbetäubend mitgegröhlt wurden. Es ist immer wieder ein besonderer Anblick, wie gut die beiden Charakter zusammenspielen, auch wenn sich Sänger Hanno in die unmöglichsten Posen schmeißt und man sich fragt. wie das die Nähte seiner Skinny-Pants aushalten können. Weiter ging es über Brecher wie „Cross The Cross“ und „Egoisto“, bis es dann zur Mitte der Show und Songs der aktuellen Scheibe „Post Apocalyptic Depression“ ging. Die Songs kamen, wie nicht anders erwartet, super bei den Anwesenden an. Bei „Rex Perverso“ musste man schon höllisch aufpassen, nicht von den unzähligen umherfliegenden Gliedmaßen getroffen zu werden. Als nach einem kurzen Outfitwechsel von Hanno – gut, eher der Wechsel auf weiße Slipper und Sonnenhut, denn die beiden rockten natürlich wie gewohnt oberkörpferfrei – das „Halsgericht“ aufgetischt wurde, drehte das Publikum noch mehr auf, was ich persönlich gar nicht für möglich gehalten hätte. Auch als in die Zielgerade ging, ließ die Energie kein Stückchen nach. Mit „Era Borealis“ wurde noch schnell der größte Hit der beiden Bremer rausgehauen, bis dann mit der Zugabe „White Nights“ der Sack zugemacht wurde. 

Es ist schon krass mit anzusehen, wie sehr sich die beiden mit der Zeit gesteigert haben, seitdem ich sie das erste Mal auf der Breminale vor knapp zehn Jahren sehen durfte. Und das ganze, ohne auch nur ein Stückchen an Authentizität und Charme zu verlieren. Wirklich einzigartig!

Jungs, kommt bitte häufiger zurück in die Heimat! 

Seht euch hier unsere Konzertfotos an:

 


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